Neue Flachgewässer für mehr Leben

Thunstetten

Der Kanton will das Naturschutzgebiet beim Sängeliweiher aufwerten. Vorgesehen sind unter anderem die Schaffung von neuen Weihern und eine Abflachung des Ufers. Davon soll auch die gefährdete Kreuzkröte profitieren.

Das Gehölz am nordwestlichen Ufer des Sängeliweihers muss weichen. Es entsteht ein neuer Übergang ins tiefere Wasser.

Das Gehölz am nordwestlichen Ufer des Sängeliweihers muss weichen. Es entsteht ein neuer Übergang ins tiefere Wasser.

(Bild: Olaf Nörrenberg)

Nicht nur bei Spaziergängern ist das Naturschutzgebiet rund um den Bleienbacher Torfsee und den Sängeliweiher beliebt. Als Amphibienlaichgebiet hat es gar nationale Bedeutung und bietet etwa Fröschen, Kröten und Molchen eine Heimat.

Allerdings weisen die bestehenden Weiher grosse Fischbestände auf. Was viele Arten davon abhält, grosse Populationen auszubilden. Werden ihre Larven doch in solchen Gewässern von den Fischen gefressen.

Im Rahmen eines Aufwertungsprojekts will die Abteilung Naturförderung des kantonalen Amts für Landwirtschaft und ­Natur auch deshalb nun zur Tat schreiten. Beim Sängeliweiher, der sich auf dem Gemeindegebiet von Thunstetten befindet, sollen drei neue, fischfreie Flachweiher entstehen.

Solche sind regional kaum mehr vorhanden. Zwei Weiher werden auf der südwestlichen Feuchtwiese geschaffen. Die beiden Laichgewässer sollen 150 und 250 Quadratmeter gross werden und eine durchschnitt­liche Wassertiefe von 0,8 Metern aufweisen, sodass sie auch in durchschnittlichen Jahren im Spätsommer austrocknen.

Ein dritter, rund 30 Quadratmeter grosser Weiher soll auf der nördlichen Feuchtwiese entstehen. Ausserdem soll im gleichen Teil der Moosmatt ein bestehender Kleinweiher, der mittlerweile verlandet ist, durch einen geringen Aushub wiederhergestellt werden.

«Das wäre eine Perle»

Projektleiterin Petra Graf vom Amt für Landwirtschaft und Natur ist überzeugt, dass die neuen Flachgewässer alle möglichen Tierarten anziehen werden, so zum Beispiel auch Libellen. «Sie werden von diesem neuen Lebensraum profitieren.»

Den Erfolg des Projekts macht sie denn auch nicht davon abhängig, ob sich allenfalls die gefährdete Kreuzkröte in den neuen Weihern niederlässt. «Das wäre aber natürlich eine Perle», so Petra Graf.

«Die Kreuzkröte müsste zuwandern. Ob sie kommt, ist ungewiss.»Biologin Petra Graf 

Die Kreuzkröte ist sehr selten geworden und kam im Naturschutzgebiet beim Sängeliweiher schon lange Zeit nicht mehr vor. Sie ist auf überflutete Wiesen angewiesen, die saisonal austrocknen. «Die Kreuzkröte müsste zuwandern», erklärt die Biologin. «Ob sie kommt, ist ungewiss.»

Schilfgürtel wäre ideal

Flaches Gewässer soll auch beim Sängeliweiher selbst entstehen. Das Projekt sieht vor, das Ufer im Nordwesten, wo es aktuell einen abrupten Übergang zwischen Wasser und Land gibt, abzuflachen.

Dies auf einer Länge von 30 Metern, in einer Breite von 2 Metern. So wird ein Übergang vom tiefen Wasser in einen seichten Bereich geschaffen. In diesem, erklärt Petra Graf, entstehe «idealerweise» ein Wasserschilfgürtel. Solche müssten beim Sängeliweiher gefördert werden.

Würden von einer Vergrösserung des Wasserschilfbestandes doch verschiedene, dort brütende Vogelarten profitieren. Auch für Insekten­larven ist ein solcher Ufergürtel ideal. Für die Abflachung muss auf einer Fläche von 60 Quadratmetern Gehölz entfernt werden. Die Aufwertung des Uferbereichs dient als ökologischer Ersatz.

Als grobe Projektkosten rechnet der Kanton mit 50'000 Franken. Die Arbeiten können frühestens diesen Herbst durchgeführt werden. Je nach Witterung müssten sie allenfalls in den Spätsommer des kommenden Jahres verschoben werden.

Die Gesuchunterlagenliegen noch bis zum 17. Juli auf der Gemeindeverwaltung Thunstetten auf.

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