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Meine Welt in den Köpfen der anderen

KartenspielIm Voraus ahnen, was andere denken. Darum geht es beim neuen Kartenspiel «Wie ich die Welt sehe» des Berner Autors Urs Hostettler. Lachanfälle sind dabei garantiert.

Wer Urs Hostettler, den Berner Spielautor, kennt, weiss, was erwartet werden kann. Schon «Kreml», «Tichu» oder auch «Anno Domini» überzeugten durch genial einfache und trotzdem überaus interessante und ungewöhnliche Ideen und Kommunikationselemente. Das neue «Wie ich die Welt sehe» geht gar noch einen Schritt weiter. Es ist ein Kartenspiel, bei dem das Miteinander wichtiger ist als der eigene Sieg. In dessen Zentrum das gemeinsame Gespräch über Persönliches und Privates der Spieler steht. Und das dennoch nie unangenehm oder gar peinlich ist, sondern amüsant und äusserst unterhaltsam – absolut meisterhaft. Das Ganze besteht aus 56 beidseitig bedruckten sogenannten Meine-Welt-Karten und rund 400 Es-Kärtchen. Die Meine-Welt-Karten weisen einen Text mit Lücke auf im Stile von «Das unverhoffte Auftauchen von {} im Studio bringt selbst erfahre-ne Nachrichtensprecherinnen leicht ins Stottern» oder «Worüber Männer ungern sprechen: {}». Die Lücken sind anschliessend gemeinsam zu füllen. Dazu dienen die Es-Kärtchen, die Begriffe tragen wie «undefinierbare Grunzlaute», «Michelle Hunziker» oder «7000 Rinder». Der Startspieler, in der überaus witzig zu lesenden Spielanleitung bezeichnet als «Individuum, das erläutert, wie es die Welt sieht» oder kurz Idewedwes, zieht eine der Meine-Welt-Karten und liest sie den anderen vor. Diese wählen je eines ihrer Es-Kärtchen aus und legen es verdeckt in die Tischmitte. Das Idewedwes nimmt ein zusätzliches Kärtchen vom Nachziehstapel, mischt alle und liest sie dann ebenfalls laut vor. Anschliessend bestimmt es jenes der erhaltenen Kärtchen, das seiner Meinung nach die {}-Lücke der Meine-Welt-Karte am besten füllt. Der Spieler des ausgewählten Es-Kärtchens erhält dieses als Siegespunkt und wird zum Idewedwes der nächsten Runde, während alle Übrigen ein neues Es-Kärtchen nachziehen. Erwischt das Idewedwes dagegen das Es-Kärtchen vom Stapel, muss es einen seiner Gewinnpunkte abgeben und gleich selber nochmals die nächste Runde als Idewedwes bestreiten. Wer zuerst eine bestimmte Anzahl offene Es-Kärtchen erworben hat, gewinnt das Spiel. Besonders in grösseren Runden ab fünf bis sechs Personen ist das Spiel absolut hinreissend. Je mehr Spieler und Es-Kärtchen dabei sind, desto grösser sind die Auswahl und Vielfalt der Vorschläge zum Ergänzen der Meine-Welt-Karte. Sehr oft löst dabei bereits das Vorlesen der Es-Begriffe Heiterkeit und ungläubiges Staunen aus. Und wenn dann noch der Auswahlentscheid des Idewedwes kommentiert und diskutiert wird, geht die Post endgültig ab. Das Spiel bietet so Stoff für fast endloses Vergnügen und wird nie langweilig. Die grosse Menge an Kärtchen sorgt für viel Abwechslung und immer neue Kombinationen. Und wer nach unzähligen Partien die Begriffe langsam kennt, erhält mit «Neue Welten» eine Erweiterung mit attraktiven neuen Karten, die problemlos auch alleine spielbar sind. «Wie ich die Welt sehe» ist ein Kommunikations- und Partyspiel der Superklasse, das überallhin mitgenommen werden kann. Dabei ist grenzenloser und intelligenter Spass garantiert. Auch Nicht- oder Wenigspieler werden mit Sicherheit grosse Freude daran finden. Bernhard Zaugg«Wie ich die Welt sehe» und «Neue Welten» von Urs Hostettler, 2 bis 9 Spieler ab 10 Jahren, 30 Minuten, je 30 Franken, Verlag Fata Morgana.>

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