Die Biber verschärfen das Problem

Wiedlisbach

Das Ufer des Moosbachkanals muss saniert werden. Damit will die Gemeinde weiteren Überschwemmungen vorbeugen.

Hier waren die Biber am Werk. Andreas Rohn zeigt, weshalb die Ufer des Moosbachs einer Sanierung bedürfen.

Hier waren die Biber am Werk. Andreas Rohn zeigt, weshalb die Ufer des Moosbachs einer Sanierung bedürfen.

(Bild: Thomas Peter)

Bei starken Regenfällen kommt es beim Moosbachkanal immer wieder zu Hochwasser. Dies kann vor dem Durchlass bei der A 1 zu Überschwemmungen des Kulturlandes führen. Der Moosbachkanal führt als Fortsetzung des ­zwischen Farnern und Rumisberg entspringenden Brüggbachs nach Wiedlisbach.

Nicht zuletzt seien die Überschwemmungen Folge einer Umgestaltung des Ufers vor rund zehn Jahren, erklärt Andreas Rohn, Vizepräsident der Bau- und Verwaltungskommission und zuständig für das Ressort Umwelt und Friedhof.

Damals habe der Fischereiverein Wangen nach Rücksprache mit der Gemeinde das Ufer in Fronarbeit saniert und unter anderem die Stellriemen entfernt.

Dieses Vorgehen entpuppte sich im Nachhinein als Fehler. Denn durch die Ansiedlung des Bibers vor drei Jahren sei das Problem der Überschwemmungen zusätzlich angewachsen. «Die Tiere lockern den Boden auf», weiss Andreas Rohn.

«Die Tiere lockern den Boden auf.»Andreas Rohn, Vizepräsident Bau- und Verwaltungskommission

Erhebliche Schäden

Aktuell ist ein Teil des begradigten Kanals so stark beschädigt, dass nicht mehr länger zugewartet werden kann. Dies betrifft den Abschnitt zwischen der Brücke Landwirtschaftsweg und dem Durchlass bei der A 1 rechtsufrig auf einer Länge von rund 130 Metern. Zudem weist auch die linksufrige Böschung erhebliche Schäden auf.

Nach Abklärungen mit der Abteilung Wasserbau des Kantons Bern, dem Fischereiinspektorat sowie dem Grundeigentürmer hat die Gemeinde nun das Langenthaler Ingenieurbüro Schei­degger mit den Arbeiten beauftragt. Dieses wird das Ufer des Baches auf der Südseite sanieren und auf der Nordseite partielle Massnahmen vornehmen.

Der Bachdurchlauf bei der Autobahn wird mittels vorhandener Blocksteine befestigt und der Zufluss vor dem Durchlass optimiert. Zudem werden mittels Holzkonstruktionen Fischunterstände geschaffen.

Gemäss dem technischen Bericht des Ingenieurbüros wird das sogenannte Instream-Restaurieren angewendet. Dessen Grundidee sei es, Fliessgewässer durch einfache, kostengünstige Massnahmen im bestehenden Bett ökologisch aufzuwerten.

Die Kosten sind mit 58 000 Franken veranschlagt. Der Kanton würde den grössten Teil davon tragen, so Rohn. «Die Gemeinde wird noch rund zehn ­Prozent übernehmen müssen», sagt er.

Kredit genehmigt

Um auf der sicheren Seite zu sein, hat der Gemeinderat am 6. Februar einen Verpflichtungskredit von rund 64 000 Franken genehmigt. Da gegen Gemeinderatsbeschlüsse, welche den Betrag von 50 000 Franken übersteigen, das Referendum ergriffen werden kann, ist der Kredit im Anzeiger publiziert worden.

Die Unterlagen liegen in der Gemeindeverwaltung auf. Die Referendumsfrist läuft bis zum 13. März. Danach soll die Sanierung des Moosbachs beginnen.

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