Bücher und Co. gibts neu auch am Sonntag

Herzogenbuchsee

Die Gemeindebibliothek lanciert einen dreimonatigen Pilot: Sie öffnet neuerdings am siebten Tag der Woche und bietet diesen Service als erste im Kanton an.

Erweiteres Angebot in der Bibliothek.

Erweiteres Angebot in der Bibliothek.

(Bild: Fotolia)

Die Situation der Buchser Gemeindebibliothek ist alles andere als komfortabel. Weil der obligatorische Kulturbeitrag der Gemeinden künftig an die Regionalbibiothek in Langenthal geht, droht sie die freiwilligen Beiträge der umliegenden Gemeinden zu verlieren.

Gleichzeitig fallen am neuen Standort nach dem Umzug vom Kornhaus an den Rössliplatz höhere Mietkosten an. Der Stiftungsrat muss daher die auslaufende Leistungsvereinbarung mit der Gemeinde neu aushandeln.

Diese trägt die Stiftung Gemeindebibliothek Herzogenbuchsee seit 2014 alleine, seit diesem Jahr zahlt sie 115 000 Franken.

Drei Stunden bis im Februar

Vor dem Hintergrund dieses ungesicherten finanziellen Spielraums überrascht diese Meldung: Ab Ende Monat öffnet die Bibliothek Herzogenbuchsee jeweils sonntags von 10 bis 13 Uhr – mit Ausnahme vom «Buchsi Sunntig» nächsten Sonntag, von 11 bis 11 Uhr.

Bis im Februar stehen den Nutzerinnen und Nutzern am siebten Tag in der Woche 15 000 Medien, jeweils beide Stockwerke und der grosse Ausstellungsraum im Untergeschoss zur Verfügung.

Herzogenbuchsee nehme damit nicht nur im Kanton, sondern gesamtschweizerisch bei den mittleren Bibliotheken eine Pionierrolle ein, stellen die Verantwortlichen fest.

Stiftungsratspräsident Hans Kaspar Schiesser stellt nach umfassender Recherche fest: Sonntagsöffnungszeiten kennen bisher etwa die Kantonsbibliothek Liestal, die Stadtbibliothek Rapperswil, die Unibibliothek Zürich, die GGG-Bibliothek Schmiedenhof in Basel oder das Literaturhaus der Museumsgesellschaft in Zürich.

Zweite Erhöhung

Die Öffnungszeiten verlängert hat die Buchser Bibliothek bereits im Zusammenhang mit dem Umzug im September: von 17,5 auf 19 Stunden. Das wird vor allem durch das elektronische Buchungssystems (RFID) möglich.

Das Team um Bibliotheksleiterin Charlotte Kronenberg habe zum Neubeginn die Meinung vertreten, die Sonntagsöffnungszeiten mindestens in den Wintermonaten erstmals zu wagen. Damit steigen die Wochenöffnungszeiten von 19 im Winter auf 22 Stunden, im Jahresschnitt auf rund 20,5 Stunden.

Damit dies im Rahmen der knappen Finanzen funktioniere, sind laut Schiesser zwei Dinge unabdingbar: Dass das neue Angebot genutzt wird und dass dadurch mehr Abos gelöst werden. Auch müsse der Anteil jener Nutzerinnen und Nutzer steigen, die ihre Bücher via Medienscanner selbständig ausleihen.

pd

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt