Das Dorf lebt und trotzt dem Regen

Das Buchsifest weiss bei seiner Premiere zu gefallen. Trotz fehlendem Sommerwetter ist die ganze Gemeinde auf den Beinen.

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Julian Perrenoud@JulianPerrenoud

Bässe wummern, je mehr man sich dem Dorfkern nähert. In Herzogenbuchsee ist ein Fest im Gange. Dort, wo sich normalerweise der Verkehr durchpflügt, gibt es heute kein Durchkommen mehr.

Ein Beachvolleyballfeld steht da – mit 40 Kubikmetern Sand, dazu hat es Marktstände, Festzelte und viele Menschen. Wer kann, mach sich auf zur Fabrikstrasse, zum Park oder zur Kirchgasse. Wer in Herzogenbuchsee nur vorbeifahren will, muss aussen rum.

Es ist dies bereits die 15. Durchführung des Open Airs Earth­quake. Aber das Earthquake heisst in diesem Jahr Street­quake, und es findet nicht wie üblich im Gemeindepark statt, sondern vor dem alten Schlachthaus.

Das OK um Norman Szöllösi hat mit dem Buchsifest zusammengespannt, einem Anlass, wie es ihn so wohl noch nie gab. Von der Konzertbühne sprüht Konfettiregen, die Berner Oberländer Band Red Shoes spielt auf und ermuntert die noch zaghaften Tänzer dazu, lockerer zu werden.

Zelt auf dem Park

Mitten auf dem Gemeindepark steht nun ein grosses Zelt, aufgestellt von den Hornussern aus Ober- und Niederönz. Drinnen auf der Bühne singt der Berner Troubadour Oli Kehrli ein Chanson über den Abstieg von YB und Freundschaftsanfragen auf Facebook.

Auf ihn folgen die Sieger­ehrung des Kinderwettbewerbs, eine Bluesband, Schlagerhits und Partymusik vom DJ. Für jeden scheint das Buchsifest etwas parat zu haben.

Draussen neben dem Pfadiheim steht OK-Präsident Kurt Grossenbacher. Er hat nur wenig Zeit, muss er doch immer wieder das Festgelände ablaufen, um «alles zu überwachen». Vertrauen in seine jungen Mitorganisatoren hat er schon, die Zusammenarbeit sei sagenhaft, nur schiefgehen soll heute nichts. Schliesslich beteiligen sich am Buchsifest ganze 35 Vereine.

Die Koordination – keine einfache Sache. Grossenbacher ist zufrieden, sogar mit dem Wetter. Obwohl Regenschauer und leichter Hagel die Leute kurz in die Zelte getrieben hätten, seien die Bedingungen bestens. Grössenmässig hat das Fest laut Grossenbacher sein Limit erreicht. «Mehr bringen wir nicht hin. Wir haben jeden Quadratmeter ausgenützt.»

Feiern bis spätnachts

Die Vielfalt ist in der Tat gross: Die Banker braten Burger, die Evangelische Allianz mixt Smoothies. Bibliotheksangestellte bieten Bücher für einen Franken an, und die Eishockeyprofis des SC Langenthal schreiben Autogrammkarten.

In der Kirchgasse erklingen Alphörner, Frauen und Männer in Trachten verkaufen Lose fürs Glücksrad. Im Untergeschoss des alten Gasthofs Kreuz hat die Schützengesellschaft einen Schiessstand aufgebaut, weiter oben im Hinterhof gibt es Ponyreiten für die Kleinsten.

Und auch abends ist noch lange nicht Schluss. Langsam verlagert sich das Fest in die Zelte und den Sonnensaal, wo mit viel Folklore und Volksmusik aus der slowakischen Partnerstadt Senica ein aufregender Tag seinen Abschluss findet. Das Dorf hat gezeigt: Es lebt.

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