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Am Bahnhof Langenthal ist es ungemütlich

Bei und in der Unterführung am Bahnhof Langenthal wurden innert kurzer Zeit zweimal Passanten überfallen. Der Stadtpräsident und die Kantonspolizei gehen von Einzelfällen aus.

Ragulan Vivekananthan
Angerempelt, bedroht und beraubt: In der Langenthaler Bahnhofunterführung wurde ein Passant Opfer eines Überfalls.
Angerempelt, bedroht und beraubt: In der Langenthaler Bahnhofunterführung wurde ein Passant Opfer eines Überfalls.
Thomas Peter

Der Bahnhof in Langenthal mutiert zu einem Sorgenkind. In jüngerer Vergangenheit wurden Passanten von Unbekannten angegangen, bedroht und beraubt. So wurden im November zwei Personen in der Bahnhofsunterführung von einer Gruppe junger Leute tätlich angegriffen und ausgeraubt. Und vor zwei Wochen war ein Mann im Bereich der Verzweigung Bahnhofstrasse/Ringstrasse Opfer einer Pfeffersprayattacke.

Auch ihm wurde Bargeld entwendet.Zu denken gibt insbesondere der Zeitpunkt, in denen sich die Fälle ereigneten. Die Übergriffe fanden am späten Nachmittag respektive am frühen Abend statt. Eine gewisse Besorgnis macht sich daher in der Bevölkerung breit. Der Bahnhof wird rege genutzt, die Gefahr, überfallen zu werden, betrifft viele. Im Durchschnitt wird die Anlage täglich von 9000 Zu- und 6000 Wegpendlern frequentiert.

Der Gemeinderat hofft

Dem neu gewählten Stadtpräsidenten Reto Müller ist das Problem bekannt: «Wir haben von den Vorfällen Kenntnis genommen», sagt er. Nach beiden Angriffen sei die Polizei eingeschaltet worden. Auch politisch wurde das Thema offenbar bereits aufgegriffen. Der Gemeinderat stütze sich im Zusammenhang mit der Sicherheit der Bevölkerung auf die strategischen Ziele und Massnahmen seines Sicherheitskonzepts.

«Überfälle sollen durch Prävention vermieden werden», sagt Müller. Im Moment geht der Gemeinderat davon aus, dass es sich um zwei bedauerliche Einzelfälle gehandelt habe. Deshalb seien bislang keine weiteren politischen Massnahmen diskutiert worden. Doch sei sich die Exekutive der Problematik bewusst und hoffe, dass sich die Vorfälle nicht häufen würden.

«Für präventive Polizeieinsätze ist der Gemeinderat an den Ressourcenvertrag mit der Kantonspolizei gebunden.»

Stadtpräsident Reto Müller

Regina Aeberli von der Medienstelle der Kantonspolizei Bern schlägt in die gleiche Kerbe. «Wir haben Kenntnis von beiden Fällen. Die Ermittlungen sind im Gang.» Im Fall aus der Bahnhofunterführung konnte die Polizei im Dezember einen der Täter identifizieren. Ein 18-jähriger Schweizer gab zu, am Raub beteiligt gewesen zu sein. Er wird sich vor der Justiz zu verantworten haben.

Eine Frage des Verhandelns

Seit die Stadtpolizei in Langenthal aufgehoben wurde, kann die Regierung nicht mehr direkt ­Einfluss nehmen auf die polizeilichen Aktivitäten. «Für präventive Polizeieinsätze ist der Gemeinderat an den Ressourcenvertrag mit der Kantonspolizei gebunden.» Es müsse immer wieder mit ihr verhandelt werden, wie intensiv und wo zum Beispiel Patrouillen stattfinden sollen, erklärt Müller.

«Wir sind regel-mässig am Bahnhof präsent.»

Regina AeberliMediensprecherin der Kapo

Der Gemeinderat habe sich stets dafür eingesetzt, dass die Polizei auch oft zu Fuss und per Velo am Bahnhof und überhaupt in der Stadt anzutreffen sei, um präventiv zu wirken und Sicherheit zu vermitteln. «Dieses Anliegen werden wir in den nächsten Verhandlungen ­sicherlich wieder vorbringen», sagt der Stadtpräsident. Dazu sagt die Polizeisprecherin: «Wir sind im Rahmen der Grundversorgung regelmässig am Bahnhof präsent.»

Neben dem Ressourcenvertrag leistet sich die Stadt ein Sicherheitsprojekt der regionalen Kinder- und Jugendfachstelle. Deren Mitarbeiter sind im öffentlichen Raum präsent und sprechen Personen mit auffallendem Verhalten an. Auch mit der Polizei ­stehen sie in Kontakt. «Wir versuchen mit dem Geld, das wir investieren, die bestmögliche Leistung zu erhalten», so Reto Müller. Es sei ein ständiges Aushandeln. Die Sicherheit in Langenthal stehe beim Gemeinderat aber ganz weit oben auf der Prioritätenliste.

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