Aarwangen

Wie das Wasser in die Haushaltungen kommt

AarwangenDer WUL benötigt für das Pumpwerk Mumenthal eine neue Konzession. Doch weshalb braucht es diese überhaupt, und wem gehört eigentlich das Wasser, das wir tagtäglich beziehen?

Das Pumpwerk in Aarwangen-Mumenthal.

Das Pumpwerk in Aarwangen-Mumenthal. Bild: Thomas Peter

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Das Regenwasser versickert im Boden. Was nicht von den Pflanzen benötigt wird, landet tief unten auf einer undurchlässigen Schicht, meist auf Lehm oder Felsen. Dort fliesst es als träger Grundwasserstrom mit dem Gefälle. In Brunnen wird es gefasst, in ein Reservoir gepumpt und landet schliesslich beim Ver­braucher.

So weit, so gut. Aber so einfach, wie dies tönt, ist es nicht. Denn das Wasser gehört in der Schweiz den Kantonen, und nur diese können die Bewilligung zur Förderung erteilen. Diese erhalten vorwiegend die Gemeinden, Gemeindeverbände und einige Private wie Landwirte oder Baumschulen.

Beschränkte Pumpmengen

«Die Trinkwasserkonzessionen werden im Kanton Bern in der Regel für 40 Jahre ausgestellt», erklärt Oliver Schmidt, Geschäftsleiter des Gemeindeverbandes Wasserversorgung untere Langete (WUL), der die Gemeinden rund um Langenthal in deren Auftrag mit Wasser versorgt. «Die Wassermenge, welche gepumpt werden darf, ist beschränkt. Der Kanton sorgt damit für Nachhaltigkeit.»

Im Pumpwerk Mumenthal, für das der WUL per 1. Januar 2018 eine Erneuerung der Konzession beantragt, war die maximale Entnahmemenge bisher auf 1600 Liter in der Minute beschränkt. Neu soll sie auf maximal 2250 Liter erhöht werden. «Damit wären wir im regionalen Betrieb flexibler, zum Beispiel, um das Wasser über andere Leitungen als bisher zu leiten», erläutert Schmidt. Für die Konzession bezahlt der WUL dem Kanton Abgaben.

Schwankungen ausgleichen

Wie die Gemeinden die Was­serversorgung lösen, ist ihnen überlassen. Rund um Langen­thal haben sich elf Gemeinden zum WUL zusammengeschlossen. Dieser bezieht das Wasser über Pumpwerke im Hardwald in Langenthal, in Mumenthal (Aarwangen), der Mange (Roggwil) sowie von Madiswil. «Rund drei Viertel stammen aus Grundwasser, ein Vier­tel ist Quellwasser», erklärt Schmidt.

Der 44-jährige Umweltnaturwissenschaftler führt aus: «Das Grundwasser kommt in sehr guter Qualität aus dem Boden und benötigt keine Behandlung. Das Quellwasser wird zur Entkeimung vorsorglich mit UV-Licht behandelt.» Denn Quellwasser kann, weil es weniger lang in der Erde «gereinigt» wird, eher Keime mitführen.

Das Wasser wird anschliessend in höher gelegene Reservoire (zum Beispiel Buechwald, Moosrain und Rappechopf) gepumpt und zum Ausgleich der Tagesschwankungen zwischengespeichert. Von dort gelangt es via Leitungsnetz an die Endabnehmer.

Genug Wasser den Fischen

Um für das Pumpwerk Mumenthal eine neue Konzession zu erhalten, benötigt der WUL Ausnahmebewilligungen. «Das hat einerseits mit dem angrenzenden Naturschutzgebiet zu tun, andererseits mit den nahen Weihern und Bächen», sagt der WUL-Geschäftsleiter. «Mit einem hydrogeologischen Gutachten müssen wir beweisen, dass im Abstrom jederzeit genug Wasser bleibt und die Fische nicht auf dem Trockenen schwimmen.»

Das Gesuch für die Erneuerung und Änderung der Gebrauchswasserkonzession liegt noch bis zum 5. Mai in der Gemeindeverwaltung in Aarwangen auf. (Berner Zeitung)

Erstellt: 20.04.2017, 17:11 Uhr

Der WUL-Verband

Der Gemeindeverband Wasserversorgung untere Langete (WUL) wurde 1983 gegründet und umfasst heute Aarwangen, Bannwil, Bleienbach, Graben, Langenthal, Lotzwil, Madiswil-Gutenburg, Roggwil, Schwarzhäusern, Thunstetten und ­Wynau. Der Verband versorgt mehr als 33 000 Einwohner mit rund 9000 Kubikmetern Wasser (= 9 Millionen Liter Wasser) pro Tag. Das Leitungsnetz ist über 57 Kilometer lang.

Als nicht gewinnorientierter Verband darf der WUL weder Gewinne noch Verluste schreiben. Die Wasserverteilung und das Inkasso erfolgen durch die Wasserversorgungen der Gemeinden, die Wartung der Anlagen durch die Brunnenmeister der Gemeinden. iba

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