Wieder eine Ausnahme beim Mehrweggeschirr

Langenthal

Auch an der SCL-Meisterfeier war vornehmlich Einweggeschirr im Umlauf. Der Statthalter führt die Kurzfristigkeit und die Frage der Verhältnismässigkeit ins Feld.

An den Bars und an den Festtischen waren am Samstag auf dem Wuhrplatz Plastikbecher die Regel.

An den Bars und an den Festtischen waren am Samstag auf dem Wuhrplatz Plastikbecher die Regel.

(Bild: Marcel Bieri)

Schon bei der Fasnacht hat der Regierungsstatthalter ein Auge zugedrückt. Hat Marc Häusler den Organisatoren erlaubt, noch einmal Einweggeschirr in Umlauf zu bringen während des fünftägigen Narrenfestes in Langenthals Gassen. Die neue kantonale Regelung, die seit dem 1. Januar bei öffentlichen Anlässen ab 500 Besuchern den Einsatz von Mehrweggeschirr verlangt, könne von den Veranstaltern in so kurzer Zeit nicht umgesetzt werden, begründete Häusler damals seinen Entscheid. Und ganz ähnlich tönt es auch jetzt wieder, im Nachgang zur Meisterfeier des SC Langenthal.

Mehrere Tausend Fans haben sich letzten Samstag im Stadtzentrum versammelt, um zuerst in der Marktgasse und danach auf dem Wuhrplatz ihren Helden zu huldigen. Dass viel ausgeschenkt wurde an den verschiedenen mobilen Bars der Beizen rund um den Platz, versteht sich von selbst. Wer erwartet hatte, dass dabei nun Mehrwegbecher zum Einsatz kommen, wurde indes eines Besseren belehrt: Der Grossteil der Standbetreiber servierte die Getränke im normalen Plastikbecher.

Keine echte Alternative

Man habe die Feier in nur gerade sechs Tagen geplant, sagt Peter Zulauf, Leiter Services beim SCL. Denn hätte der Verwaltungsrat entschieden, die Ligaqualifikation zu spielen, so hätte die Meisterfeier erst später stattgefunden. Deshalb habe der SCL beim Regierungsstatthalter bezüglich Mehrweggeschirrdie Ausnahmebewilligung beantragt. «Und wir haben diese sehr pragmatisch bewilligt», bestätigt Marc Häusler.

Zwar könne man durchaus argumentieren, dass die Organisatoren sich schon frühzeitig auf den Meisterfall sowie die damit verbundene Feier einstellen und entsprechend hätten vorbereiten können. Als Statthalter sei er letztlich aber einfach mit einem Gesuch konfrontiert. Über dieses habe man im konkreten Fall sehr schnell entscheiden müssen – vor dem Hintergrund der Kurzfristigkeit des Anlasses ebenso wie vor der Frage der Verhältnismässigkeit.

«Die Alternative wäre gewesen, dass die Meisterfeier nicht stattfindet», sagt Häusler. Was in diesem speziellen Fall keine echte Alternative gewesen wäre. Zumal die Möglichkeit, Ausnahmen zu bewilligen, auch nach neuer kantonaler Regelung immer bestehe.

Allerdings: Ausnahmen sollen es bleiben. Grundsätzlich werde von den Veranstaltern jetzt klar erwartet, Mehrweggeschirr einzusetzen, sagt der Statthalter. Dazu beitragen will auch die Stadt. An einem öffentlichen Infoanlass Ende Mai soll nun die neue Gesetzgebung erklärt und sollen an Praxisbeispielen aus Bern und Burgdorf Umsetzungsmöglichkeiten aufgezeigt werden.

Langenthaler Tagblatt

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