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Notfall-Hotline für Lehrlinge

InterlakenDas Bildungszentrum BZI bietet seinen Jugendlichen, die während ihrer Lehrzeit in Schwierigkeiten geraten, kostenlosen Rat und Hilfe an: Die BZI-Call-Hotline 079 2225939 ist rund um die Uhr besetzt.

«Die Betroffenen selbst sind nicht unbedingt die, die am meisten bei der BZI-Call-Hotline anrufen. Wir haben häufig die Eltern, einen Lehrer oder den Ausbildner unserer Jugendlichen am Telefon», erklärte Christian Borter (54), Berufsschullehrer am Bildungszentrum Interlaken (BZI), Ausbildner und Praxisberater. Die 24-Stunden-Hotline BZI-Call unter der Nummer 079 2225939 ist für die Schüler gedacht, die Schwierigkeiten in Zusammenhang mit dem Lernen und dem Lehrverhältnis haben. «Wir verzeichnen etwa 30 bis 40 Notfallanrufe pro Jahr, die wir anonym behandeln», berichtet Borter. Er betreut im Dreierteam mit seinem Vorgesetzten Hanspeter Kobi (Lehrer und Praxisberater) sowie Kollegin Charlotte Scheller (Sprachlehrerin) abwechslungsweise die seit 2005 eingerichtete Hotline. Prioritäten setzen «Derjenige von uns, der Notfalldienst hat, entscheidet: Ist es ein dringender Fall? Kann ich das Problem mit meiner Ausbildung, meinen Kenntnissen lösen? Wir als Team garantieren, jeweils innerhalb von 24 Stunden auf einen Notruf zu reagieren», sagte Borter. Die Stärke der BZI-Call-Hotline sei die gute Vernetzung mit einer Reihe kompetenter Ansprechpartner, an die Hilfe suchende Jugendliche möglichst rasch überwiesen werden. «Wir arbeiten mit lokalen Fachleuten zusammen, wie etwa dem Team für betriebliche Bildung des Mittelschul- und Berufsbildungsamts des Kantons Bern, dem Case-Management Berufsbildung und dem Team Stopp Lehrabbruch des Vereins «Bildung Beruf», sagte Christian Borter. Wichtig sei, dass ein Hilfe suchender Schüler des BZI an die richtige Adresse verwiesen und dabei nicht allein gelassen werde. Vertraut sich ein Jugendlicher einem Lehrer an, entsteht ein Vertrauensverhältnis, das geschützt wird. «In einem solchen Fall versuchen wir, den Lehrer so zu unterstützen, dass er das Problem handhaben kann», sagte Borter. Involviert in einem konkreten Fall sind meist der Jugendliche, der Ausbildner und die Eltern. Wichtig seien die Absprachen: Wer erfährt davon, was besprochen wurde? «Wir unternehmen nichts ohne das Einverständnis der Jugendlichen», informierte Borter. Die Schwierigkeiten der Jugendlichen seien jeweils sehr individuell und die Triage (Zuweisung) an helfende Instanzen ein weites Feld, sagte Borter. «Es kann die Hilfe eines Berufsberaters, einer medizinischen Fachperson oder eine Drogenberatung notwendig sein – je nach Art der Schwierigkeit. Häufig müssen verschiedene Fachstellen gemeinsam ein Problem lösen, wobei eine Person führt», erklärte Borter. Das Bildungszentrum Interlaken mit seinen Filialen in Unterseen, Frutigen, Meiringen und Zweisimmen bildet zurzeit insgesamt 2500 Lehrlinge aus und bietet allen die Beratung im Rahmen der Schule kostenlos an. Suiziddrohungen und Unfälle Falls ein Hilfe suchender Jugendlicher mit Suizid droht oder dies gar versucht, wird sofort eine medizinische Fachperson beigezogen. Berufsunfälle passieren manchmal, wie beispielsweise in den gefährlichen Berufen Forstwart, Elektriker oder Zimmermann. Auch Autounfälle mit zum Teil tödlichem Ausgang, bedingt durch das Freizeit- und Fahrverhalten der heutigen Jugendlichen, kommen vor. Das berühre die ganze Klasse. «Es ist nicht einfach für die Schüler, wenn einer von ihnen plötzlich nicht mehr da ist. Wir als Team beraten und begleiten die Lehrer und Schüler – falls sie dies ausdrücklich wünschen», sagte Borter. Das Hotline-Team geht nicht in die Klassen, sondern arbeitet im Hintergrund und hat damit gute Erfahrungen gemacht. «Das Hauptbedürfnis der heutigen Jugendlichen ist es, dass jemand sich Zeit für sie nimmt und ihnen zuhört», erklärte Christian Borter. Monika Hartig>

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