Amiet-Hesse-Weg ist auf dem Weg

Seeberg/Ochlenberg

Acht Stelen entlang des geplanten Kunst- und Kulturwegs von Seeberg und Ochlenberg illustrieren dasWirken von Cuno Amiet und Bruno Hesse. In diesem Jahr soll er realisiert werden.

Auch bei der «Luftröhre» haben sowohl Cuno Amiet als auch Bruno Hesse gemalt. An dieser Stelle sowie an sieben weiteren Orten zeigen Metallstelen ihr Wirken entlang des Amiet-Hesse-Wegs.

Auch bei der «Luftröhre» haben sowohl Cuno Amiet als auch Bruno Hesse gemalt. An dieser Stelle sowie an sieben weiteren Orten zeigen Metallstelen ihr Wirken entlang des Amiet-Hesse-Wegs.

(Bild: Thomas Peter)

Chantal Desbiolles

Den Blick in die Weite richten, die Umgebung wahrnehmen wie einst Bruno Hesse und Cuno Amiet und mehr über die beiden und ihr Werk erfahren: Dieses Erlebnis will ein Kunst- und Kulturweg zu Ehren der beiden Kunstmaler möglich machen. Sowohl der Sohn des Literaturnobelpreisträgers Hermann Hesse als auch sein Gastgeber und Lehrmeister bannten die Natur und das Leben rund um die Oschwand auf Leinwand.

Der Amiet-Hesse-Weg spürt ihnen nach und zeigt ihre Werke an jenen Stellen, wo sie entstanden sind. Auf sechseckigen Stelen aus Metall und über ein Landschaftsfenster werden an acht markanten Orten die Maler und ihre Werke Spaziergängern nähergebracht. «Es sind quasi Amuse-Bouches, die das Wichtigste erzählen», sagt Projektleiter Beat Hugi. Gleichzeitig wird unter anderem auf eine Webseite mit weiteren Informationen verwiesen.

Diese Infos könnten leider des schlechten Mobiltelefonempfangs wegen nicht überall vor Ort angefragt werden, bedauert Hugi. «Sie dienen also vor allem der Vor- und Nachbereitung.»

Zwei verschiedene Routen

Geplant sind zwei Touren, eine längere und eine kürzere. Letztere nimmt rund eineinhalb Stunden in Anspruch. Sie führt durch die Holle hinaus nach Oschwand, am Heidetenwald entlang nach Spych und über den «Bögli­Hoger» und den Friedhof ­Oschwand mit den Grabstätten von Amiet und Hesse zurück nach Oschwand.

Die längere Variante lässt durch den Mutzgraben, das Baschiloch, über Juchten und die sogenannte Luftröhre nach Oschwand und Spych wandern (Zeitbedarf: 3 bis 4 Stunden). Beide Routen haben ihren Ursprung in Riedtwil, bei der Bushaltestelle Bahnhof. Auch führen sie beide am früheren Atelier und Wohnhaus Amiets vorbei, das die Erben des Kunstmalers als Begegnungsort herzurichten im Begriff sind (wir berichteten).

Ausserhalb der Bauzone

Die (Teil-)Eröffnung dieses Kulturplatzes Cuno Amiet wie auch die vorgesehene Eröffnung des Amiet-Hesse-Wegs wurde allerdings verzögert. Statt im Frühjahr 2015 rechnet Beat Hugi nun mit einem Gesamtbauentscheid gemäss dem Verfahrensprogramm des Regierungsstatthalteramts im März 2016.

Der Rundgang wird zwar mehrheitlich auf bestehenden Wanderwegen eingerichtet, liegt aber teils ausserhalb der Bauzone. Die Standorte der Infostelen tangieren zudem gesetzlich festgeschriebene Minimalabstände. Derzeit liegt daher das dazugehörige Baugesuch öffentlich auf.

Ausstellung zur Eröffnung

Einige Einzelheiten stecken noch in der Planungsphase. So sollen unterwegs als Orientierungshilfe auch Infopfeile in Zusammenarbeit mit den Berner Wander­wegen angebracht werden.

Zur Eröffnung des Wegs werden im Rahmen einer dreiwöchigen Ausstellung Bilder von Hesse und Amiet aus Privatbesitz im Schulhaus ­Oschwand gezeigt. Es handle sich dabei um Sujets aus der Region, die man sonst nicht zu sehen bekomme, verspricht Beat Hugi. Darunter seien auch Originale jener Bilder, die auf den Stelen abgebildet sind.

Der Zeitpunkt der Eröffnung hängt laut Hugi von der Zustimmung der Behörden ab. «Wunderbar, wenn wir es bis Frühsommer schaffen. Es kann aber je nach Verdikt auch Frühherbst werden.»

Die Finanzierung für das gemeinsame Projekt der Gemeinden Ochlenberg und Seeberg ist laut Hugi gesichert. Soeben wurde auch der Verein Pro Amiet-Hesse-Weg gegründet. Bisher hat Hugi 72'500 Franken zusammenbekommen, die Weg, Webseite, Promotion und Ausstellung absichern. Auch die Gemeinden Herzogenbuchsee und Langenthal haben einen Beitrag gesprochen. 20'000 Franken schiesst der Lotteriefonds des Kantons Bern zu, 10'000 Franken der Kanton Solothurn.

Auch diverse Stiftungen unterstützen das Projekt sowie vereinzelt auch Private. Um weitere Private miteinbeziehen zu können, plant der Projektleiter ausserdem eine Crowdfunding-Aktion. Schliesslich sind Bezüge zu anderen Kunstschaffenden und berühmten Persönlichkeiten auf der Oschwand möglich und vorgesehen, den Weg neu zu bespielen.

Berner Zeitung

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