Langenthal/Aarwangen

Für und wider die Umfahrung

Langenthal/AarwangenWährend TCS sowie Handels- und Industrieverein die Umfahrung Aarwangen-Langenthal Nord unterstützen, sind die Grünen Oberaargau, die SP Thunstetten-Bützberg und der VCS für die Variante Null+.

Das Kornhaus und die viel befahrene Hauptstrasse in Aarwangen.

Das Kornhaus und die viel befahrene Hauptstrasse in Aarwangen. Bild: Daniel Fuchs

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Noch ist nicht klar, wie viele Eingaben die Mitwirkung zu den Verkehrssanierungen Aarwangen-Langenthal Nord und Burgdorf-Oberburg-Hasle nach sich gezogen hat. Beim Kanton muss man sich erst einen Überblick verschaffen. Sicher ist: Bis gestern lief die Frist, während der en mitgewirkt werden konnte. Einige Organisationen und Interessenverbände haben ihre Eingaben veröffentlicht; zuletzt gab auch die Stadt Langenthal ihre Haltung bekannt.

Bauern wollen Land schützen

Weder die Variante Null+ noch die Umfahrung überzeugt den Vorstand des Bauernvereins Oberaargau. Erstere bringe im Verhältnis zu den Kosten zu geringe Verbesserungen in Aarwangen. Für ihn stehen aber Kulturlandverlust und Landschaftsschutz im Vordergrund. Davon sei im Mitwirkungsbericht zwar die Rede, in der Planung würden sie aber unbefriedigend berücksichtigt. «Kulturlandverlust darf in diesem Projekt kein Lippenbekenntnis bleiben.»

Der Bauernverein verlangt daher bei der Linienführung «dringende Nachbesserungen»: Die Strassenführung aus der Vorstudie 2007 soll demnach wieder aufgenommen und neu geprüft werden. Dies mit dem Ziel, die Bedürfnisse der Landwirtschaft nördlich und südlich des Spichigwaldes besser zu berücksichtigen. Man erkenne «eine wesentliche Optimierung in der Verlängerung des vorgesehenen Tunnels». Auch sei der Kreisel für die Anbindung an das Industriegebiet Aarwangen nicht nötig.

TCS und HIV: Standort stärken

Eine Notwendigkeit sehen die Sektion Bern des Touring-Clubs Schweiz (TCS) und der Handels- und Industrieverein (HIV) in der Umfahrung von Aarwangen: Sie biete Aarwangen «die Chance, das Dorf zum Begegnungszentrum mit guten Bedingungen auch für den Langsamverkehr aufzuwerten» (TCS), und nur sie könne die seit Jahren andauernden Verkehrsprobleme «zukunftsgerichtet und nachhaltig» lösen (HIV).

Die höheren Kosten würden durch den deutlich grösseren volkswirtschaftlichen Nutzen mehr als nur kompensiert, argumentiert der HIV. Mit der Variante Null+ hingegen würden sich die aktuellen Voraussetzungen und die Wohnqualität «nur unwesentlich» verbessern.

Gegenteilige Schlüsse zieht die SP Thunstetten-Bützberg, welche den Nutzen für die Wirtschaft infrage stellt und der Umfahrung die Lösung des grundsätzlichen Problems abspricht. «Sie ist eine raumplanerische Fehlentwicklung.» Die Ortspartei verweist auf die Verlagerung der Verkehrsprobleme durch die Umfahrung von Aarwangen nach Bützberg.

SP zweifelt die Zahlen an

Die angegebenen Verkehrszahlen qualifiziert die SP als unglaubwürdig: Gemäss Studie bringe die Umfahrung 13'000 Fahrzeuge zusätzlich nach Bützberg, die Bern-Zürich-Strasse führe jedoch nur 8000 davon ab. «Begründet auf einer solchen Zahlenbasis, wird das zusätzliche Verkehrsaufkommen für Thunstetten-Bützberg, aber auch für Langenthal als grundsätzlich problemlos ausgewiesen.» Überdies sei die Umfahrung nicht umweltverträglich, sondern ein «Tritt ins Herz des Smaragd-gebiets», schreiben die Sozialdemokraten weiter.

Nicht zuletzt stellt die SP Thunstetten-Bützberg die Finanzierung infrage. Es sei anzunehmen, dass bei den 136 Millionen Franken für die Aarebrücke und den Spichigwaldtunnel mit minimalen Kosten gerechnet worden sei, daher würden massive Kostenüberschreitungen drohen.

VCS und Grüne argumentieren

Erste Statements pro Null+ haben der Verkehrs-Club der Schweiz (VCS) und die Grünen Oberaargau bereits rausgegeben, als die Mitwirkung begann. Beide haben nun nachgelegt. Die Umfahrung sei ineffizient und passe nicht ins Aggloprogramm, monieren die Grünen. Dem Ziel des Programms, die Innenstadt vom Durchgangsverkehr zu entlasten und diesen darum herumzuleiten, werde widersprochen. Der VCS seinerseits stellt fest, dass die Unterlagen und das Verfahren «einseitig auf die Förderung der Umfahrungsanliegen ausgerichtet werden». (Berner Zeitung)

Erstellt: 14.11.2015, 18:42 Uhr

3. Agglo-Programm

Das Agglomerationsprogramm (AP) Langenthal ist ein langfristiges Planungsinstrument, das periodisch alle vier Jahre erneuert wird. Beim nun vorliegenden AP handelt es sich um die dritte Generation, die auf den vorangegangenen aufbaut. In den Bereichen Verkehr und Siedlungs- und Landschaftsstruktur brauche es eine «umfassende und langfristig ausgerichtete Massnahmenplanung, damit die Agglomeration Langenthal auch künftig ein attraktiver Wohn- und Arbeitsstandort bleibt», schreiben die Verfasser. paj

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