Rütschelen

Wird das Schirm-Stöpple fortgesetzt?

RütschelenSeit fünf Jahren existiert im Dorf ein sympathisches und unbürokratisches Mitfahrsystem namens Rütsch-mit. Nun will der Gemeinderat über dessen Fortführung befinden. Wie beliebt das Angebot ist, soll eine Umfrage zutage fördern.

Ende 2011 stellten Gemeindepräsident Stefan Herrmann (links) und sein Vizepräsident Fritz Kurth das Mitfahrsystem mit dem Schirm vor.

Ende 2011 stellten Gemeindepräsident Stefan Herrmann (links) und sein Vizepräsident Fritz Kurth das Mitfahrsystem mit dem Schirm vor. Bild: rgw

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

«Jetzt sind Sie gefragt!» – der Aufruf der Gemeindeverwaltung Rütschelen ist unmissverständlich: Die Einwohnerinnen und Einwohner des 570-Seelen-Ortes sollen gegenüber den örtlichen Behörden kundtun, ob das Mitfahrsystem mit dem pfiffigen Namen Rütsch-mit weitergeführt werden soll.

Auf der Website der Gemeinde konnte eine Umfrage ausgefüllt werden. Rütsch-mit? Das Wortspiel ruft Erinnerungen wach: Vor fünf Jahren rief die Gemeinde nach einer einjährigen Testphase ein neues Angebot ins Leben – für Menschen aus dem Dorf, die gerne mit dem Auto eines mobilen Mitbürgers mitfahren möchten.

Um etwa zum Einkaufen nach Langenthal zu gelangen oder um nach Feierabend vom Bahnhof Lotzwil aus wieder ins Dorf zurückzukehren. Denn: Rütschelen liegt – obwohl nur wenige Kilometer von Langenthal entfernt – etwas abgelegen in hügeligem Gelände. Die Ortschaft ist nach wie vor nicht ans öffentliche Verkehrsnetz angeschlossen.

Die vernetzten «Mitrütscher»

Rütsch-mit verhalf gewissen Einwohnerinnen und Einwohnern auf einfache und schnelle Weise zu mehr Mobilität: Ausgerüstet mit einem knallroten Schirm, konnten sie sich an den Wegrand stellen oder die Strasse entlanglaufen. Näherte sich alsdann ein Fahrzeug, diente der Schirm als Signal zum Autostopp.

Ausgedrückt wurde damit: Ich bin Rütscheler, ich will «mitrütschen». Die roten Schirme mit dem Bären des Rütscheler Wappens verteilte die Gemeinde vor der definitiven Einführung des Systems an die über zweihundert Haushalte.

Wer sich das Angebot in den letzten Jahren zunutze machte, wurde automatisch Teil eines Netzwerks. Ein Netzwerk, das Vertrauen schafft. Und damit einen grossen Vorteil hat gegenüber dem anonymen Auto­stoppen.

Schirmvorrat geht zur Neige

Für die Gemeinde ist der fünfjährige Betrieb ein kleines Jubiläum. Nach dieser Zeit will der Gemeinderat von der Bevölkerung nun wissen, ob das ungewöhnliche Mitfahrsystem eine Fortsetzung erfahren soll. «Der Vorrat an roten Schirmen geht zur Neige, und der Gemeinderat muss entscheiden, ob das Angebot weitergeführt werden soll», heisst es auf der Website von Rütschelen.

Ebenfalls online konnte letzte Woche eine Umfrage ausgefüllt werden. Sie umfasst vier kurze Fragen und zwei Kommentarfelder. Teilnehmer sollen unter anderem angeben, wie oft sie in den letzten zwei Jahren «mitgerütscht» sind – egal, ob als Fahrgast oder als Fahrer. Am Sonntag war die Umfrage online schliesslich nicht mehr verfügbar.

Nach Ablauf einer Frist werde die Umfrage ausgewertet, heisst es bei der Gemeindeverwaltung. Die Resultate sollen sodann im Mai dem Infoblatt entnommen werden können – vor der Gemeindeversammlung. Diese findet am Montag, 29. Mai, statt. (Berner Zeitung)

Erstellt: 02.04.2017, 17:42 Uhr

Artikel zum Thema

Wie die heile Welt entwickeln?

Rütschelen Die 570-Seelen-Gemeinde macht sich Gedanken zur Ortsplanung. Einzonungen sind kein Thema. Eher gehts ­darum, die historischen Teile klug zu ergänzen. Mehr...

Begegnung wird gross geschrieben

Rütschelen Nach der Baby- und der Sommerpause bieten Barbara ­Ledermann und Isla Hämmerle in ihrem Dorfhuus wieder verschiedene ­Aktivitäten an. Mehr...

Restaurant weicht Generationenhaus

Rütschelen Der Gasthof Löwen und die frühere Grottebar in Rütschelen werden zum Dorfhuus: unter vielem anderem eine WG für jung gebliebene Senioren und Junge – aber auch für die Besitzer Coni und Stefan Schuster. Mehr...

Paid Post

Freizeit und Reisen

Viele Ausflugsziele für den «goldenen Herbst» finden Sie in der aktuellen SBB Zeitungsbeilage «Freizeit und Reisen».

Kommentare

Blogs

Von Kopf bis Fuss Die Schönheit zum Schlucken boomt

Beruf + Berufung «9 to 9» statt «9 to 5»

Service

Von Kino bis Festival

Finden Sie hier die schönsten Events in unserer Region.

Die Welt in Bildern

Kultur für Kleine: In Dresden öffnet die erste Kinderbiennale in Europa. Anders als sonst im Museum, kann und darf hier selbst gestaltet und mitgemacht werden. (21. September 2018)
(Bild: Sebastian Kahnert/dpa) Mehr...