Oschwand

Der Kunstplatz wird nicht eröffnet

Oschwand Im einstigen Wohnhaus des Kunstmalers Cuno Amiet hätte eigentlich ein öffentlicher Begegnungsort entstehen sollen. Doch nun wird das Projekt nach vielen Verzögerungen beerdigt.

Die frühere Liegenschaft von Cuno Amiet, aufgenommen im Jahr 2011 zum 50. Todestag des bekannten Künstlers.

Die frühere Liegenschaft von Cuno Amiet, aufgenommen im Jahr 2011 zum 50. Todestag des bekannten Künstlers. Bild: Thomas Peter

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Sich zurückziehen, Kraft tanken und den kreativen Geist von Cuno Amiet spüren können – das sollte auf der Oschwand möglich werden. Anfang November 2013 schrieb diese Zeitung darüber, wie Daniel Thalmann, Urenkel von Amiet, einen Begegnungsort für Kunst- und Kulturinteressierte schaffen wollte. Schon damals wurde bekannt, dass sich die Eröffnung des Kunstplatzes, zu dem Wohnhaus, Atelier und Garten gehören, um ein Jahr verzögert.

Diese Verzögerung zog sich in der Folge hin. Bis heute. Mehr noch: In einem Schreiben teilt die Fondation Cuno Amiet mit, dass der Kunstplatz auf der Oschwand nun gar nicht eröffnet wird.Erst in diesem Jahr hatte die Fondation ihre operative Tätigkeit aufgenommen. Das erklärte Ziel: Cuno Amiet und sein Werk sowie dessen Bedeutung im kulturellen und gesellschaftlichen Zusammenhang zu erschliessen und an ein möglichst breites Publikum zu vermitteln.

Schwer finanzierbar

In der Mitteilung heisst es, dass Stiftungsratspräsident Daniel Thalmann nach seiner Herzoperation weiterhin Rücksicht auf seine Gesundheit nehmen müsse, was zu einer Konzentration der Kräfte innerhalb der Stiftung führe. «Der Zeitaufwand wurde für uns zu gross», sagt Geschäftsführer Oli Bergmann auf Anfrage. Zudem habe sich gezeigt, dass das Projekt mittel- und langfristig schwer zu finanzieren sei. Zumal beim Kunstplatz mit Bergmann, Thalmann und seiner Frau nur drei Leute involviert sind.

Der Stiftungsrat habe diverse Modelle geprüft und Wege gesucht, wie Bergmann sagt. Man sei dann aber Ende August an der Stiftungsratssitzung zum Schluss gekommen, die Amiet-Liegenschaft in Oschwand nicht öffentlich zugänglich zu machen. Der Kunstplatz würde zu viele der ­ohnehin begrenzten personellen Ressourcen an sich binden und wenig Raum für weitere Projekte zulassen, so die Argumentation.

Projekte, wie beispielsweise die Ausstellung mit Werken von Cuno Amiet im Kunsthaus Solothurn. Diese eröffnet nächste Woche, um den 150. Geburtstag des Künstlers zu begehen. Amiet starb 1961 im Alter von 93 Jahren.

Stiftung will Archiv ausbauen

Aktiv vorantreiben möchte die Fondation stattdessen die Amiet-Forschung, und auch das historische Archiv soll sukzessive aus­gebaut, sprich Werke digitalisiert und transkribiert, werden. Weiterhin möchte die Fondation Cuno Amiet als Kompetenzzentrum fungieren und für alle Fragen zu Amiet eng mit kunstwissenschaftlich tätigen Institutionen zusammenarbeiten.

Verschwendete Zeit und Geld sei das Projekt jedoch nicht gewesen, stellt Bergmann klar. «Denn das Haus hätte sowieso renoviert werden müssen.» Dieses bleibt weiterhin im Besitz der Nachkommen.

(Berner Zeitung)

Erstellt: 14.09.2018, 19:00 Uhr

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