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11.11. – aus Zankapfel wird Chance

Dieses Jahr fallen in Langenthal der Glatte Märit, die Fasnachtseröffnung und der Stadtlauf aufs gleiche Datum. Bei gewissen Beteiligten sorgte diese Konstellation für Unmut.

Immer am Samstag: Wie hier 2016 sollen auch in diesem Jahr die Teilnehmer des Stadtlaufs an einem Wochenende nach Langenthal strömen. Weil gleichentags die Fasnachtseröffnung stattfindet, die ebenfalls Platz in Anspruch nimmt, herrschte zwischen den beiden OKs Klärungsbedarf.
Immer am Samstag: Wie hier 2016 sollen auch in diesem Jahr die Teilnehmer des Stadtlaufs an einem Wochenende nach Langenthal strömen. Weil gleichentags die Fasnachtseröffnung stattfindet, die ebenfalls Platz in Anspruch nimmt, herrschte zwischen den beiden OKs Klärungsbedarf.
Daniel Fuchs

Für rote Köpfe wird der 11. November 2017 so oder so sorgen. Bei den Fasnächtlern deshalb, weil sie um Punkt 11.11 Uhr mit kakofonen Klängen die närrische Jahreszeit einblasen werden. Bei den Teilnehmern des Stadtlaufs darum, weil sie rennend ihre Strecke durchs Zentrum absolvieren wollen. Ein Potenzial dafür, gewisse Köpfe erröten zu lassen, hatte der elfte Elfte 2017 indessen schon früher.

Genauer gesagt: in den letzten Wochen und Monaten. Allmählich war nämlich die Erkenntnis gereift, dass an diesem Samstag im November im Stadtzentrum nicht nur der Glatte Märit in der Markthalle stattfinden wird. Man merkte auch: Im Ortskern, in und rund um die Marktgasse, sollen auch gleichzeitig der Stadtlauf und die Fasnachtseröffnung über die Bühne gehen.

Ein Problem? Offenbar schon. Rasch machten nämlich Gerüchte die Runde: Insbesondere der Stadtlauf und die Fasnachtseröffnung kämen sich unweigerlich in die Quere, der eine Anlass wolle deshalb den andern verdrängen. Oder: Der eine OK-Präsident setze sich über den anderen Entscheidungsträger hinweg.

Den Anlass vorverschoben

Doch warum kommt es überhaupt zur unglücklichen Terminkollision? In der Vergangenheit hatte man schliesslich nie Probleme: Die Fasnächtler trafen sich bereits vor siebzehn Jahren erstmals an einem elften Elften vor dem Choufhüsi. Und der Stadtlauf findet heuer auch schon zum 19. Mal im Zentrum statt.

Dass die beiden Anlässe nun ausnahmsweise aufeinandertreffen, hängt mit einem Entscheid zusammen, den die Verantwort­lichen des Stadtlaufs vor einigen Jahren trafen. Damals wurde beschlossen, den Laufevent vom dritten aufs zweite Wochenende im November vorzuverschieben. Dies deshalb, weil man Rücksicht nimmt auf den Schweizer Lauf­kalender. «Man will sich nicht gegenseitig die Läuferinnen und Läufer streitig machen», begründet der heutige Stadtlauf-OK-Präsident Reto Müller. Der Stadtpräsident verweist in diesem Zusammenhang auf Laufveranstaltungen in Bulle FR und Basel, die zur selben Zeit im Herbst stattfinden.

Folgenschwere Konstellation

Das diesjährige Aufeinandertreffen von Laufanlass und Fasnachtssause mag zwar ein seltener Zufall sein. Folgenschwer ist die Konstellation aber trotzdem. Beispielsweise dann, wenn die Fasnächtler weichen oder verzichten müssten: Anders als die Stadtläufer müssen sie nämlich lange darauf warten, dass ihre Veranstaltung mal an einem Samstag stattfinden kann. Unumstösslich ans Datum gebunden, wird der elfte Elfte zumeist werktags begangen. Und dies ohne grossen Pomp und Trallala.

Findet der Anlass jedoch ausnahmsweise an einem Wochenende statt, wird entsprechend mit der grossen Kelle angerichtet. Gerechnet wird dann mit einem grösseren Publikumsaufmarsch. Das Rahmenprogramm fällt üppiger aus. Das ist auch nötig. Die Organisatoren legen sich mit den zusätzlichen Einnahmen ein Polster für Jahre auf die Seite, in denen die Fasnachtseröffnung wieder unter der Woche begangen wird.

Insofern ist logisch, dass die 11. 11.-Crew auf eine Austragung am 11. November 2017 pocht. Und traditionsgemäss soll die Eröffnung wieder vor dem Choufhüsi über die Bühne gehen. Die Organisatoren des Stadtlaufs halten indes ebenfalls an Datum und Ort fest. Sie berufen sich auf die Abhängigkeiten im Laufkalender.

Das klärende Gespräch

Man könnte nun fragen: Was war zuerst da, das Huhn oder das Ei? Die beiden Organisationskomitees haben sich stattdessen für andere Fragen entschieden. Fragen, die letzte Woche während einer gemeinsamen Sitzung besprochen wurden. Streitigkeiten scheint es dabei nicht gegeben zu haben. Anwesend waren seitens der Langenthaler Fasnachtsgesellschaft Markus Gfeller (Ober) und Michael Lüdi (OK-Chef 11. 11.).

Der Stadtlauf war vertreten durch OK-Präsident Reto Müller und Vize Lukas Bissegger. Sowohl Reto Müller als auch Ober Markus Gfeller sprechen von einer «sehr konstruktiven Sitzung» und einem «guten Austausch». Laut Reto Müller wird nun «eine grosse Idee» verfolgt, «die für beide Seiten befruchtend ist». Man wolle den Tag miteinander gestalten, anstatt davon auszugehen, dass man sich in die Quere komme.

«Ein gutes Projekt», verspricht Markus Gfeller. «Aber noch ist es nicht spruchreif.» Zunächst müsse der Vorschlag in den jeweiligen Vorständen besprochen werden. Details wollen die Verantwort­lichen zu einem späteren Zeitpunkt bekannt geben.

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