Sicherheit nur für ein weiteres Jahr

Mit dem Nein der Roggwiler stand das Angebot der gesamten regionalen Jugendarbeit auf der Kippe. Jetzt hat der Gemeinderat eingelenkt, die wegfallenden Kantonsbeiträge auszugleichen.

Turbulente Zeiten für Tokjo-Stellenleiter Thomas Bertschinger (rechts) und Vereinspräsident Peter Glanzmann.

Turbulente Zeiten für Tokjo-Stellenleiter Thomas Bertschinger (rechts) und Vereinspräsident Peter Glanzmann. Bild: Marcel Bieri

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Die dringlichste Sorge ist erst einmal vom Tisch. Roggwil wird 2019 ebenfalls mehr beisteuern an die regionale Jugendarbeit. Damit wird diese ihre bisherigen Leistungen mit nur wenigen Abstrichen auch im nächsten Jahr wieder erbringen können in Langenthal und den neun umliegenden Gemeinden, die dem Trägerverein offene Kinder- und Jugendarbeit Oberaargau (Tokjo) angeschlossen sind.

Noch Ende Mai war die Ausgangslage eine andere: Mehrere Gemeinden hatten die Erhöhung der Beiträge von heute 30 auf knapp 40 Franken pro Kind und Jugendlichem schon gutgeheissen, da erteilten die Roggwiler Tokjo eine Absage. Der kantonale Sparbeschluss dürfe nicht bedeuten, dass die Kosten nun auf die Gemeinden abgewälzt würden, liessen sie wissen.

Erst im Dezember hatte der Grosse Rat entschieden, die Gelder für Praktika in der Kinder- und Jugendarbeit zu streichen. Tokjo, deren Praktikumsstellen rund ein Drittel des Gesamtstellenetats ausmachen, sah sich mit einem fortan um 100'000 Franken kleineren Budget konfrontiert. Und ersuchte die Gemeinden daher um die besagte Beitragserhöhung im Umfang von total 66'000 Franken (wir berichteten).

Fragezeichen Schwarzhäusern

Alle Gemeinden müssten mitmachen, verwies Stellenleiter Thomas Bertschinger damals auf die regionale Ausrichtung des gesamten Angebots. Umso erfreuter sind er und Präsident Peter Glanzmann, dass die Roggwiler nun doch noch eingelenkt haben. 65'000 Franken von neun Gemeinden sind damit gesichert. Nur Schwarzhäusern hat die Beitragserhöhung ebenfalls abgelehnt.

Dennoch habe der Vorstand jetzt grünes Licht gegeben, für 2019 mit dem angedachten Konzept zu fahren, erklärt Glanzmann. Er sei zuversichtlich, auch den Schwarzhäuser Gemeinderat noch überzeugen zu können. Über das Vorgehen im Falle einer erneuten Absage sei man sich indes noch nicht im Klaren.

Auch darüber hinaus bleibt der Vorstand gefordert. Denn nicht nur Roggwil habe seine Zusage an die Bedingung geknüpft, dass bereits für 2020 eine neue Lösung vorgelegt werden müsse, bestätigt Glanzmann. Entsprechend intensiv beschäftige man sich nun mit der Organisationsentwicklung.

Ziel sei es nicht nur, die Strukturen zu vereinfachen. Auch werde geprüft, wie den individuellen Bedürfnissen der verschiedenen Gemeinden besser Rechnung getragen werden könne. Ergebnisse will der Vorstand der Hauptversammlung im Frühling unterbreiten. (khl)

Erstellt: 12.09.2018, 19:59 Uhr

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