Herzogenbuchsee

Auch im Winter wird hier mit Sand gekocht

HerzogenbuchseeDie Sandspieloase in Herzogenbuchsee befindet sich bereits in ihrer zweiten Saison. Das Angebot für Kinder bis fünf Jahre ist gefragt.

Die Sandkästen animieren die Kinder zum Spielen.

Die Sandkästen animieren die Kinder zum Spielen. Bild: Thomas Peter

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Im Dachgeschoss der Bibliothek Herzogenbuchsee wird gekocht. Den jungen Köchen gefällts: Ohne aufpassen zu müssen, dass etwas daneben gehen könnte, dürfen sie hier ihrer Kreativität freien Lauf lassen. Im Fleischwolf oder in der Kaffeemühle wird feiner Sand ­bearbeitet und anschliessend zu einem Kuchen geformt. «Das Kochen gefällt fast allen, egal, ob Mädchen oder Knaben», sagt Ruth Sager. «Diese Arbeit kennen sie von zu Hause. Sie können sie hier nachspielen.»

Die Initiantin des privaten Projekts Sandspieloase, das aus einem Team von fünf Frauen besteht, freut sich: Gleich neun Kinder sind an diesem Nachmittag zu Besuch. «Das ist viel.» Im Durchschnitt seien es fünf bis sechs, sagt Ruth Sager, Mitglied der Buchser Bildungskommission. Die Nachfrage sei im Vergleich zum Vorjahr gewachsen.

Wichtiger Austausch

Die Sandspieloase, die sich bereits in ihrer zweiten Saison befindet, öffnet ihre Türen jeweils am Dienstag und Samstag für zwei Stunden. Dies heuer noch bis zum 27. März.

Das Angebot, das sich an Kinder von eineinhalb bis fünf Jahren richtet, ist ganz bewusst auf die Wintermonate beschränkt: Im Sommer sei das Angebot für die Kinder draussen gross, sagt Ruth Sager. «In der Winterzeit hingegen fehlt den Eltern häufig die Möglichkeit, die Sinne ihrer Kinder anzuregen.» Genau dies sei in der Sandspieloase möglich. Und das Angebot sei pädagogisch wertvoll: «Hier kommen die Kinder in den Kontakt mit Gleichaltrigen und müssen lernen, mit diesen zu teilen.» Dieser Austausch fehle den Kindern im Sandkasten zu Hause häufig.

Dabei sei die Sandspieloase nicht als Hütedienst für die Eltern zu verstehen. «Die Idee ist es, dass die Eltern ihre Kinder begleiten und beaufsichtigen», sagt Ruth Sager. Für die Eltern sind denn auch rund um die Sandkästen Sitzgelegenheiten vorhanden.

Zur Sandspieloase inspiriert wurde die Buchserin von einem Projekt aus Berlin und von der «Sandbank» aus dem sankt-gallischen Grabs. Die Idee dafür habe sie danach längere Zeit verfolgt. Schliesslich ergab sich im Oktober 2016 die Möglichkeit, in das zweite Obergeschoss im ehemaligen Doktorhaus am Rössliplatz einzuziehen. Dort hatte sich kurz zuvor die Bibliothek neu eingerichtet. «Solange keine andere Nutzung vorgesehen ist, können wir im Dachgeschoss weitermachen», sagt Ruth Sager. Zur Freude der Kinder: «Hier dürfen sie auch gerne eine Sauerei anrichten.» (Langenthaler Tagblatt)

Erstellt: 15.03.2018, 17:04 Uhr

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