Herzogenbuchsee

Breite Allianz, auch politisch

HerzogenbuchseeDie SP ortet in der Gemeinde viel Unterstützung für die Schulsozialarbeit. Die anderen Parteien stossen ins gleiche Horn.

Eigentlich sind sich alle Parteien einig: Herzogenbuchsee braucht eine Schulsozialarbeit (Symbolbild).

Eigentlich sind sich alle Parteien einig: Herzogenbuchsee braucht eine Schulsozialarbeit (Symbolbild). Bild: Fotolia

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Schulsozialarbeit braucht es auch an den Buchser Schulen: So lautete das Fazit an einem von der SP Herzogenbuchsee organisierten öffentlichen Anlass zum Thema Mitte Monat. Zur Sprache kam dabei, dass sich die Eltern eine Schulsozialarbeit wünschen, an welche sich Schüler und Eltern vertrauensvoll wenden können.

Lehrerinnen und Lehrer, die diesem Handlungsfeld kritisch ge­genüberstehen, meldeten sich auch auf Nachfrage hin keine. Entsprechend vermeldete die Ortspartei anschliessend eine «breite Allianz» für die Schulsozialarbeit. Doch wie sehen das die anderen Parteien?

Begleitet von Massnahmen

Die GLP steht ebenfalls auf der Unterstützerseite. Sie sieht aber gleichzeitig Handlungsbedarf in der Behandlung der Ursachen. «Die Schulsozialarbeit bedient Symptome und muss zwingend von Massnahmen im gesellschaftlichen Integrationsbereich begleitet werden.»

Mit einem ­ausländischen Bevölkerungsanteil von rund einem Viertel seien die Gemeinden im Zugzwang, die Familien- und Kinderintegration weiter zu fördern.

Das Thema sei nicht neu, stellt die FDP fest: Vor zehn Jahren sei es in Buchsi aufgekommen. Das damalige Schulraumprojekt wurde umgesetzt, die Schulsozialarbeit sei aber als Pendenz liegen geblieben. «Umsichtige, organisierte Schulkompetenz kann für Schulen, Schüler und Familie eine Unterstützung bringen», wägt Präsident Christoph Schär ab.

Der öffentliche Haushalt könne entlastet werden, weil mit niederschwelligen Massnahmen oft hohe Folgekosten vermieden würden. «Daher macht es Sinn, das Thema wieder aufzugreifen, nicht nur unter dem Aspekt der Bildungspolitik, sondern auch unter demjenigen der Sozial- und Finanzpolitik.»

Schulsozialarbeit ist auch Teilaspekt von Vereinbarkeit von Familie und Beruf – was der FDP Herzogenbuchsee ein Anliegen ist.

Wenn die Eltern und das Lehrpersonal der Schulsozialarbeit positiv gegenüberstünden, sollte sie eingeführt werden. So äussert sich Hans Schneider, Vorstandsmitglied der EVP Herzogenbuchsee. Das Lehrpersonal werde durch Fachkräfte entlastet, die als Ansprech- und Vertrauenspersonen fungieren. «Der Gemeinderat soll das Thema Schulsozialarbeit prüfen», so das Fazit.

Fehlende Mittel

Familien- und wirtschaftliche Strukturen seien einem Wandel unterworfen, während die Schulen davon gänzlich unberührt seien, stellt die BDP Herzogenbuchsee und Umgebung fest. «Nicht weil die Bereitschaft fehlte, sondern weil ganz einfach die Mittel dazu nicht gesprochen werden.»

Es sei auch eine Mittelverschwendung, in jeder Legislatur den Bedarf, die Anforderungen zu erarbeiten – nur um dann festzustellen, dass eine Einführung an den dafür benötigten Mitteln scheitere.

Stattdessen ist laut der BDP angebracht, die Bereitschaft zu konkretisieren: Was wäre Herzogenbuchsee als Betreiberin der Schulen und der Oberstufenverband gewillt, an Mitteln für die Einführung zu sprechen? (Langenthaler Tagblatt)

Erstellt: 23.12.2017, 09:45 Uhr

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