Lotzwil

Nur der Käse schmolz, die Bar nicht

LotzwilDie Kirchgemeinde Lotzwil lud am Wochenende zum ersten Snow Sounds Festival ein, einem Open Air. Wie denn, mitten im Winter? Das sei überhaupt kein Problem, findet der Pfarrer.

Altehrwürdiger Rahmen für den Auftritt der Jugend: Der säulengeschmückte Eingang des Pfarrhauses Lotzwil war eine perfekte Bühne  für die auftretenden Bands und Formationen.

Altehrwürdiger Rahmen für den Auftritt der Jugend: Der säulengeschmückte Eingang des Pfarrhauses Lotzwil war eine perfekte Bühne für die auftretenden Bands und Formationen. Bild: Olaf Nörrenberg

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Es darf auch etwas laut sein. Dass diese Aussage, mitten in der Adventszeit, gerade von der Kirche kommt, mag verwundern. Doch für Pfarrer Fabio Buchschacher ist Lautstärke kein Widerspruch zur besinnlichsten Jahreszeit. Er organisierte zum ersten Mal zusammen mit Jugendlichen der Kirchgemeinde Lotzwil und einem Mitglied aus dem Kirch­gemeinderat ein Open Air. Ein kleines zwar. Aber ein Open Air. Mitten im Winter.

Draussen vor dem Pfarrhaus wurde im grossen Säuleneingang die Bühne aufgebaut. Am Samstagabend zwischen 20 und 22 Uhr spielten dort junge Musiker der Kirchgemeinde sowie eine Lotzwiler Schülerband. Am Ende gab es sogar noch einen Karaoke-Auftritt – für alle jene, die sich trauten.

Der Charme des Winters

«Es hat auch seinen Charme, so ein Festival im Winter», sagt Pfarrer Buchschacher. Eine Szenerie, verzaubert im Schnee oder zumindest in der Kälte und Dunkelheit. Das Wetter spielte denn auch perfekt mit: Am Nachmittag habe es ihn zwar noch mit Sorgen erfüllt, gesteht Fabio Buch­schacher: Es regnete mehr, als es schneite. Doch dann wurde es kälter und damit perfekt für den Anlass.

Die Jugendlichen bauten eine Schneebar auf, wo sie Getränke verkauften. Den Schnee für die Bar konnten sie in der Eishalle Schoren beim SC Langenthal holen. Auch das funktionierte, der Kälte sei Dank. Die Bar lief nicht davon. In Kesseln über dem Feuer nebenan dampfte Glühwein und schmolz Käse zu Fondue.

Auch Pfarrer Tobias Rentsch war mit seiner mobilen Bar «Unfassbar» anwesend. Auf dem Velo und Bier ausschenkend will dieser so die Kirche in die Öffentlichkeit tragen, fassbarer machen. Dabei soll es nicht nur darum gehen, auf den Grund des Glases zu blicken, sondern im Gespräch auch auf den Grund des Lebens.

Sich selbst verwirklichen

Während der Planung sind laut Buchschacher immer mehr Jugendliche zum Projekt Snow Sounds Festival dazugestossen. Auch die Kinder- und Jugendfachstelle Tokjo sowie die Jungschar von Lotzwil waren bei der Planung und beim Aufbau involviert. ­Pfarrer Buchschacher hatte etwas gesucht, worin sich seine Jugendlichen selbst verwirklichen können würden. «Es ging ja nicht darum, einen grossen Schweizer Musikstar nach Lotzwil zu holen.» Vielmehr sollte es ein Abend von ihnen und für sie selber sein. Und natürlich für alle Gäste aus dem Dorf und der Umgebung.

Jung und Alt

Es kamen denn auch erfreulich viele, wie Buchschacher fest­stellte, und zwar nicht nur Jugendliche, sondern auch Ältere, «die die Gelegenheit zum Gespräch im Dorf schätzten.» Das ist es, was Buchschacher gefällt: wie die verschiedenen Besucher untereinander ins Gespräch kommen. Musik und persönliche Begegnungen, darum geht es am Winter-Open-Air.

Theologisch gesehen sei die Adventszeit ja die Vorfreude auf das, was da noch kommen werde, sagt Buchschacher. Der Brauch des Wartens und Erwartens eines perfekten Familienfests etwa. «Diese Zeit birgt alle Jahre wieder eine grosse Hoffnungsperspektive.» Jener wollte der Lotzwiler Pfarrer mit dem neuen Snow Sounds Festival eine Stimme geben. Auch wenn diese für einmal etwas lauter als gewöhnlich ist. (Langenthaler Tagblatt)

Erstellt: 17.12.2017, 17:00 Uhr

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