Abfallsünder verursachen Ärger und Kosten

Littering oder das illegale Entsorgen von grösseren Mengen Abfall ist in vielen Gemeinden des Oberaargaus ein Problem. Dagegen vorzugehen, ist schwierig.

Bereits 10 Autoreifen?sind im Wald keine Augenweide. In Bannwil musste die Gemeinde Ende letzten Jahres jedoch sogar 200 davon entsorgen.

Bereits 10 Autoreifen?sind im Wald keine Augenweide. In Bannwil musste die Gemeinde Ende letzten Jahres jedoch sogar 200 davon entsorgen. Bild: zvg

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Mit dem, was im Wald auf Bannwiler Gemeindegebiet bereits alles entsorgt worden ist, könnte eine Wohnung eingerichtet werden: Matratzen, Tresore und eine alte Restaurantküche wären zum Beispiel schon mal vorhanden. In Letzterer könnte sogar mit Zwiebeln und Käse gekocht werden, denn grosse Mengen davon wurden auch schon auf Bannwiler Waldboden deponiert.

Mit der illegalen Entsorgung von Abfall im öffentlichen Raum sparen sich die Täter die Gebühren, bereiten jedoch der betroffenen Gemeinde viel Ärger. So mussten in Bannwil Ende letzten Jahres 200 alte Autopneus aus dem Wald entfernt werden, was die Gemeinde über tausend Franken für Entsorgungsgebühren und Personalaufwand kostete.

In jedem Fall Strafanzeige

Identifizieren könne man die Abfallsünder praktisch nie, sagt Markus Friedli, Bauverwalter und stellvertretender Gemeindeschreiber von Bannwil. Aber die Gemeinde erstatte in jedem Fall Strafanzeige. Das empfiehlt auch Jacques Ganguin, Vorsteher des kantonalen Amts für Wasser und Abfall. Denn kann die Polizei einen Abfallsünder ausfindig machen, wird dieser mit einer Busse zur Kasse gebeten.

Oftmals deckt diese jedoch die für die Gemeinde angefallenen Kosten nicht. Deshalb wird jeweils zusätzlich der unrechtmässig erlangte Vermögensvorteil berechnet. Der Täter muss dann für denjenigen Betrag aufkommen, den er durch falsches Entsorgen von Abfall zu umgehen versucht hat.

Zweites Problem: Littering

Sobald es draussen wieder wärmer wird, tritt in Bannwil auch Littering – das Liegenlassen von Kleinabfällen – vermehrt auf. Besonders nach schönen Wochenenden liegen an den Aareufern viele Bierflaschen, Essensverpackungen oder Zeitungen, die vom Feuermachen übrig geblieben sind.

Attiswil sieht sich ebenfalls seit Jahren mit Littering konfrontiert. «Auch wenn neben einer Sitzbank ein Abfalleimer steht, werfen viele Leute ihren Müll einfach über die Schulter auf den Boden», erzählt Gemeindeschreiberin Christine Käser. In Attiswil seien das Gebiet um die Kiesgrube und der Wald stark von Littering betroffen. Besonders schlimm sei es aber im Raum Bettlerküche, so Käser. Deshalb bezahlt die Gemeinde seit zwei Jahren jemanden, der einmal pro Woche in diesem Gebiet den Abfall einsammelt.

Im Gegensatz zum illegalen Entsorgen von grösseren Mengen Abfall gehe es beim Littering nicht primär um das Loswerden von Müll, weiss Jacques Ganguin. «Ähnlich wie Vandalismus ist Littering ein missbräuchliches Verhalten im öffentlichen Raum, bei dem Abfall nachlässig liegen gelassen wird», erklärt er.

Nicht überall liegt jedoch gleich viel Abfall am Boden. In Wangen an der Aare geschieht Littering momentan «in normalem Rahmen», wie Gemeindeschreiber Peter Bühler erklärt. Die Gemeinde nimmt jeweils am nationalen Clean-up-Day teil und organisiert eine lokale Aufräumaktion. Ausserdem arbeitet sie mit dem Fussballclub Wangen zusammen, dessen Junioren zweimal jährlich das Gemeindegebiet durchkämmen. So wolle man einerseits den Boden sauber halten, andererseits die Jugendlichen sensibilisieren, sagt Bühler.

Auch Madiswil ist zurzeit nicht sehr stark von Littering betroffen. «Vor allem an den Strassenrändern liegt aber Abfall von vorbeifahrenden Autofahrern», erzählt Bauverwalter Peter Müller.

40 bis 100 Franken Busse

«Man weiss nicht genau, wie man das Phänomen Littering angehen kann», sagt Jacques Ganguin. Seit 2003 müssen Abfallsünder im Kanton Bern eine Busse von 40 bis 100 Franken bezahlen, wenn sie von der Polizei oder anderen vereidigten Personen auf frischer Tat ertappt werden. Das ist aber selten der Fall. Mit Littering­bussen erhoffe man sich primär einen präventiven Effekt, so ­Ganguin.

Littering ist auch im Oberaargau ein weit verbreitetes Problem. Von illegalen Abfallentsorgungen sind dagegen nicht alle betroffen. Attiswil, Wangen und Madiswil werden damit selten konfrontiert. (Berner Zeitung)

Erstellt: 09.05.2016, 06:07 Uhr

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