Altes Spital im Gespräch als Asylunterkunft

Niederbipp

Auf der Suche nach Unterkünften für Flüchtlinge liegt der Ball derzeit bei den Gemeinden. Einen konkreten Vorschlag liefert mit dem alten Spital der SRO AG die Gemeinde Niederbipp.

Seit letztem Frühling ungenutzt: Das alte Spital in Niederbipp.

Seit letztem Frühling ungenutzt: Das alte Spital in Niederbipp.

(Bild: Robert Grogg)

Kathrin Holzer

Die Suche nach Unterbringungsmöglichkeiten für Asylsuchende hält an. Die 32 Kollektivunterkünfte im Kanton seien belegt beziehungsweise überbelegt und könnten die vom Bund zugewiesenen Personen nicht mehr aufnehmen, informierte gestern die Polizei- und Militärdirektion.

Eine konkrete Idee zur Unterbringung von Flüchtlingen äussert jetzt die Gemeinde Niederbipp: Sie sei bei der Spital Region Oberaargau (SRO) AG vorstellig geworden mit der Frage, «ob eine Nutzung des alten Spitals als Asylunterkunft möglich wäre», sagt Geschäftsleiter Thomas Reber.

«Wir möchten nicht in die Situation kommen, dass uns aufdoktriniert wird, wann und wie viel Asylsuchende wir aufnehmen müssen», erklärt er. Lieber werde man von sich aus aktiv.

Eine Frage der Kompatibilität

Das alte Spital steht seit dem Umzug der Dahlia Oberaargau AG ins Gesundheitszentrum Jura Süd leer. Es sei eine der wenigen Möglichkeiten, die die Gemeinde für die Unterbringung von Flüchtlingen sehe, sagt Reber.

Auch die Zivilschutzanlagen kämen allenfalls infrage. Bei diesen würden aber teils Heizung und Küche fehlen. Ob das alte Spital den Anforderungen an eine Flüchtlingsunterkunft genügt, muss allerdings erst geprüft werden.

«Die Anfrage der Gemeinde liegt vor», bestätigt SRO-Verwaltungsratspräsident Werner Meyer. Die SRO werde nun mit der Gemeinde und dem Kanton prüfen, ob die Ansprüche des Asylwesens mit den eigenen Nutzungsideen kompatibel seien – heisst: ob eine Zwischennutzung als Asylunterkunft zeitlich Sinn machen würde. Eine interne Projektgruppe setze sich derzeit mit der künftigen Nutzung des alten Spitals auseinander.

Warten auf die Taskforce

Konkrete Ideen brachten in Langenthal mit der Truppenunterkunft oder den Zivilschutzanlagen mehrere SP-Stadträte aufs Tapet. Abklärungen seien im Gang, sagt Stadtpräsident Thomas Rufener (SVP). Dabei gehe es aber in erster Linie um die Beantwortung der Vorstösse.

Grundsätzlich wolle der Gemeinderat jetzt nicht im Alleingang aktiv werden, sondern zuwarten, verweist Rufener auf die Absichten des Verbands bernischer Gemeinden (VBG), als dessen Präsident er amtet.

Vor den Herbstferien hat der VBG den Kanton aufgefordert, die Gemeinden bei der Unterbringungsfrage zu unterstützen, eine Taskforce zu bilden und die Regierungsstatthalter mehr einzubeziehen.

Die Grösse der Unterkünfte stellt auch Huttwils Gemeindepräsident Hansjörg Muralt (SVP) infrage. «Wir prüfen, ob wir erreichen könnten, was der Kanton möchte.» Nicht involviert ist die Gemeinde beim Sportzentrum, das Besitzer Markus Bösiger als mögliches Asylzentrum ins Spiel gebracht hatte.

Berner Zeitung

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt