Langenthal

Neuer Wirt hinter dem Zapfhahn

Langenthal Im Lokal der Brauerei in Langenthal stehen Veränderungen an: Der bisherige Pächter geht, ein neues Gastrokonzept wird eingeführt. Mit Pesche Kläfiger übernimmt ein langjähriger Mitarbeiter der Brau AG die Brasserie.

Sie gestalten die Zukunft der Brau AG: v. l.: Pesche Kläfiger (neuer Pächter), Seraphin Ritter (Braumeister und operativer Leiter), Kurt Schär  (Verwaltungsratspräsident) und Florian Eichenberger (Teil der operativen Führung).

Sie gestalten die Zukunft der Brau AG: v. l.: Pesche Kläfiger (neuer Pächter), Seraphin Ritter (Braumeister und operativer Leiter), Kurt Schär (Verwaltungsratspräsident) und Florian Eichenberger (Teil der operativen Führung). Bild: Thomas Peter

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Verwaltungsratspräsident Kurt Schär hat an der Generalversammlung der Brau AG vom 1. Juni gute Neuigkeiten für die Aktionäre, wie er sagt: «Wir sind einige Baustellen energisch angegangen. Noch sind wir zwar nicht ganz aus dem Sumpf, aber ich bin guten Mutes.» Ein wichtiger Punkt sei die Bilanzsanierung: Im Moment laufe die zweite Kapitalrunde zum Zusammentragen der angepeilten circa 200 000 Franken.

Sei die erste Runde leider mit wenig neuem Kapital und nur dank der Wandlung von Darlehen zustande gekommen, erwartet er in der zweiten Runde dank den gezeigten Zwischenerfolgen, dass das Vertrauen der Aktionäre zurückkehrt. Eine Zeichnung neuer Aktien sei realistisch und als ­letzter Schritt zur gesunden Fortführung des Unternehmens notwendig. Damit soll endlich ein Kapitel abgeschlossen werden, das in der Vergangenheit für Kopfschmerzen sorgte.

Die Tanks sind voll

Der zweite wichtige Punkt sei das Personal. Mit dem süddeutschen Braumeister Seraphin Ritter, der bereits als Zehnjähriger seinem Onkel beim Brauen half, habe man vergangenes Jahr einen Profi an Bord geholt, der nicht nur frischen Wind ins Team gebracht, sondern auch die Qualität und die Verfügbarkeit der Produkte erheblich gesteigert habe, so Schär. Zusammen mit Florian Eichenberger übernimmt er die operative Führung der Brau AG.

Sichtlich erfreut kündigt Schär auch die Einführung von Saisonbieren an, die künftig zweimal jährlich gebraut werden sollen. Grund für den Enthusiasmus sind aber zweifellos auch die guten Absätze: Der Ausstoss nehme signifikant zu, sagt Schär. «Die Tanks sind voll, es wird gebraut.» Und zwar werde deutlich mehr gebraut, mehr verkauft und vertrieben. «Wir haben ein gutes regionales Vertriebsnetz und mit Coop einen starken Partner. Das Ganze ist natürlich ausbaufähig, es haben aber auch andere Detailhändler Interesse angemeldet», so Schär.

Alles dreht sich um Malz

Das Gastrokonzept der Brau AG wird sich nach Reto Mathys’ Abgang ändern. Nach mehr als acht Jahren ist Schluss: Am Samstag ist «Ustrinkete» in der Brasserie Quelle, dem als Hasli bekannten Lokal an der St.-Urban-Strasse. Der Langenthaler wird künftig in Herzogenbuchsee anzutreffen sein – im Restaurant National, das er letzten Sommer übernahm, renovierte und seit Oktober parallel führt.

Pesche Kläfiger, bisher Geschäftsleiter der Brau AG, gibt diese Funktion ab und wird als neuer Pächter zusammen mit seiner Partnerin das Lokal übernehmen und einige Neuerungen einbringen. Unter dem Namen The Malt wird sich künftig alles um Malz drehen – beziehungsweise um Malzhaltiges: Das gesamte 49er-Sortiment wird es im Offenausschank geben, sowie verschiedene Bier- und Whiskyspezialitäten. «Wir wollen die eigene Brauerei wieder mehr ins Zentrum rücken», sagt Kläfiger.

«Wir wollen die eigene Brauerei wieder mehr ins Zentrum rücken.»Pesche Kläfiger

Umbau im Sommer

Ein Restaurant wie heute werde es nicht mehr sein: Das kulinarische Sortiment wird etwas eingeschränkt und wird einen irischen Touch vorweisen. Zudem können über einen internen Shop auch sämtliche Biere und Whiskys bezogen werden. Mit der Einrichtung einer kleinen Bühne soll auch für Unterhaltung gesorgt werden. Angepeilt werde ein Konzert pro Monat aus dem Singer-Songwriter-Bereich, so Kläfiger. Den Beginn machen zur Eröffnung am 1. September die Lokalmatadore von Tortilla Flat.

«Wir sind sehr glücklich darüber, dass Pesche Kläfiger nach jahrelangem Einsatz für das Hasli nun mit The Malt der Brau AG verbunden bleibt», sagt Schär. Auch dass sich die Beiz Richtung Brauereigaststätte transformiere, sei in seinem Sinn und werde auch vom Aktionärskreis und Verwaltungsrat begrüsst.

Das Team sei nun motiviert, sich an die Arbeit zu machen. Im Sommer werden während vier bis sechs Wochen die Umbauar­beiten ausgeführt, während der restlichen Zeit werden die Räumlichkeiten als Verkaufslokal fungieren. Man sei froh, nach mühsamen Jahren den treuen Partnern und Aktionären wieder etwas zurückgeben zu können, sagt Schär und fügt hinzu: «Wir sehen Licht am Ende des Tunnels – und glauben, dass es nicht der Zug ist.»

(Berner Zeitung)

Erstellt: 17.05.2018, 07:27 Uhr

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