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Middlesbrough - Locarno - Thun

Andreas Wittwer und

Als die 90 Minuten vorbei waren, da kannte Agron Mustafi das Spielfeld besser als jeder andere. Der Walliser in Berner Diensten war als Stürmer nominiert worden, fungierte nach der Pause als rechter Mittelfeldspieler, um zuletzt links hinten das 2:0 zu verteidigen. Mustafi war damit aber bloss das extreme Beispiel einer Konstanten. Rüdiger Boehm, Thuns Trainer, ist ein Freund ständiger Wechsel. Er wendet das Prinzip Rotation selbst während eines Spiels an. Zumindest samstags war das erfolgreich. Nach Wangen und der U21 des FC Zürich verlor mit dem Nachwuchs der Grasshoppers ein weiteres Team mit Ambitionen im Lachen gegen die Oberländer Talentschmiede. Die ist seit zwei Wochen um eine Begabung reicher. Mileta Matovic ergänzte gegen GC erstmals daheim das Thuner Mittelfeld. Der 19-Jährige hatte in der letzten Saison beim FC Locarno in der Challenge League gespielt. Für die Tessiner bestritt der Aufbauer zwölf Partien. Dabei ist er offenbar dem FC Thun aufgefallen. Sportchef Andres Gerber sagt: «Matovic ist ein interessanter Mann. Wir erhoffen uns viel von ihm.» Der Aargauer soll an die Profimannschaft herangeführt werden und sagt: «Ich will schnellstmöglich in der Super League spielen.» Er wisse aber sehr wohl, dass er sich Einsätze in der höchsten Spielklasse erst erarbeiten müsse. «Defensiver als üblich» Ausgebildet wurde Matovic beim FC Middlesbrough, dessen Fanionteam in der zweiten englischen Liga spielt. Matovic, sehr zweikampfstark und mit 1 Meter 80 relativ gross gewachsen, trat für den britischen Traditionsverein in der U19 sowie der U23 an. Beim FC Thun scheint er sich innerhalb kürzester Zeit prima integriert zu haben. Gegen GC spielte er zwar nicht überragend, aber sehr ordentlich. Nach erstem Eindruck scheint er nicht der Filigrantechniker zu sein, für den man jemanden halten könnte, der die Nummer 10 trägt. Aber er hat durchaus Anlagen zum Regisseur. Matovic meinte: «Ich spielte etwas defensiver als üblich. Ich musste mich dem Spiel ja anpassen.» Thun - GC fand in der Tat vornehmlich ausserhalb der beiden Strafräume statt. Viel Geplänkel im Mittelfeld war dabei, wenig, wofür Ästheten ins Stadion gehen. Gerade GC spielte beinahe schon bieder und war auf Sicherheit bedacht. Beide Teams spielten mit reichlich Kalkül; eine einigermassen ereignisarme Begegnung war die Konsequenz. Bei den Thunern sind die Zeiten vorüber, in denen im abenteuerlustigen 2-4-1-3-System angegriffen wurde. Neben Andreas Wittwer, dem Torschützen zum 1:0, gefielen denn auch vor allem Defensivspieler. Die Verteidigung agierte sehr solide, und Torhüter David Moser zeichnete sich mehrfach mit tollen Paraden aus. In einer ordentlichen Thuner Mannschaft war er am Samstag der Beste. Die Leistung aller reichte, um sich im drohenden Abstiegskampf Luft zu verschaffen. Adrian Horn>

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