Ein «Kunstfluss» von Besuchern

Attiswil

Mit der Finissage endete am Sonntag die Ausstellung Kunstfluss in Attiswil. Mehrere Tausend Interessierte besuchten die Ausstellung im Dorf am Jurasüdfuss.

Ein Schiffchen für die Organisatorin: Nicole Rebholz Ingold mit Künstlern, die am «Kunstfluss» ausstellten.

(Bild: Olaf Nörrenberg)

«Fünf Monate lang haben Kunstobjekte rund um, im und am Dorfbach unser Dorf bereichert. Zahlreich sind Besucher ins Dorf gekommen, man darf fast sagen, geströmt», sagte Nicole Rebholz Ingold, Co-Präsidentin des organisierenden Museumsverein Attiswil, anlässlich der Finissage der Ausstellung Kunstfluss. «Und oft habe ich gehörte, wie hübsch und gemütlich unser Dorf sei und wie viel hier geboten werde.»

57 Kunstwerke standen fünf Monate im Blickfeld der Öffentlichkeit. Nach Schätzungen des Organisationskomitees haben 4000 bis 5000 Besucher den Weg absolviert. «Wahrscheinlich waren es noch mehr», vermutet Nicole Rebholz Ingold. Nicht nur die Organisatoren, sondern auch die Künstler haben durchwegs positive Rückmeldungen erhalten. So zum Beispiel Peter Probst, alias Pepro aus Derendingen, für «’s Grücht». Vier Kaufanfragen habe er für die auffällig rote Gruppe im Feld erhalten. «Möglicherweise schicke ich sie aber zuerst lieber auf Wanderschaft, bevor ich sie verkaufe.»

Eine weitere Ausstellung

Brigitte Broghammer aus Wiedlisbach ist oft auf ihre Fische aus Schwemmholz angesprochen worden. «Auf der Suche nach dem Holz habe ich entlang der Aare viele schöne Ecken entdeckt, die ich gemalt habe. Diese Bilder habe mir eine weitere Ausstellung ermöglicht», nennt sie einen positiven Nebeneffekt.

Sein Werk verkauft hat auch Roger Streit aus dem oberländischen Burgistein. Der als schräger Vogel bekannte Künstler hat für sein Werk «Im Fluss des Lebens» eine einheimische Käuferin gefunden, sodass die drei Meter lange Skulptur mit den Figuren von der Geburt bis zum Tod in Attiswil bleibt. Ebenfalls erhalten bleibt die Bachpromenade im oberen Dorfteil. Familie Danz hat, nach mehreren diesbezüglichen Anfragen, die Bewilligung dazu erteilt.

Ihren Dank richtete Nicole Rebholz Ingold nicht nur an die Kunstschaffenden und die vielen Helfenden, sondern auch an die Landbesitzer. «Dank dem Platz, den sie zur Verfügung stellen, sind die Ausstellungen überhaupt erst möglich.» Ein ganz spezielles Grusswort, um das er spontan gebeten hatte, richtete Peter Vogt aus Balsthal an die Finissagebesucher. Er habe den Kunstweg bereits 30-mal abgeschritten und werde es noch 10- bis 20-mal tun, liess er die Gäste wissen.

Wie das geht, erklärte er anhand der beiden ersten Kunstwege in Attiswil, die er über 130-mal besucht hat. «Zuerst beschreite ich den Weg, um zu schauen, ob er für mich geeignet ist», so der Rentner. «Beim zweiten Durchgang schaue ich mir die Objekte an, beim dritten Mal ebenso, aber intensiver.» So gehe es weiter. Er klassiere die Werke in G wie gut, SG wie sehr gut und OB für ohne Bewertung, wenn er sie nicht verstehe. «Ich höre aber nach der Finissage nicht auf, sondern gehe den Weg mehrmals entlang und überlege mir, wo welches Objekt gestanden hat. Das ist für mich ein gutes Gedächtnisjogging.»

Ob ein vierter Kunstweg folgt, wollte Nicole Rebholz Ingold nicht verraten, nur so viel: «Es wird uns sicher wieder etwas einfallen, sei es in zwei oder in drei Jahren.»

Nächster Anlass Museum Attiswil: 4.Köfferlimärit, Freitag, 13.November, 18 bis 21 Uhr, Samstag, 14.November, 10 bis 17 Uhr, Sonntag, 15.November, 14 bis 17 Uhr. Mehr unter http://handgemachtesausdemkoffer.blogspot.com

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