3 Frauen und 14 Männer wollen in den Rat

Huttwil

Bei den Gemeinderatswahlen am 23. Oktober werden die Karten neu gemischt. Der künftige Gemeindepräsident muss sich dabei zuerst als Ratsmitglied wählen lassen.

Im Stadthaus Huttwil werden bald die Sitze neu verteilt.

Im Stadthaus Huttwil werden bald die Sitze neu verteilt.

(Bild: Thomas Peter)

Jürg Rettenmund

Von Wahlkampf spürt man zwar gegenwärtig nichts in Huttwil. Trotzdem verspricht der Urnengang am 23. Oktober Spannung: Denn verschiedene Voraussetzungen haben sich gegenüber vor vier Jahren geändert. Die Karten im Stadthaus müssen neu gemischt werden. Insgesamt ist die Auswahl grösser als 2012. Bewarben sich damals zwölf Kandidierende für die sieben Sitze in der Exekutive, stehen diesmal deren siebzehn zur Auswahl.

SVP rüstet auf

Stärkste Partei ist in Huttwil die SVP. Sie trägt kräftig zur grösseren Auswahl bei. 2012 war sie mit bloss drei Kandidaten angetreten, um ihre drei Sitze zu verteidigen. Von ihrer Wählerschaft wurde dies jedoch nicht goutiert. Statt eines Stimmenanteils von gut einem Drittel kam die Volkspartei bloss noch auf 27 Prozent und musste einen Mandatsverlust hinnehmen. Sie lag damit deutlich unter dem Wähleranteil, den sie auch bei den letzten Grossrats- und Nationalratswahlen erreicht hatte. Die SVP ist seither wie FDP und SP mit noch zwei Gemeinderäten vertreten in Huttwil.

Dieses Jahr stehen auf ihrer Liste wieder sechs Namen, wobei derjenige von Marcel Sommer auf der vorgedruckten Liste kumuliert, also doppelt aufgeführt ist. Der bisherige Gemeinderat mit Ressort Finanzen kann dem Wahlsonntag deshalb recht gelassen entgegenblicken.

FDP setzt auf Bisherige

Bloss zu zweit tritt die FDP an – dafür mit ihren zwei Bisherigen. Allerdings ist Kurt Graf erst vor den Sommerferien für Samuel Lanz in den Gemeinderat nachgerutscht und muss sich erstmals einer Volkswahl stellen. Die Freisinnigen wachsen in Huttwil auf Gemeindeebene regelmässig über die knapp 8 Prozent hinaus, die sie bei kantonalen und nationalen Wahlen holen. Selbst als sie 2008 bloss einen Kandidaten stellen konnten, holten sie 11,5 Prozent und blieben damit in der Exekutive vertreten.

Den zweiten Sitz errangen sie vor vier Jahren allerdings recht knapp. Ob es diesmal wieder zu einer Doppelvertretung reicht, oder ob sie zum Opfer der wiedererstarkten Bündnispartnerin SVP wird, wird sich an der Urne zeigen. Ein sicherer Wert dürfte für sie Hans Mathys sein, Ressortvorsteher Bau. Er hatte vor vier Jahren als Neuer den Bisherigen Samuel Lanz überflügelt.

Zwei Namen für die BDP

Mit einem noch besseren Resultat war damals Walter Rohrbach als einziger Vertreter der BDP in den Gemeinderat eingezogen und hatte in der Folge nicht nur das Ressort Bildung übernommen, sondern auch das Vizepräsidium. Diesmal kann die Partei mit zwei Kandidaten antreten. Eine Listenverbindung ist sie nicht eingegangen.

Nachwuchs bei der EDU

In die bürgerliche Allianz mit eingebunden ist hingegen die EDU. Ihr Parteipräsident Johann Ulrich Grädel wurde vor zwei Jahren in den Grossen Rat gewählt, dank einer geschickten Listenverbindung mit den Grünliberalen. Er steht seiner Partei deshalb für den Gemeinderat nicht mehr zur Verfügung.

Dafür hat in der Familie Grädel ein Generationenwechsel stattgefunden: Für die EDU kandidiert Sohn Alexander. Insgesamt enthält die Liste der EDU drei kumulierte Namen. Ob diese damit erstmals in den Huttwiler Gemeinderat einziehen kann, ist trotzdem offen. Wahrscheinlicher ist, dass sie die bürgerliche Mehrheit absichern hilft.

SP zur Hälfte mit Frauen

Mit Sandra Lambroia Groux kandidiert auch bei der SP eine Bisherige, die sich erstmals einer Urnenwahl stellen muss. Allerdings konnte sie sich in ihrem Ressort – Soziales, Kultur und Freizeit – bereits profilieren, war sie doch in der Mitte der Legislatur von ihrer Partei für Franziska Ryser nominiert worden.

Mit vier Kandidierenden stellt die SP für die Verteidigung ihrer zwei Sitze die zweitgrösste Auswahl nach der SVP. Und noch mit einer weiteren Tatsache brilliert die SP: Generell ist das Interesse der Huttwilerinnen für den Gemeinderat gering. Auf drei der fünf Listen bleiben die Männer gar unter sich. Zwei Frauen kandidieren hingegen bei der SP, die damit mit einem Frauenanteil von 50 Prozent brillieren kann.

Mehr Köpfe, weniger Listen

Auch wenn mehr Kandidaten zur Wahl stehen, das Parteienspek­trum in Huttwil ist kleiner als vor vier Jahren. Die Freien Wähler lösen sich auf Ende Jahr auf und treten deshalb auch nicht mehr zu den Wahlen an. Im Gemeinderat waren sie ohnehin bereits nicht mehr vertreten. Sie halfen allerdings mit einer Listenverbindung, den zweiten Sitz der SP abzusichern.

Um ein Amt im Gemeinderat geht es bei den Wahlen am 23. Oktober bloss indirekt: das des ­Gemeindepräsidenten. Hansjörg Muralt (SVP) tritt nicht mehr an. Sein Nachfolger muss sich allerdings zuerst in den Gemeinderat wählen lassen. Deshalb gaben sich mögliche Interessenten bisher bedeckt. Sie wollen zuerst ihr Ergebnis abwarten. Hinter den Kulissen dürften trotzdem bereits erste Sondierungen getroffen worden sein, denn nach der Wahl bleibt nicht mehr viel Zeit: Die Vorschläge für die Majorzwahl am 27. November müssen bereits am Montag, 24. Oktober, eingereicht werden.

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