Hindelbank

Der Gemeinderat will reagieren können

Hindelbank Die Behörden wollen mitbestimmen, wie die Gegend beim Bahnhof überbaut werden soll. An­lässlich der Ortsplanrevision steht eine Umzonung an.

Das Gebiet um den Bahnhof soll umgezont werden.

Das Gebiet um den Bahnhof soll umgezont werden. Bild: Thomas Peter

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Dem Gemeinderatspräsidenten von Hindelbank sind die Hände gebunden. «Aufgrund der im kantonalen Richtplan vermerkten Fruchtfolgeflächen, die Hindelbank umgeben, ist unser Wachstum nach aussen beschränkt», sagt Daniel Wenger. Die Konsequenz: Bestehende Zonen müssen besser und effizienter genützt werden.

Zentrale Lage

So wird das Gebiet rund um den Bahnhof zu einer Planungszone umgenutzt. Eine solche Zone ­erlaubt der Gemeinde, die Nutzungs- und Gestaltungsvorschriften für die bestimmte Fläche zu überprüfen.

Die zentrale Lage am Dorfeingang und die ­gute Anbindung an den öffentlichen Verkehr sieht der Gemeinderat als triftigen Grund, sich dieses Überprüfungsrecht zu sichern, damit sie eine dem Standort entsprechende Nutzung gewähren kann.

Die Gemeinden können grundsätzlich ihre Zonen so planen, wie es ihnen beliebt, aber sie müssen sich an die Vorgaben des kantonalen Richtplans halten. In diesem wird beispielsweise das Wachstum definiert.

Hindelbank solle bis 2030 um 100 Raum­nutzer wachsen. «Illusorisch», kommentiert Wenger dieses Ziel. Es schiesse nur schon mit einer Überbauung, die sich bereits in Planung befinde, weit über diese Zahl hinaus.

Im Richtplan ist auch festgelegt, wie viele Raumnutzer eine Gemeinde pro Hek­tare Land aufweisen muss, damit neues Bauland eingezont werden darf:nämlich 39 – Hindelbank hat deren 65. Trotzdem kann wegen sogenannter Fruchtfolgeflächen nicht einfach nach Lust und Laune eingezont werden.

Ein Kontingent

Fruchtfolgeflächen sind laut dem Bundesamt für Raumentwicklung die besten Landwirtschaftsflächen. Jeder Kanton hat ein gewisses Kontingent an solchen Flächen zu bestimmen. Der Kanton Bern habe diesbezüglich zwar nur die Vorgaben des Bundes umgesetzt, aber der Ge­meinderat von Hindelbank bedauere, dass der Kanton zu wenig Reserven geschaffen habe, um beständiges Wachstum zu gewährleisten, so Gemeinderatspräsident Wenger.

Qualität vor Quantität

Die Einschränkung im Planen neuer Zonen wird jetzt durch die Gemeinde kompensiert, mit ebendiesen Möglichkeiten. Wenger erklärt: «Wenn ein Gewerbe wachsen möchte, wir aber keinen neuen Platz zur Verfügung stellen können, dient die Planungszone sozusagen als Reserve, wo die Gemeinde solche Unternehmen unterbringen kann.»

Es erlaubt der Gemeinde bei neuen Gewerben in dieser Zone eine Auswahl zu treffen und so das Dorfbild nach ihren Vorstellungen mit zu gestalten. Die Unterlagen zur Planungszone liegen noch bis Montag, 8. Oktober, in der Gemeindeschreiberei in Hindelbank öffentlich auf. (ero)

Erstellt: 18.09.2018, 08:41 Uhr

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