Tierschützer appellieren an die Gemeinde

Niederbipp

Am Sonntag findet in Niederbipp eine Reptilienbörse statt. Die Organisation Peta übt scharfe Kritik am Anlass.

<b>Verschiedenste Schlangen</b> werden zum Kauf angeboten: Bild von der Niederbipper Reptilienbörse 2015.<p class='credit'>(Bild: Olaf Nörrenberg)</p>

Verschiedenste Schlangen werden zum Kauf angeboten: Bild von der Niederbipper Reptilienbörse 2015.

(Bild: Olaf Nörrenberg)

«Tiere sind keine Ware.» Mit diesem Slogan wendet sich die Organisation People for the Ethical Treatment of Animals (Peta) via Medien an die Gemeinde Niederbipp: Sie soll künftig keine Flächen mehr für Veranstaltungen wie die Reptilienbörse zur Verfügung stellen.

«Aufsolchen Börsen werdensensible Exotenwie billiger Trödel verramscht. Händler geben zudem Tiere an Besucher ab, die sich spontan – und oft ohne jegliche Fachkenntnisse – für den Kauf der Exoten entscheiden», schreibt die Tierschutzorganisation in einer Mitteilung.

Daniel Schaub, Organisator der Niederbipper Reptilienbörse, reagiert gelassen auf die Vorwürfe: «Weil wir eine kleine Messe sind, haben wir keine Probleme mit schwarzen Schafen.» Als langjähriger Organisator kenne er viele der rund dreissig Aussteller persönlich – er habe Vertrauen zu seinen Leuten.

Suspekte Anmeldungen würde er gar nicht erst berücksichtigen. Exotische Tiere würden sie zudem nicht ohne weiteres an Besucher abgegeben. «Es findet immer erst ein Beratungsgespräch statt», sagt Schaub. Zum Kauf käme es oftmals gar nicht.

Weitere Durchführungen

Peta kritisiert in ihrem Schreiben weiter, dass die Tiere auf Exotenbörsen meist in winzige Plastikboxen gesperrt und immensem Stress ausgesetzt würden. Die grösseren Reptilien könnten nun mal nicht in ihrer Originalvitrine ausgestellt werden, sagt Schaub. «Aber auch an der Messe muss jedes Tier eine Rückzugsmöglichkeit in seiner Box haben.»

Der Niederbipper arbeitet bei Lorica in Zofingen, der schweizweit grössten Reptilienaufzuchtstation. Zudem besitzt er selber zwei Echsen und eine Schlange. Die Reptilienbörse findet heuer bereits zum 17. Mal im Räberhus statt. Schaub hofft auf weitere Durchführungen – obwohl die Besucherzahlen rückläufig seien.

Laut Thomas Reber, Geschäftsleiter der Gemeinde Niederbipp, hat man das Räberhus bisher ohne Bedenken für die Exotenmesse zur Verfügung gestellt. Man sei aber offen, das Ganze einmal genauer anzuschauen.

Protest ist am Sonntag in Niederbipp nicht zu erwarten: Von Peta werde niemand vor Ort sein, wie die Tierrechtsorganisation auf Anfrage bekannt gibt. Wichtiger sei es, im Vorfeld solcher Veranstaltungen auf das Unrecht aufmerksam zu machen. Das betreffe nicht nur die Messe in Niederbipp.

Langenthaler Tagblatt

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