Busswil bei Melchnau

Buesu Open Air findet neuen Standort

Busswil bei Melchnau Sie wollten eine lokale Band feiern und planten plötzlich des erste Buesu Open Air. Doch bei den ­Anwohnern der Legi dies gar nicht gut an. Deshalb soll die Party nun im Breitacker steigen.

Auf dem Gelaende von Morgenthaler Gartenbau stiegt im August das erste Buesu-Openair, am Donnerstag 12. Juli 2018 in Busswil.

Auf dem Gelaende von Morgenthaler Gartenbau stiegt im August das erste Buesu-Openair, am Donnerstag 12. Juli 2018 in Busswil. Bild: Marcel Bieri

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Der Statthalter hatte den Veranstaltern bereits grünes Licht gegeben. Auf der Legi hätten sie Mitte August zum ersten Buesu Open Air laden wollen. Doch nicht nur an der Gemeindeversammlung Anfang Juni übten ­einige Busswilerinnen und Busswiler Kritik an den Plänen des ­Organisationskomitees um Gemeindepräsident Peter Wegmüller.

Auch beim Regierungsstatthalter wurden sie vorstellig. Die Anwohner fühlten sich nicht nur schlecht informiert. Sie führten auch Bedenken ins Feld, was den Lärm, den Verkehr und den Abfall betrifft.

«Es ist doch schön für Busswil, wenn wieder mal etwas stattfindet. Wir haben ja sonst nichts mehr ausser der 1.-August-Feier.»

Peter Wegmüller
Mitorganisatore

Die Kritik aus der Bevölkerung bestätigt Barbara Lüscher vom Statthalteramt Oberaargau in Wangen. Auf die bereits erteilte Bewilligung hätten diese Reklamationen allerdings keinen Einfluss gehabt. «Das Festival auf der Legi bleibt bewilligt.»

Dennoch haben die Veranstalter inzwischen umdisponiert: Statt auf der Legi wollen sie ihr zweitägiges Festival nun auf dem Areal der Gartenbaufirma Morgenthaler im Breitacker durchführen.

Ein Entgegenkommen

«Es hat doch ziemlich Widerstand gegeben wegen der Legi», sagt Peter Wegmüller. Mit der Verlegung komme man diesen kritischen Stimmen entgegen. Zumal die Gegner des Open Airs vor allem auch die Nähe der Legi zum Wald und zu dessen Tieren als heikel empfunden hätten.

Am neuen Standort werde der Wald durch den firmeneigenen Werkhof vom Festareal abgeschirmt, erklärt Wegmüller. Auch befinde man sich nun nicht mehr im Feld, sondern auf einem geteerten Platz.

Damit sei die befürchtete Verunreinigung der Felder vom Tisch, zeigt sich Wegmüller zuversichtlich, dass das erste Buesu Open Air auch am neuen Standort bewilligt und dort nun ohne weitere Nebengeräusche durchgeführt werden kann.

Denn stören, betont der Gemeindepräsident, solle der Anlass keinen. Im Gegenteil: «Es ist doch schön für Busswil, wenn wieder mal etwas stattfindet. Wir haben ja sonst nichts mehr ausser der 1.-August-Feier.»

«Ein paar Enthusiasten»

Tatsächlich sucht man Beizen und Läden längst vergebens im Dorf mit seinen knapp 200 Einwohnerinnen und Einwohnern. Gross gefeiert wurde letztmals vor drei Jahren, als die Gemeinde stolz auf ihre 200-jährige Eigenständigkeit zurückblicken konnte.

Anders als damals handle es sich beim Buesu Open Air allerdings um einen privat organisierten Anlass, hält Peter Wegmüller fest. Auch das war an der Gemeindeversammlung angesprochen worden, zumal der Gemeinderat die Organisatoren des Buesu Open Airs mit einem Sponsoringbeitrag unterstützt. Als Mitveranstalter sei er bei diesem Entscheid aber in Ausstand getreten, hielt Wegmüller schon im Juni fest.

«Mit Frauenfeld muss man uns sicher nicht ver­gleichen.»Peter Wegmüller
Mitorganisator

Denn wenn am 17. und am 18. August Blues und Rockmusik erklingt in Busswil, dann ist Peter Wegmüller nicht als Gemeindepräsident zugegen auf dem Festivalgelände. Vielmehr ist er dann einer jener privaten «paar Enthusiasten», die eigentlich einfach das zehnjährige Bestehen der ­Lokalmatadoren von Keep Close feiern wollten. Und die so spontan auf die Idee kamen, daraus doch gleich ein richtiges Open Air zu machen.

Nach Span ins Stroh

So bildet der gemeinsame Auftritt von für einmal zu «Buesu Allstars» vereinigten Keep-Close-Mitgliedern unter anderem mit Sängerin Marianna Polistena nur einen von insgesamt acht Programmpunkten des Buesu Open Airs. Auch die Eagles-Tribute-Band Silverhead, Slam & Howie oder die Altrocker von Span konnten die Organisatoren für ihr Festival gewinnen.

Trotz der teils doch bekannten Namen werde es aber ein kleines Open Air sein, betont Peter Wegmüller. Maximal 300 Leute hätten auf dem Festgelände im Breitacker pro Abend Platz.

Eigentlich rechneten die Veranstalter jedoch insgesamt mit so vielen Besuchern, erklärt Wegmüller. Dabei dürfte das Publikum bereits etwas älter sein. «Mit Frauenfeld muss man uns sicher nicht vergleichen.»

Auch auf einen Zeltplatz haben die Organisatoren bewusst verzichtet. Stattdessen besteht die Möglichkeit, auf dem nahen Bauernhof von Vizegemeindepräsident Urs Schulthess im Stroh zu übernachten.


Buesu Open Air:17./18. August 2018, Busswil bei Melchnau. Weitere Infos und Tickets unter www.buesuopenair.ch. (Berner Zeitung)

Erstellt: 12.07.2018, 17:46 Uhr

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