Stadtgespräche und Pailletten

Langenthal

Die Gruppe Shnawaria lädt diese Tage zur «Gloria Kaballes Show». Es ist die letzte Produktion des Laientheaters im Kulturstall.

Charismatisch: Alain Fehlmann als Gloria Kaballes.

Charismatisch: Alain Fehlmann als Gloria Kaballes.

(Bild: Olaf Nörrenberg)

«Drei, zwei, eins, Shnawaria!», erklingt es mehrkehlig hinter dem schwarzen Vorhang hervor. Der Startschuss ist damit gefallen zu einer weiteren Theaternacht im Kulturstall Langenthal. Bereits zehn Jahre bringt die Laienspielgruppe Shnawaria mit Mitgliedern aus Langenthal und Um­gebung jährlich ein neues Projekt auf die Bühne. Mit der «Gloria Kaballes Show» nimmt sie ihre Zuschauer heuer mit auf eine emotionale Berg-und-Tal-Fahrt.

Shnawaria wäre jedoch nicht Shnawaria, wenn es jetzt einfach losgehen würde. Zuerst werden Regenmäntel ausgeteilt dazu, das Publikum zu wappnen für Michael Siegenthalers «Superprobe», in der sogleich einige unglückliche Früchte, ein Gas­kocher und ein improvisierter Pürierstab eine nicht zu ver­nachlässigende Rolle spielen. Den Anschein einer TÜV-Sicherheitskontrolle vermittelnd, prüft er das Publikum auf etwaige Herz- und Nervenschwächen.

Komödie mit Herz

Wer das Vorprogramm besteht, darf nun der charismatischen Gloria Kaballes, gespielt von Alain Fehlmann, begegnen. Die grosse Fernsehmoderatorin hat es sich zur Aufgabe gemacht, für jeden Topf einen Deckel zu finden – und sei er noch so verbeult. «Ich finde auch Ihren Stern in der Nudelsuppe!», verspricht sie den Teilnehmenden ihrer Flirt- und Dating-Show.

Herrlich affektiert lässt sie das Publikum an dem ­Bemühen teilhaben, drei grund­verschiedene Frauen unter die Haube zu bringen: die KFZ-Mechanikerin Brige (Christa Marti), die leidenschaftliche Mutter Rosanna (Franziska Moeri) und die eher zufällig hereingestolperte Angela (Sheine Messerli Wagner). Ihnen allen sind einzig die durchwachsenen Beziehungserlebnisse gemein, welche die Kaballes in ewiges Liebesglück umwandeln will.

Pailletten en masse und gekonntes Make-up bannen den Fernsehglamour auf die be­schauliche Bühne, während in die Handlung eingeflochtener Klatsch und Tratsch über die Langenthaler High Society die Materie greifbarer macht.

Für die Theatergruppe ist das aktuelle Projekt zugleich ihr letztes im Kulturstall. Sie wird sich angesichts der bevorstehenden Umnutzung des Barbereichs zur Werkstatt (siehe Kasten) nun nach einer neuen Bühne um­sehen.

Weitere Vorstellungen: 19., 20. und 21. April, 20 Uhr.

Langenthaler Tagblatt

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