Herzogenbuchsee

Der Kanton übernimmt die Planung

Herzogenbuchsee Die Gemeinde Herzogenbuchsee kann beim Durchgangsplatz für Schweizer Fahrende nicht mehr mitreden.

Den asphaltierten Platz neben der Hundeschule sollen künftig Schweizer Fahrende nutzen können. Bild: Olaf Nörrenberg

Den asphaltierten Platz neben der Hundeschule sollen künftig Schweizer Fahrende nutzen können. Bild: Olaf Nörrenberg

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Der Kanton will beim Buchser Fussballplatz Waldäcker einen Halteplatz für Schweizer Fahrende einrichten. An seiner letzten Sitzung Ende Februar hat der Gemeinderat nun beschlossen, auf eine kommunale Planung zu verzichten und den Standplatz stattdessen wie bei den beiden anderen Plätzen in Erlach und Muri mittels einer kantonalen Überbauungsordnung zu planen.

Der Kanton trage damit die Kosten von rund 70'000 Franken und übernehme einen Grossteil der Planungsarbeiten, schreibt die Gemeinde in einer Mitteilung. Dagegen entfällt allerdings die Legitimation durch die Gemeindeversammlung.

«Der unter Umständen etwas grössere Einfluss der Gemeinde auf die Planung im Falle einer kommunalen Überbauungsordnung rechtfertigt die finanziellen Aufwendungen nie», begründet der Gemeinderat seinen Grundsatzentscheid.

Breite Begleitgruppe

Zudem werde die Planung von einer Gruppe begleitet, in der auch die Gemeinde Einsitz habe. Weiter sollen der Fussballklub, die Hundeschule, Anwohner sowie allenfalls Parteivertreter miteinbezogen werden. Insbesondere bei Hundetrainerin Conny Müller und dem FC haben die Pläne des Kantons viel Unbehagen ausgelöst.

Insgesamt zehn Stellplätze sind vorgesehen beim Halteplatz in Waldäcker. Grundeigentümerin des Geländes ist die Einwohnergemeinde. Für die Infrastruktur kommt jedoch der Kanton auf, der Betrieb ist grundsätzlich kostendeckend. Auch garantiert der Kanton den Gemeinden, allfällige Defizite zu 80 Prozent und die Kosten für Sicherheitsein­sätze der Kantonspolizei gänzlich zu übernehmen.

Vorgesehen ist, dass die Fahrenden den Platz in der Zeit von März bis Oktober für Aufenthalte von maximal ei­nem Monat benützen können. Ursprünglich hätten die Plätze im Frühling 2018 in Betrieb genommen werden sollen. Wegen der komplexen Planung wird mit der Eröffnung nun aber frühstens für die Saison 2019 gerechnet. (pd)

Erstellt: 20.03.2017, 15:43 Uhr

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