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Meyer brachte französischen Charme

Menuhin FestivalUnter dem Titel «Sabine Meyer und Talente, die sie fördert» trat die Musikerin am Montagabend zusammen mit dem französischen Modigliani-Quartett in Saanen auf.

Sabine Meyer verhalf der Klarinette dazu, dass sie als Soloinstrument die Konzertbühnen zurückeroberte. Nun fördert die erfolgreiche Solistin im Rahmen des Menuhin Festival in Gstaad Nachwuchsmusiker. Dazu gehören auch die Mitglieder des Modigliani-Quartetts, mit denen Meyer am Montagabend in der Kirche Saanen das Klavierquintett in A-Dur KV 581 von Wolfgang Amadeus Mozart spielte. Vom ersten Ton an liessen die Musiker eine wunderbar harmonische Klangwelt zwischen Streichinstrumenten und Klarinette entstehen. Während im Allegro die Klarinette als Echo auf die Geige antwortete, brachten die verschiedenen Variationen im letzten Satz die zahlreichen klanglichen Möglichkeiten der verschiedenen Instrumente auf beeindruckende Weise zum Ausdruck. Zusätzlich begeisterten die Nachwuchskünstler und ihre Förderin das Publikum mit ihrem harmonischen Zusammenspiel. Vier Franzosen in Saanen Das Modigliani-Quartett wurde bereits im Jahr 2003 gegründet und gehört zu den gefragtesten Quartetten der jungen Generation. Seine Mitglieder haben alle am Conservatoire national supérieur de musique in Paris studiert. So kam es nicht von ungefähr, dass Philippe Bernhard (Violine), Loïc Roi (Violine), Laurent Marfaing (Viola) und François Kieffer (Violoncello) im ersten Teil des Konzertes das Streichquartett in g-Moll von ihrem Landsmann Claude Debussy spielten. Verstandener Debussy Den vier Musikern gelang es auf eindrückliche Weise, Debussys Werk zu interpretieren. Die romantisch zarten Passagen im ersten und die ausdrucksstarken Abschnitte im dritten Satz meisterten sie mit viel Gefühl für die Musik und mit bestechendem (französischem) Charme. Debussy selbst schrieb seinerzeit einem Freund, dass seine Musik «erst von den Enkeln des 20.Jahrhunderts begriffen werden wird». Wer am Montagabend in Saanen war, möchte ihm hellseherische Fähigkeiten attestieren. Denn dieses Verständnis und die Empathie für seine Komposition brachten die vier Musiker in reichem Mass mit. Ob es daran lag, dass der 1918 verstorbene Komponist die gleiche Nationalität wie seine Interpreten hatte, oder ob die jugendliche Spielfreude der Musiker dazu beitrug, sei dahingestellt. Fest steht, dass sie dem Publikum in der voll besetzten Kirche Saanen einen unvergesslichen Konzertabend bereiteten. Dafür ernteten Sabine Meyer und auch das Modigliani-Quartett viel Applaus, für den sie sich wiederum beim Publikum mit einer Zugabe bedankten. Therese Krähenbühl>

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