Brände führen zu Spekulationen

Herzogenbuchsee

Gleich zwei unbewohnte Holzbauten sind im Dorf innert vier Tagen in Flammen aufgegangen. Dabei hat der Reitverein Herzogenbuchsee und Umgebung sein ganzes Hab und Gut verloren.

Schutt und Asche:?Das Vereinslokal des Reitvereins Herzogenbuchsee und Umgebung im Waldäcker an der Bahnlinie.

Schutt und Asche:?Das Vereinslokal des Reitvereins Herzogenbuchsee und Umgebung im Waldäcker an der Bahnlinie.

(Bild: Thomas Peter)

Ein böses Erwachsen seis gewesen, sagt Sarah Schaller. Der Präsidentin des Reitvereins Herzogenbuchsee und Umgebung blieb am frühen Morgen des zweitletzten Tages im Jahr 2015 nichts anderes übrig, als zuzusehen, wie das komplett ausgebrannte Vereinshäuschen gelöscht wurde. Zu retten war der Schuppen nicht mehr.

Mit der vereinseigenen Holzbaracke an der Grabenstrasse ging auch viel Material in deren Innern in Rauch auf: Küchenausstattung wie Herd und Backofen sowie das angebaute Küchenzelt, vor allem aber die Hindernisse für den Rossparcours.

Der Verlust von Letzteren schmerzt die Präsidentin am meisten, waren sie doch allesamt handgemacht und hätten den beliebten Concours von anderen abgehoben. «Viele andere Vereine mieten Hindernisse für einen Concours zu», erklärt Sarah Schaller. Die Hindernisse zu ersetzen, werde alles andere als einfach sein.

Hüttli in Fronarbeit erbaut

Natürlich seien nur Dinge zerstört worden, die sich schliesslich ersetzen lassen. Und doch sei auch ein grosser Teil der jüngeren Vereinsgeschichte für die rund 90 aktiven und passiven Reiterinnen und Reiter verloren gegangen. Während rund 30 Jahren war die Baracke das Zentrum auf dem Reitplatz Waldäcker gewesen.

Sie war in den 80er-Jahren von Vereinsmitgliedern und Unterstützern in Fronarbeit gebaut worden. Versichert sei sie im Umfang von 100 000 Franken, sagt Sarah Schaller. Allerdings werde es kaum mehr möglich sein, mit diesem Betrag heute ein neues Vereinslokal zu bauen. Nun gelte es vorerst, die Liste des Inventars für die Versicherung zusammenzustellen. Schaller geht von zusätzlichen rund 120 000 Franken Schaden im Innern des Holzschuppens aus.

Besteht ein Zusammenhang?

Dass gerade mal vier Tage später ein weiteres unbewohntes Gebäude in Herzogenbuchsee niederbrannte, gibt im Dorf Anlass zu Spekulationen. Auch bei der Scheune im Gebiet Chalberweidli ist die Brandursache noch unklar.

Die Ermittlungen zur Ursache der beiden Brandfälle an der Grabenstrasse am 30. Dezember sowie im Chalberweidli am 3. Januar sind laut Polizei noch immer im Gang. Es sei deshalb noch zu früh, weitere Angaben dazu zu machen, teilt Polizeisprecher Dominik Jäggi auf Nachfrage hin mit. Beide Male stand die Feuerwehr Buchsi-Oenz gemäss Mitteilung mit 40 beziehungsweise 30 Angehörigen im Einsatz.

Beim Reitverein überlegt man sich derweil, wie es weitergehen soll. «Und was wir wollen», sagt Sarah Schaller. Das gehe nun mal nicht von heute auf morgen. Am Concours im Juli wollen die Rösseler aber auch in diesem Jahr festhalten, zumal dieser Anlass die Finanzierung des Vereins sichere. Für einmal wird also auch der Reitsportverein Herzogenbuchsee und Umgebung Hindernisse zumieten müssen.

cd

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