Zen prägt ihren Blick durch die Linse

Lotzwil

Im Kunstkreis 49 zeigen sieben regionale Künstlerinnen ihre Interpretationen zum Thema «Fotografie im Zen». Initiiert wurde die Gruppenausstellung von der Langenthaler Fotografin Doris Kuert.

Bereiten ihre Ausstellung vor (v.l.): Dagmar Derbort, Sibylle Lehmann-Kuert, Lenka Reichelt und Regina Brierley. Von den Ausstellerinnen fehlen Doris Kuert, Brigitte Mathys und Susanne Lemberg.

Bereiten ihre Ausstellung vor (v.l.): Dagmar Derbort, Sibylle Lehmann-Kuert, Lenka Reichelt und Regina Brierley. Von den Ausstellerinnen fehlen Doris Kuert, Brigitte Mathys und Susanne Lemberg.

(Bild: Thomas Peter)

«Zen ist eine Lebensphilosophie, keine Religion», hält Doris Kuert fest. «Dabei geht es nicht darum, Ziele zu erreichen oder auf der Suche zu sein, sondern darum, im gegenwärtigen Augenblick zu leben, zu handeln und zu empfinden.» Doris Kuert ist die Initiantin der neuesten Ausstellung im Kunstkreis 49 in Lotzwil.

Weil die Langenthalerin beruflich kurzfristig nach Venedig musste, sind ihre ausdrucksstarken und geheimnisvollen Bilder noch nicht gehängt. Doch vier der sieben Fotokünstlerinnen sind bereits geschäftig am Vorbereiten der Ausstellung. Man bespricht, ob an der Vernissage ein Video und Musik abgespielt werden sollen. Die meisten Frauen haben sich vorher nicht gekannt, finden aber die Idee einer Gruppenausstellung genial.

Dagmar Derbort steht mit dem Hammer in der Hand auf der Leiter und erhält spontan Unterstützung beim Hängen der Bilder. Gerahmt im Eichenholz, kommt ein filigraner Eichenast besonders schön zur Geltung. Ihre Bilder auf Büttenpapier erinnern an japanische Tuschezeichnungen. «Sie entstehen im Gummidruck, einem fotografischen Edeldruckverfahren. Diese Technik entspricht dem Zen-Gedanken aus dem Moment heraus», erklärt die Fotografin aus Madiswil.

Wertfreie Wahrnehmung

Eine von Zen inspirierte Haltung verändert das Fotografieren. In der Stille und in unvoreingenommener Wahrnehmung im Moment des Fotografierens entstehen unerwartete, faszinierende Bilder. «Zen-Kunst ist wertfrei, ebenso die Betrachtungsweise», betont Sibylle Lehmann-Kuert. Sie ist die Tochter von Doris Kuert und hat eine Baumreihe im Winter als Bilderserie fotografiert. «Dabei habe ich versucht, die Stille einzufangen und alles Unnötige wegzulassen. Das Motiv blieb sich gleich. Durch das Schwenken der Kamera ist jedes Bild anders, mystisch und voller Poesie.

Beruhigendes Flaschengrün

Unmittelbar daneben präsentiert Regina Brierley aus Langenthal, ihre Werke. Sie hatte die originelle Idee, Pflanzen in ihrem Garten durch eine bauchige Mostflasche hindurch abzulichten. Das verschwommene Flaschengrün wirkt beruhigend und harmonisch. Gedruckt auf klassischem Barytpapier, ist die Silhouette einer Dahlie oder einer Dillblüte zu erkennen.

Eigens für diese Ausstellung fotografierte Lenka Reichelt mit einer Camera obscura (Lochkamera). «Ungewöhnlich ist, dass man nicht weiss, was man fotografiert», erklärt die Fotografin aus Zuchwil, Solothurn, und präsentiert ein vielseitiges, spannendes Spektrum von Schwarzweissfotografien.

Vernissage: Sonntag, 6.September, 11 Uhr. Die Fotokünstlerinnen Brigitte Mathys (Langenthal), Lenka Reichelt (Zuchwil), Dagmar Derbort (Madiswil), Sibylle Lehmann-Kuert (Läufelfingen), Regina Brierley (Langenthal), Susanne Lemberg (Zofingen) und Doris Kuert (Langenthal) sind anwesend. Öffnungszeiten: jeweils Donnerstag bis Sonntag 14 bis 17 Uhr. Bis 25.September. Bahnstrasse 3, Lotzwil.

Berner Zeitung

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