Langenthal

Blues und Soul vereint

LangenthalEin ebenso exklusiver wie explosiver Mix entflammte das Publikum im ausverkauften Kirchgemeindehaus. Es war ein Schlussfeuerwerk an den 28. Langenthaler Jazz-Tagen.

Jazz-Tage 2018 zum Letzten: Gigi Moto (links) und  Lilly Martin im Duett.

Jazz-Tage 2018 zum Letzten: Gigi Moto (links) und Lilly Martin im Duett. Bild: Olaf Nörrenberg

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Die Crème de la Crème der Schweizer Musikszene kündigen die Moderatorinnen Claudia Frangi und Manuela Leuenberger an und präsentieren einen Soul- und Bluesabend, an dem mit Lilly Martin und Gigi Moto gleich zwei Sängerinnen auf der Bühne stehen: Frauenpower pur.

Die gebürtige New Yorkerin mit kubanischen Wurzeln ist eine charismatische Künstlerin. Mit ihrem unverkennbaren Stil vereint Lilly Martin Blues und Soul, Leidenschaft und Sinnlichkeit. Durch die Zusammenarbeit mit Philipp Fankhauser und Polo Hofer sowie als Vocal-Coach für «The Voice of Switzerland» ist sie jedoch nicht mehr allein in der Soulszene ein Begriff. Lilly Martin lebt die Musik und interpretiert die Songs auf ihre ganz persönliche Art, ein vibrierender Mix aus jazzigen Elementen und soulgetränktem Blues.

Gänsehaut-Feeling erzeugt Lilly Martin mit dem funkigen Song «The Jealous Kind», einst interpretiert von Etta James. Die Songwriterin liebt gute Texte und singt Kompositionen aus ihrem neuen Album «Minetta», geschrieben und arrangiert mit Bandleader und Lebenspartner Michael Dolmetsch, einem der versiertesten Keyboarder in der Schweiz.

Nahrung für die Seele

«Als Musiker können wir Emotionen kreieren, und wenn wir damit das Publikum berühren, dann entsteht eine Verbindung. Genau diese Verbindung und Anerkennung spüre ich hier in Langenthal. Das ist Nahrung für die Künstlerseele», sagt Lilly Martin gegenüber dieser Zeitung. Sie stand wie Musiker Walter Baumgartner schon auf dieser Bühne, als Backgroundsängerin von Gospelsänger Richard Broadnax, der sie auf dem Weg zu ihrer Musik inspiriert hat.

«Diese Verbindung und Anerkennung spüre ich hier in Langenthal.»Lilly Martin, Sängerin

Anscheinend mühelos wechselt der begnadete Bluesharp-Spieler Walter Baumgartner vom Spielen zum Singen und lässt mit seiner sonoren Stimme aufhorchen. 2016 mit dem Blues Award ausgezeichnet, verblüfft der Virtuose mit Technik und Tempo. Dazu versprüht er überschäumende Lebenslust und Temperament. Ebenso wie Rockröhre Gigi Moto, die gleich mit einem B.-B.-King-Song aufwartet.

Das Energiebündel mit der kraftvollen Soulstimme harmoniert auch im Duett mit Lilly Martin, begleitet von Ausnahmegitarrist und Lebenspartner Jean-Pierre von Dach. Dessen mitreissende Soli begeistern im Zusammenspiel mit Oliver Keller, der neben langsamen Bluestracks auch soulige Passagen zu gestalten weiss und rockige Gitarrenriffs integriert. Etwa bei «When Loves Comes to Town» der irischen Rockband U2. Daraufhin folgt ein Beatles-Song und als Zugabe »Let the Good Times Roll».

Ein eingespieltes Team

Die Besucher der Langenthaler Jazz-Tage erleben eine gute Zeit. Dies ist den Machern der Jazz-Tage zu verdanken, die auf ein erfolgreiches Festival zurückblicken. Dreimal ausverkauftes Haus, nur beim Konzert der Hamburger Jazzsängerin Caro Josée blieben wenige Plätze frei. Entsprechend zufrieden zeigt sich Programmchef Bruno Frangi, dem es immer wieder gelingt, Formationen auf die Bühne zu bringen, die es so nur selten zu sehen und zu hören gibt.

Da ist Organisationstalent und Flexibilität gefragt, wie die Anekdote von Hansjürg Moser, verantwortlich für die Bandbetreuung, zeigt: «Nach dem gemeinsamen Essen mit den Musikern hat sich der Drummer eine knappe Stunde vor dem Soundcheck erkundigt, ob das Schlagzeug schon aufgestellt sei. «Wie, was, ihr habt keines dabei?» Augenblicklich wird telefoniert, und spontan stellt die Oberaargauische Musikschule ein Schlagzeug bereit, das OK-Mitglied Willy Schnetzer eilends ins Kirchgemeindehaus transportiert. (Berner Zeitung)

Erstellt: 28.10.2018, 17:45 Uhr

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