Obersteckholz

Ein Leck zu einem denkbar schlechten Zeitpunkt

ObersteckholzAusgerechnet mitten im Streit um die Zukunft der Wasserversorgung musste die private Genossenschaft am Samstag die Rottaler um Hilfe bitten. Von einer Wassernot könne aber keine Rede sein, sagt Präsident Markus Steffen.

Auch bei Wasserknappheit konnte die Genossenschaft bisher immer auf die Hilfe der Rottaler Versorgung zählen.

Auch bei Wasserknappheit konnte die Genossenschaft bisher immer auf die Hilfe der Rottaler Versorgung zählen. Bild: Meier Sibylle

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Das nennt man dann wohl Ironie des Schicksals: Der Wasserversorgungsgenossenschaft Obersteckholz (WVGO) wäre am Wochenende offenbar beinahe das Wasser ausgegangen. Jener privaten Wasserversorgung notabene, deren Vorstand sein Netz partout nicht der Gemeinde abtreten will. Deshalb wurden zwischenzeitlich nicht nur die Fusionsverhandlungen mit Langenthal sistiert, sondern es ist auch ein eigentlicher Wasserstreit entbrannt innerhalb der Genossenschaft wie auch im Dorf.

WVGO-Präsident Markus Steffen gab sich am Montag denn auch knapp: Tatsächlich habe man am Samstag «noch etwas Wasser» vom ­Gemeindeverband Wasserversorgung Rottal (WVR) beziehen müssen, der heute den anderen Teil des 420-Seelen-Dorfes versorgt. Grund für die Überbrückung sei ein Leck in der Leitung der Genossenschaft. Dieses habe inzwischen aber geortet werden können und werde am Folgetag repariert. «Es gibt immer wieder mal Lecks», so Steffen. «Das ist nichts Neues und nichts Schlimmes.»

In der Tat sei ein Leck an sich nichts Aussergewöhnliches, findet auch die Obersteckholzer BDP-Grossrätin und WVR-Sekretärin Monika Gygax. Es sei denn auch keine Frage, dass man einer benachbarten Versorgung im Falle eines Lecks helfe. Insgesamt 100 Kubik habe der Gemeindeverband der Genossenschaft am Samstag geliefert.

Nicht die erste Hilfeleistung

Allerdings hat der Verband der WVGO in der Vergangenheit nicht nur bei Lecks unter die Arme greifen müssen. Schon mehr als einmal habe man ihr im Sommer auch Wasser geliefert, weil sie schlicht zu wenig eigenes gehabt habe, bestätigt der Präsident der Rottaler Versorgung, der Langenthaler Gemeinderat Pierre Masson (SP).

Vor dem Hintergrund der aktuellen Wasserdebatte müsse im Vorstand der Rottaler Versorgung nun aber erst einmal diskutiert werden, wie man in solchen Fällen künftig reagieren wolle. «Wir haben auch unseren Kunden gegenüber eine Verpflichtung», erklärt Masson. Deshalb müsse der Vorstand nun erst einmal die Kosten genau eruieren, bevor man wieder Wasser herausgeben würde.

Das ist sich offenbar auch der Vorstand der WVGO bewusst. Manfred Steffen wollte am Montag auf die Versorgungsfrage zwar nicht weiter eingehen. Wie Gemeindepräsident Heinrich Jörg auf Anfrage erklärt, hat die Genossenschaft die Gemeinde per Mail informiert, dass ein Leck aufgetreten sei. Der Vorstand schreibe darin, dass das Wasser im Falle einer Knappheit womöglich rationiert werden müsse.

«Versorgung nicht sicher»

So oder so zeige das aktuelle Beispiel, dass die Wasserversorgung gegenwärtig nicht sicher sei in Obersteckholz, sagt Langenthals Stadtpräsident Reto Müller (SP). «Am klügsten sind heute Zusammenlegungen mit mehreren Bezugspunkten.» Eine Zusammenlegung der vorhandenen Netze strebt denn auch der Gemeindeverband Wasserversorgung untere Langete an, in den bei der Fusion mit Langenthal auch die Obersteckholzer Primäranlagen hätten integriert werden sollen. (Langenthaler Tagblatt)

Erstellt: 27.06.2017, 06:03 Uhr

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