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Muskelkater für Lachmuskeln

Steffisburg Turbulent, überraschend und witzig war das Gastspiel von Jörg Schneider und seinem Ensemble in der Aula Schönau. Keine tiefschürfende Geschichte, aber herausragend in Mimik und Rhetorik, löste das Stück endlose Lachsalven aus.

Unter der Regie von René Scheibli ist die himmeltraurige Komödie mit dem Titel «Y a-t-il un otage dans l’immeuble» von Alain Reynaud-Fourton entstanden. Jörg Schneider hatte das Werk für seine Schweizer Tournee in die Dialektfassung umgesetzt und ihm den Titel «Total dureknallt» gegeben. Die Hauptrolle hat der bekannte Schweizer Schauspieler zu seinem 75.Geburtstag auf sich selber zugeschnitten. Selbstmord vereitelt Der mässig erfolgreiche Schriftsteller Johannes J.Bachmann (Jörg Schneider) ist ausgebrannt, es fehlt ihm an Ideen. Aber auch finanziell steht er vor dem Ruin. Verlassen von Frau und Freunden, beschliesst er, seinem sinn- und trostlosen Dasein ein Ende zu setzen. Bei seinem Plan bekommt er unerwartet Unterstützung von seinem Neffen Leo (Beat Gärtner), der sich in ähnlicher Lage befindet. Sie beschliessen in Friede und Freundschaft abzutreten und trinken sich tüchtig Mut an. Aber so einfach, wie sie es sich vorgestellt haben, wird es den beiden nicht gemacht. Zuerst vereitelt die stark sehbehinderte Putzfrau (Irène Fritschi), dann ein Raubüberfall den Selbstmord. Das Gaunertrio mit Bandenchef Goliath (Lukas Fehr), Komplizin Speeddy (Angelika Binz) und Helfer Ueli (Andy Nzekwu) flüchtet ausgerechnet in Bachmanns Wohnung. Die Lage wird chaotisch, der Durchblick ist kaum mehr möglich. Auch wenn dem Stück keine Tiefe zugeschrieben werden konnte, bot es dem Publikum in der praktisch ausgebuchten Aula Schönau Steffisburg viel Unterhaltung. Die Gangster versteckten sich hinter Masken, die Bundesratsangehörigen verblüffend ähnlich sahen. Die unerwarteten Reaktionen und Gags der Darstellenden lösten anhaltende Lachsalven aus. So etwa als die Putzfrau den hinter einem Sessel versteckten Ueli mit einem Hund verwechselt, und als er aufsteht, sagt: «Wie schön, jetzt macht er Männchen.» Da prusteten die Gäste los und konnten kaum mehr Atem holen. Bemerkenswert waren das rhetorische Können und das grossartige Minenspiel, mit denen die kuriosen Geschichten bereichert wurden. Verena HolzerGastspiel: Jörg Schneider «Total dureknallt». Aktueller Tourneeplan unter: www.witka.ch>

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