Ursenbach

Jetzt übernimmt Andreas Kurt

UrsenbachDer Ursenbacher Gemeinderat Andreas Kurt übernimmt das Gemeindeprä­sidium von Hans Ulrich Fuhrimann. Die Finanzen im Griff zu behalten, ohne die Infrastruktur zu vernachlässigen, werde die wichtigste Her­ausforderung sein, hält er fest.

Hat das Amt nicht gesucht: Andreas Kurt, der neue Gemeindepräsident von Ursenbach.

Hat das Amt nicht gesucht: Andreas Kurt, der neue Gemeindepräsident von Ursenbach. Bild: Thomas Peter

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Noch steht bei Andreas Kurt in Ursenbach ein Weihnachtsbaum in der Stube. Doch bereits morgen bricht das neue Jahr an und damit eine neue Aufgabe für den 66-Jährigen: Am 12. Dezember wählte ihn die Gemeindeversammlung zum neuen Gemeindepräsidenten – und das ganz unspektakulär als offiziellen Kandidaten.

Dies im Unterschied zu ­seinen beiden Vorgängern Hans Ulrich Fuhrimann und Fritz Morgenthaler, die jeweils erst an der Versammlung vor­geschlagen und offiziellen Kandidaten vorgezogen worden waren.Von langer Hand vorbereitet sei seine Wahl trotzdem nicht gewesen, hält er fest.

Als er vor zwei Jahren in den Gemeinderat gewählt worden war, hatte sich die Demission von Hans Ulrich Fuh­rimann zwar bereits abgezeichnet. Weil aber der langjährige Gemeindeschreiber Manfred Lehmann demissioniert hatte und noch nicht ersetzt war, schienen Fuhrimann gleich vier Demissionen aus dem Gemeinderat nicht verantwortbar zu sein. Er machte weiter. Die volle Amtsperiode würde er aber nicht mehr Präsident bleiben, erklärte er damals.

Leider keine echte Wahl

Andreas Kurt gehörte damals zu den Neugewählten. Vom Präsidium sei bei ihm jedoch nicht die Rede gewesen, betont er. Vizepräsident war in den vergangenen zwei Jahren denn auch Niklaus Lehmann. Leider sei es nun ums Präsidium zu keiner echten Wahl gekommen, bedauert Andreas Kurt: «Ein Votum des Souveräns gibt einem Behördenmitglied immer eine bessere Legitimation.»

Nachdem sich nach der Demission von Hans Ulrich Fuhrimann die Wahlvorbereitungskommission an die Arbeit gemacht hatte, sei er offensichtlich der Einzige gewesen, der sich einem Vorschlag nicht von vornherein widersetzt habe, stellt er heute fest. Wobei: Gesucht habe das Amt auch er nicht.

Ursenbach hat drei happige Jahre hinter sich: Den langjährigen Gemeindeschreiber und Finanzverwalter Manfred Lehmann zu ersetzen, erwies sich als nicht ganz einfach. Mit einer Aufstockung der Verwaltung um eine halbe Stelle sowie der Wahl von Barbara Flückiger (Finanzverwalterin) und Daniela Glutz (Gemeindeschreiberin) konnte eine Lösung gefunden werden.

Nun stünden ruhigere Jahre an, stellt der neue Gemeindepräsident fest. Grössere Projekte steckten nicht in der Pipeline. Das heisse allerdings nicht, dass es an Herausforderungen fehlen werde: Den Finanzhaushalt im Griff zu behalten, ohne die Infrastruktur der Gemeinde zu vernachlässigen, erachtet Andreas Kurt als Hauptaufgabe. «Das wird immer mehr zur Gratwanderung.» Bloss Wünschbares müsse deshalb wie in anderen Gemeinden auch auf der Strecke bleiben.

