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Mit dem Spital Langnau gehts bergauf

LangnauVon wegen dem Regionalspital Emmental laufen die Patienten davon: In der zweiten Hälfte des letzten Jahres haben die stationären Behandlungen laut CEO Adrian Schmitter um 5 Prozent zugenommen.

Die Gesundheitsdirektion des Kantons Bern gibt dem Spitalstandort Langnau keine grossen Überlebenschancen. Sie glaubt nicht daran, dass es inskünftig wirtschaftlich betrieben werden kann. Ihre pessimistische Einschätzung untermauert sie gerne mit Zahlen aus dem Jahr 2008. Diese zeigten, dass sich 52 Prozent der Emmentaler Wohnbevölkerung ausserhalb der eigenen Spitalregion hospitalisieren liessen. Die Statistik bezog sich allerdings nicht allein auf den Standort Langnau, sondern auch auf Burgdorf. 30 Prozent mehr operiertDer negativen Vorzeichen zum Trotz sind die Verantwortlichen der Regionalspital Emmental (RSE) AG fest entschlossen, das Akutspital in Langnau nicht nur zu erhalten, sondern auch voranzutreiben. Die neusten Zahlen stimmen sie optimistisch: In der Zeit zwischen 2009 und 2011 sei die Zahl der stationären Patienten leicht angestiegen, insgesamt um 1,6 Prozent, sagt RSE-CEO Adrian Schmitter. Das ist noch kein Grund zum Jubeln. Aber allein im letzten Quartal 2011 habe der Anstieg gegenüber dem Vorjahr rund fünf Prozent betragen. In der gleichen Zeit seien in Langnau um 30 Prozent mehr Operationen durchgeführt worden. In Langnau sei, so Schmitter, «eine grosse Power spürbar». Er prophezeit: «Dieses Jahr werden wir weiter wachsen.» Dafür sollen vorab die Chirurgen und Orthopäden sorgen, die auch in Langnau wieder operieren. Trotz Bau Gewinn avisiert«Wir werden es voraussichtlich auch im Jahr eins nach Swiss DRG schaffen, einen Gewinn zu erzielen», sagt Schmitter. (Seit diesem Jahr rechnen die Krankenkassen nach diagnosebezogenen Pauschalen ab.) Es ist ein ehrgeiziges Ziel, wenn das Spital Langnau dieses Jahr Gewinn erwirtschaften will. Denn im Sommer fahren hier Baumaschinen auf, und es wird nicht einfach werden, während den Bauarbeiten die Patienten zu behalten. Um Kosten zu senken, «müssen wir ein enges Regime führen und können nicht alles zu jeder Zeit umsetzen», sagt Schmitter. Beispielsweise wird in Langnau nicht an jedem Wochentag das gesamte Spektrum der orthopädisch-chirurgischen Eingriffe durchgeführt, und ambulante Behandlungen können nicht rund um die Uhr angeboten werden. Das Angebot sei bereits 2009 «nachfragegerecht ausgerichtet», so Schmitter, was zur Folge gehabt habe, dass die Anzahl ambulanter Patienten am Standort Langnau um rund 5 Prozent abgenommen habe. Doch das macht Schmitter nicht weiter Sorgen. «Es sind die stationären Patienten, die das Geld bringen.» Woher der Mut zum Bauen?Trotz dem Optimismus, den Schmitter verströmt, wundern sich einige Langnauerinnen und Langnauer: Wieso wagt es die Spitalleitung, in Langnau 8 Millionen Franken zu investieren, während der Kanton einen Beitrag aus dem Spitalinvestitionsfonds verweigerte mit der Feststellung, die RSE sei nicht in der Lage, die aktuelle Infrastruktur seiner beiden Standorte in Zukunft selbsttragend zu finanzieren? Schmitter erklärt, mit dem Umbau werde eine Infrastruktur aufgebaut, die einen effizienteren Spitalbetrieb erlaube. «Damit können wir durch Effizienzgewinn weitere Einsparungen realisieren», sagt Schmitter. Er ist überzeugt, dass das obere Emmental mit den rund 40 000 Einwohnern «weiterhin Anrecht hat auf ein kleines, schlankes Spital, das die medizinische Grundversorgung anbietet». Susanne Graf>

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