Blue Notes aus Mississippi

Langenthal

Bereits zum Auftakt der 28. Langenthaler Jazz-Tage gibt es eine Standing Ovation im Kirchgemeindehaus.

Zusammen mit Sängerin Brenda Boykin zelebrieren Jan Luley, Thomas l’Etienne und Uli Wunner eine Jazz-Hommage.

Zusammen mit Sängerin Brenda Boykin zelebrieren Jan Luley, Thomas l’Etienne und Uli Wunner eine Jazz-Hommage.

(Bild: Marcel Bieri)

«Langenthal, wisst ihr eigentlich, was ihr an diesem Jazzfestival habt?», fragt Jan Luley in den Saal. Der Bandleader stand vor vielen Jahren schon auf dieser Bühne und gehört zur Spitzenklasse des klassischen Jazzpianos.

Sein Blues-Feeling ist ebenso beeindruckend wie seine stilistische Vielfalt, Kreativität und Virtuosität. Der Pianist eröffnet das Konzert mit einem Blues von Jelly Roll Morton. Dann übernehmen Paul G. Ulrich, bekannt als Bassist von Paul Kuhn, und Schlagzeuger Tobias Schirmer.

Sängerin von Weltformat

Mit Brenda Boykin präsentieren die Langenthaler Jazz-Tage eine Jazzsängerin und Blueslady von absolutem Weltformat. Mit unglaublicher Intensität zelebriert die US-Amerikanerin die Musik und versprüht dabei Lebenslust und Temperament, die ihresgleichen suchen. Ihren Gehstock benutzt die zierliche Sängerin mit der grossen Stimme als «Rhythmusgerät».

Sie fesselt die Zuhörer mit ihrer Bühnenpräsenz, ihrer Energie und Ausstrahlung. Die Gefühlsübertragung auf das Publikum ist augenblicklich spürbar. Brenda Boykin spielt nicht nur mit ihrem Stimmumfang, der locker über drei Oktaven reicht, sondern auch mit den Musikern und dem Publikum. Federleichter Groove und Vocal-Jazz mit einer fantastischen Interpretin, die ihren Wurzeln stets treu bleibt.

Die Band, alles herausragende Solisten, bildet ein starkes Kollektiv, setzt leuchtende Klangfarben und begleitet die US-amerikanische Sängerin mit überraschenden Improvisationen und musikalischen Zwiesprachen. Die Chemie stimmt. Thomas l’Etienne und Uli Wunner reissen als «Creole Clarinets» das Publikum zu Beifallsstürmen hin.

Der volle Ton ihrer Instrumente bringt bei hohen Tempi «Drive» und leidenschaftliche Kraft, während ihr verhaltenes Spiel bei langsamen Nummern melodisch und von lyrischer Schönheit erstrahlt. Ebenso wie die glasklaren Trompetenklänge von Christian Rien.

Musik aus der Geburtsstadt

Wippende Füsse, klatschende Hände und die Lust am Mittanzen zeugen von der elektrisierenden Atmosphäre. Etwa, als die Besucher bei «Jambalaya» mitsingen und die kleinste kreolische Band, bestehend aus Piano und zwei Saxofonen, einen Boogie-Woogie spielt.

Gänsehautstimmung verbreitet sich, wenn Brenda Boykin in Zwiesprache mit Jan Luley einen Gospel interpretiert. Nach einer Standing Ovation verabschieden sich die Musiker mit dem New-Orleans-Klassiker schlechthin, der legendären «Bourbon Street Parade».

Langenthaler Tagblatt

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