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Aufbruchstimmung im Kunsthaus

25 Jahre hat Christoph Zehntner den Kunstverein Oberaargau präsidiert. Unter Katia Masson-Gallucci übernimmt jetzt ein verjüngter Vorstand.

Der ehemalige Präsident Christoph Zehntner und seine Nachfolgerin Katia Masson-Gallucci.
Der ehemalige Präsident Christoph Zehntner und seine Nachfolgerin Katia Masson-Gallucci.
Christian Pfander

Ein paarmal schon hatte Christoph Zehntner auf den Generationenwechsel hingewiesen, der da vonstatten gehe im Trägerverein hinter dem Kunsthaus Langenthal. Nach und nach haben die älteren Akteure im Vorstand des Kunstvereins Oberaargau in den letzten Jahren jüngeren Kräften Platz gemacht. Jetzt ist mit dem Präsidenten auch der letzte Vertreter der «alten Garde» zurückgetreten. Ein Vierteljahrhundert hat Zehntner den Kunstverein geführt. Nun hat der inzwischen 64-Jährige das Szepter der 24 Jahre jüngeren Katia Masson-Gallucci übergeben.

Es sei ein bisschen ein Gefühl, als lasse man ein Kind gehen, wandte sich Zehntner am Dienstag anlässlich der Hauptversammlung des Kunstvereins an die Anwesenden. Tatsächlich hat er das 1993 eröffnete Kunsthaus quasi aufwachsen sehen. Das verdeutlichten im Anschluss an die Versammlung ehemalige Weggefährten Zehntners im Vorstand. In Anekdoten zeichneten sie das Bild jenes «jungen Arztes mit dem seltsamen Dialekt», der da Mitte der 1990er-Jahre plötzlich aufgetaucht sei in Langenthal und das Kunsthaus und seine Akteure seither so stark unterstützt habe. «Wir haben nicht immer alles verstanden, was er uns sagen wollte», so Max Hari. Und doch sei es Zehntners Engagement und Führungsstil zu verdanken, dass das Haus heute so gut positioniert sei.

Schritt für Schritt

Das unterstreicht auch seine Nachfolgerin Katia Masson, die 2013 als eine der ersten Vertreterinnen der jüngeren Generation in den Vorstand kam. «Wir können heute davon profitieren, dass alles so gut läuft», verweist sie nicht nur auf eine solide finanzielle Situation, sondern auch auf die Eingewöhnungszeit, die der schrittweise Generationenwechsel den Jüngeren ermöglicht habe. «Wir konnten zuerst einmal schauen, wie alles funktioniert», sagt Masson.

Wohlwissend, dass mit dem Ausscheiden Zehntners als letztem Alteingesessenen auf ihr junges Team nun auch neue Herausforderungen zukommen. Denn nicht nur die Akteure im Vorstand sind über die Jahre mit dem Verein und dem Haus älter geworden, sondern auch die Mitglieder, Gönner und Helfer. Und nicht alle, die sich vom Kunsthaus einmal angesprochen fühlten, haben auch dessen stete Entwicklung als positiv empfunden. Es werde eine grosse Aufgabe des Vorstands sein, alte Unterstützer zu halten und zugleich neue zu finden, sagt Katia Masson. «Ideen sind vorhanden», verweist sie etwa auf die Absicht, wieder vermehrt Anlässe zu organisieren für Vereinsmitglieder.

Auch an der Motivation mangle es dem neuen Gremium nicht. «Das Kunsthaus geniesst schweizweit einen guten Ruf», weiss die neue Präsidentin. Das werde ihr bei ihrer beruflichen Tätigkeit als Mangerin in der Galerie Bischoff & Partner im Berner Progr und als Kunstvermittlerin im Museum Franz Gertsch in Burgdorf immer wieder bewusst. Diese Aussensicht vermehrt auch im Oberaargau wieder ins Bewusstsein zu rücken, sei denn auch das erklärte Ziel des neuen Vorstands.

Keine Einzelkämpferin

Wobei sich die neue Präsidentin nicht etwa als Einzelkämpferin verstandenwissen will. Der Rückhalt des gesamten Vorstandes sei ihre Bedingung gewesen, damit sie das Amt übernehme. Im Wissen darum, diesen zu haben, freue sie sich nun aber sehr auf die neue Aufgabe. «So fägts.» Auch für Christoph Zehntner. Ein Stein sei ihm vom Herzen gefallen, zeigte er sich an der Versammlung über seine Nachfolgerin sichtlich erfreut. Es laufe nicht immer alles rund, gab er dieser mit auf den Weg. Aber man habe es doch bis zu einem gewissen Grad in der Hand, es rund zu kriegen.

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