Elektrizitätsversorgung

Das Gemeindepräsidium und vorher das Ressort Verkehr, Strassen und Wasserbau im Gemeinderat waren nicht die ­ersten Dienste von Andreas Kurt in der Gemeinde Ursenbach. Zwanzig Jahre war er Verwalter der gemeindeeigenen Elektrizitätsversorgung (EV) gewesen, die ersten sechzehn Jahre zusätzlich Präsident. Besonders in den letzten ­Jahren sei dies eine aufwendige Arbeit gewesen, blickte er damals zurück: Die einzuhaltenden Auflagen seien immer umfangreicher geworden und für einen Gemeindebetrieb im Milizsystem schliesslich nicht mehr zu bewältigen.

Nach seiner Demission wurde die Betriebsführung denn auch an die Indus­triellen Betriebe Langenthal ausgelagert. Als Omen für seine Zeit als Ge­meindepräsident will er das allerdings keinesfalls verstanden wissen: Die Vor­aussetzungen seien für die Einwohnergemeinde mit ihrer nun neu besetzten Gemeindeverwaltung ganz andere.

Eine Gemeindefusion sei denn auch in den beiden Jahren, in denen er dem Gemeinderat angehört habe, nie mehr ein Thema gewesen. Er gehe davon aus, dass das auch in den nächsten Jahren nicht der Fall sein werde, wobei er angesichts des Druckes, den der Kanton ausübt, nachschiebt: «Man darf nie nie sagen.»

Etwas zurückgeben

Durch seine Aufgabe als EV-Verwalter lernte Andreas Kurt die Gemeinde rasch kennen. Denn aufgewachsen ist er nicht dort, sondern in Langenthal. Nach Ursenbach kam er durch Zufall: Weil im Haus am Badweg, das ihm heute gehört, eine Wohnung frei war. Er, der im Export tätig war, habe auch sonst den Kontakt zur Bevölkerung gesucht und sei herzlich aufgenommen worden. Deshalb wolle er nun als Rentner der Gemeinde etwas zurückgeben.

Ideales Übungsfeld

Wie lange er Gemeindepräsident sein wird, darüber hat sich Andreas Kurt keine Gedanken gemacht: «In meinem Alter hängt das sehr stark von der Ge­sundheit ab.» Er hat allerdings gerade vor seinem persönlichen Hintergrund Verständnis dafür, dass Jüngere vor dem Gemeindepräsidium oder einer anderen Tätigkeit für die Einwohnergemeinde zurückschrecken: «Als ich nach Ursenbach kam, war ich mit einem auswärtigen Arbeitsort noch eine Ausnahme. Heute ist dies die Regel geworden.» Zudem hätten mehr Arbeitgeber Vorbehalte, wenn Arbeitnehmer öffentliche Ämter übernähmen.

Darüber, wie man die Arbeit in Behörden für Jüngere wieder attraktiver machen kann, will sich Andreas Kurt deshalb mit dem Gemeinderat intensiv Gedanken machen. Lösungen hat er noch keine gefunden. Immerhin so viel: Zur vergleichsweise grossen Zahl an Kommissionen, die die Gemeinde noch hat, will er Sorge tragen. «Sie sind ein ideales Übungsfeld für Leute, die sich engagieren wollen.» (Berner Zeitung)

Erstellt: 31.12.2015, 09:47 Uhr

Präsidium: Fuhrimann blieb länger

Andreas Kurt wird Nachfolger von Hans Ulrich Fuhrimann. Dieser war acht Jahre lang Gemeindepräsident von Ursenbach. In dieser Zeit konnte unter anderem ein Wärmeverbund im Dorf realisiert werden. Die happigste Auf­gabe wurde jedoch die Nachfolgeregelung für den langjährigen Gemeindeschreiber Manfred Lehmann. Diese war auch der Hauptgrund dafür, dass Hans Ulrich Fuhrimann acht Jahre lang Gemeindepräsident blieb und nicht bereits vor zwei Jahren demissionierte.
Im «Ursenbacher», der Dorfzeitung, blickt Hans Ulrich Fuhrimann kurz zurück auf seine Amtszeit. Er, die Behörden und die Verwaltung hätten sich stets von der Bevölkerung unterstützt und respektiert gefühlt. Stets habe die Bürgerschaft ihnen Vertrauen und Verständnis entgegengebracht, auch wenn sie schwierige und unpopuläre Entscheide hätten treffen müssen.

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