Langenthal

Stadt ehrt Textil- und Modedesign

LangenthalAlexa Blum (Textildesign), Christine Hurst und Heinz Kohli (Modedesign) werden mit dem Kulturpreis der Stadt Langenthal 2015 ausgezeichnet. Damit wird erstmals der angewandten Kunst und Gestaltung eine Plattform gegeben.

Strahlende Preisträger: Der mit 15'000 Franken dotierte Kulturpreis der Stadt Langenthal geht in diesem Jahr an drei Kreative, die im Bereich Design tätig sind.
Von links: Christine Hurst (Modedesign, Langenthal), Heinz Kohli (Modedesign, Aarwangen) und Alexa Blum (Textildesign, Langenthal).

Strahlende Preisträger: Der mit 15'000 Franken dotierte Kulturpreis der Stadt Langenthal geht in diesem Jahr an drei Kreative, die im Bereich Design tätig sind. Von links: Christine Hurst (Modedesign, Langenthal), Heinz Kohli (Modedesign, Aarwangen) und Alexa Blum (Textildesign, Langenthal). Bild: Thomas Peter

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Die beiden Langenthalerinnen Alexa Blum und Christine Hurst sowie der Aarwanger Heinz Kohli erhalten den Kulturpreis 2015 der Stadt Langenthal. An der gestrigen Presseinformation in der Alten Mühle konnte Gemeinderat Daniel Rüegger (EVP) die Kulturpreisträger begrüssen.

«Sie alle haben einen individuellen Weg in der Gestaltung von und mit Textilien gewählt. Ihre Einzigartigkeit und ihr unabhängiges Schaffen erfüllen die Kriterien der Kulturkommission und werden mit dem diesjährigen Kulturpreis gewürdigt. Die Preissumme von 15'000 Franken wird zu gleichen Teilen auf die Preisträger aufgeteilt», erklärt der Vorsteher des Ressorts Kultur und Sport.

In der Kulturkommission habe man schon länger darüber diskutiert, den Bereich textiles Design auszuzeichnen. Der Bezug zur Designstadt Langenthal sei gegeben.

Kulturbereich erstmals geehrt

Design habe eine grosse Bedeutung für Langenthal, unterstreicht die städtische Kulturbeauftragte Marianne Hauser Haupt in ihrer Rede und verweist auf den Designers’ Saturday, den renommierten Designpreis Schweiz und natürlich auf Langenthals bedeutende Firmen, die sich weltweit einen Namen mit dem Design ihrer Produkte machen.

Seit 1992 habe Langenthal das Kulturschaffen in den Sparten Musik, Ortsgeschichte, Fotografie, Theater, Tanz, bildende Kunst und Literatur ausgezeichnet. Marianne Hauser freut sich, dass erstmals der Kulturbereich «Angewandte Kunst und Gestaltung» – oder anders formuliert: das Design – geehrt wird.

Flächen, Farben und Formen

Die Textildesignerin Alexa Blum lässt in ihrem Langenthaler Atelier Stoffe und Tapeten entstehen, deren Muster, Strukturen und Farben inspiriert sind durch den Ort, den sie gestalten werden. «Ich freue mich wirklich über diese Auszeichnung.

Es zeigt, dass man wahrgenommen wird. Dazu kommt der gesellschaftliche Aspekt. Die Interaktion. Man leistet einen Beitrag und bewegt etwas», erklärt die selbstständige Designerin. Design sei mehr als oberflächliche Kosmetik.

Man vertiefe sich in einen Prozess und suche den Dialog. Neben der Entwicklung von Farbkonzepten für öffentliche und private Bauten entwirft sie auch Teppichkollektionen.

Bühnenreife Roben

«Für mich bedeutet dieser Preis sehr viel. Ein schönes Geschenk», sagt Heinz Kohli erfreut. Der Modedesigner fühlte sich schon durch den Besuch der Kulturkommission in seinem Atelier/Geschäft A Suivre in Bern geehrt.

Dort gestaltet der Aarwanger seine Kreationen, geheimnisvolle Kunstwerke, oft inspiriert von der Schneiderei des Jugendstils. Heinz Kohli hat Kunstgeschichte studiert. Seine Kleider offenbaren Entstehen und Form nicht auf den ersten Blick.

Dem Endprodukt geht ein spezieller Gestaltungsweg voraus. Anders, wenn er für Patricia Kopatchinskaja exklusive Roben gestaltet. Kürzlich trat die weltberühmte Geigerin in Langenthal auf, in einem Kleid aus Stoff von Création Baumann, kreiert von Kohli.

Christine Hurst hat schon als Zwölfjährige ihre erste Jacke aus Matratzenstoff genäht. Heute verarbeitet sie Stoffe und Muster aus früheren Zeiten und schafft so eine unverkennbare Modelinie, mit aussergewöhnlichen Kombinationen und frischen Farben. «Dass ich mit dem Kulturpreis ausgezeichnet werde, ist ein wunderschönes Gefühl und gleichzeitig ein Motivationsschub», sagt Christine Hurst, die 2004 ihr eigenes Label «Cascade» lancierte und fünf Jahre später ihr Geschäft/Atelier in Langenthal eröffnete.

Sie findet es spannend, dass sie zusammen mit zwei Designern gewählt wurde, die einen anderen Stil und eine andere Arbeitstechnik haben. Durch ihre Ausbildung als Schnitttechnikerin kann sie Mode nicht nur entwerfen, sondern auch in exklusiven Kleinserien herstellen.

Öffentliche Kulturpreisverleihung: Mittwoch, 25.November, 19 Uhr, Stadttheater Langenthal. Es werden Designobjekte präsentiert. (Berner Zeitung)

Erstellt: 04.09.2015, 09:14 Uhr

Artikel zum Thema

«Bern ist überall» erhält Kulturpreis der Bernburger

«Bern ist überall» erhält am Mittwoch den diesjährigen Kulturpreis der Berner Burgergemeinde. Mehr...

150 Kulturpreisträger auf einer Bühne vereint

Langenthal Vier traditionsreiche Chöre wurden gestern im Stadttheater mit dem Kulturpreis 2014 geehrt. Mit dem «Oberaargauerlied» präsentierten sich die Sängerinnen und Sänger dabei zum imposanten Gesamtchor vereint. Mehr...

Lukas Bärfuss auf Spuren in seiner Heimatstadt

Thun Der Schriftsteller Lukas Bärfuss erhält am Mittwoch den grossen Thuner Kulturpreis. An seine Heimatstadt erinnern ihn viele Erlebnisse. Mehr...

Abo

Immer die Region zuerst. Im Digital-Abo.

Die BZ Berner Zeitung digital ohne Einschränkung nutzen. Für nur CHF 29.- pro Monat.
Jetzt abonnieren!

Kommentare

Blogs

Foodblog Uneingelöste Versprechen

Ich Tarzan, du Jane

Service

Schnelle Info für zwischendurch

Lesen Sie die Nachrichten aus der Region in Echtzeit.

Die Welt in Bildern

Bis die letzte Strähne sitzt: Eine Assistentin toupiert die Haare Donald Trumps in Madame Tussauds Wachsfigurenkabinett in Berlin. (17. Oktober 2017)
(Bild: Fabrizio Bensch) Mehr...