Er speicherte 12'000 Kinderpornos auf seinem Computer

Langenthal

Weil er Tausende von Kinderpornos auf seinem Computer hortete, wurde ein 50-jähriger Mann verurteilt. Er kam mit einer bedingten Freiheits- und Geldstrafe sowie einer Busse davon.

Der Mann hatte über 80'000 Dateien mit pornografischem Inhalt auf seinem Computer gespeichert. Davon zeigten 18'000 Videos und Bilder sexuelle Handlungen mit Kindern (Symbolbild).

Der Mann hatte über 80'000 Dateien mit pornografischem Inhalt auf seinem Computer gespeichert. Davon zeigten 18'000 Videos und Bilder sexuelle Handlungen mit Kindern (Symbolbild).

(Bild: iStock)

Johannes Hofstetter

Das erste Klingeln um 5.15 Uhr überhörte der Mann. Beim zweiten erwachte er. Er ging zur Tür. Kaum hatte er sie geöffnet, wurde er durch den Strahl einer Taschenlampe geblendet. Sekunden später standen sechs Kantonspolizisten in seiner Langenthaler Wohnung. Sie beschlagnahmten den Computer, zwei USB-Sticks, zwei externe Festplatten sowie ein Schmetterlingsmesser.

Im PC und auf den Speichermedien entdeckten die Ermittler über 80'000 Pornobilder und -filme. 12'000 dieser Dateien zeigten sexuelle Handlungen mit Minderjährigen. Der Mann gestand schon bei seiner Einvernahme auf dem Polizeiposten, Kinderpornos heruntergeladen und gesammelt zu haben.

Aufgeflogen war er, als er in einer Tauschbörse ein Dutzend illegale Bilddateien bezog. Während des Downloads wurden die Files automatisch auch für andere Personen verfügbar, wobei nicht ausgeschlossen war, dass sich darunter ebenfalls Minderjährige befanden.

Noch während die Dateien in den Computer strömten, schlug das Meldesystem bei der Koordinationsstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität Alarm. Sie meldete den Vorgang der Staatsanwaltschaft.

Langeweile und Dummheit

Anderthalb Jahre später musste sich der einschlägig vorbestrafte Mann nun wegen mehrfacher Pornografie und einer Widerhandlung gegen das Waffengesetz vor dem Regionalgericht Emmental-Oberaargau verantworten.

«Was ich getan habe, war eine Sauerei», stellte er gegenüber Einzelrichter Roger Zuber fest. Wieso er mit dem Sammeln von Kinderpornos begonnen hatte, könne er nicht genau sagen. Als Motive nannte der alleinstehende Angeklagte «Langeweile» und «Dummheit».

Seit der Hausdurchsuchung habe er keine Kinderpornos mehr konsumiert, versicherte er. Hin und wieder gucke er eine Sex-DVD, die er im normalen Handel beziehe. Den Computer, den die Polizei an jenem Augustmorgen im Jahr 2016 mitgenommen habe, wolle er nicht zurückhaben. Internetzugang habe er nur noch mit seinem Handy.

Ohne Anwalt erschienen

90 Minuten nachdem der Prozess begonnen hatte, verurteilte der Vorsitzende den Mann zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 9 Monaten und einer ebenfalls auf Bewährung verhängten Geldstrafe von 10 Tagessätzen à 120 Franken.

Die Probezeit beträgt für beide Verdikte vier Jahre. Für den Kauf und die Einfuhr des Messers kassierte der Beschuldigte eine Busse von 4800 Franken. Die Verfahrenskosten von 3600 Franken muss er ebenfalls bezahlen. Dafür fallen für ihn keine Anwaltsauslagen an: Er erschien ohne juristischen Beistand vor Gericht.

«Solange es Leute gibt, die sich solche Sauereien ansehen, gibt es auch Leute, die solche Sachen ins Internet stellen. Darunter leiden jedes Mal Kinder», konstatierte der Richter. Der Mann nahm das Urteil erleichtert entgegen: «Ich bin froh, ist es nicht schlimmer ausgefallen», sagte er, bevor er Zuber und dem Gerichtsschreiber die Hand zum Abschied reichte.

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