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Mehr Kraft und mehr Sicherheit im Alter

OberburgHeimbewohner des Alters- und Pflegeheims Oberburg nahmen an einer

«Ich kann jetzt besser vom Sofa aufstehen» oder «Den Rollator werde ich nun in eine Ecke stellen» sind zwei Zitate von Heimbewohnern, die letztes Jahr an einer Bewegungsstudie mitmachten. Während dreier Monate trainierten zehn Heimbewohner an speziell entwickelten Fitnessgeräten. Eva van het Reve, Doktorandin an der ETH Zürich, schilderte die Voraussetzungen zur Teilnahme an der Bewegungsstudie: «Wir suchten Freiwillige, die bis zu diesem Zeitpunkt kein Krafttraining besuchten und noch fähig waren, zehn Meter ohne Hilfe frei zu gehen.» Nach einiger Motivationsarbeit durch das Personal hätten sich zehn Senioren in Oberburg gemeldet. Nach dem Ausfüllen eines Gesundheitsfragebogens und einem Gesundheitscheck ging es im vergangenen April los. Für Kopf und Körper Die Teilnehmer wurden in zwei Gruppen eingeteilt und unter-schiedlich gefördert. Während eine Gruppe gezielt an der Fitness und der Beweglichkeit arbeitete, ergänzte die andere ihre Einheiten mit «Übungen für das Gehirn». Am Computer wurden Reaktionstests und andere Auf-gaben gelöst. «Das Computer-spiel mit den Vögeln fand ich sehr lustig», äusserte sich eine Teilnehmerin nach der Studie. «Eine bessere Gangqualität, Kraftzuwachs, schnellere Reaktionszeiten, verminderte Sturzangst und bessere kognitive Fähigkeiten» waren laut Reve die Ziele, die man mit der Studie erreichen wollte. Das gleichzeitige Verarbeiten von mehreren Aufgaben bereite im Alltag oft Mühe: «Vor allem im Strassenverkehr ist es wichtig, die Aufmerksamkeit auf mehrere Punkte zu richten: Der Verkehr, Ampeln oder das schnelle Überqueren der Strasse überfordern oft die älteren Verkehrsteilnehmer.» Deutliche Verbesserungen «Können wir mit gezieltem Gehirntraining eine physische Verbesserung erzielen?», fragten sich die Forscher an der ETH. In den Schlusstests war man gespannt auf die Resultate in den zwei Gruppen. Die Ergebnisse zeigten, dass in beiden Testgruppen sichtliche Steigerungen gemessen wurden: Die Gehgeschwindigkeit konnte deutlich erhöht werden. Aber auch das Gleichgewicht halten bereitete den Teilnehmern weniger Mühe als vor Studienbeginn. Auffällig war, dass die Gruppe mit dem Hirntraining in allen Bereichen die grösseren Fortschritte vorweisen konnte. Dazu waren die Rückmeldungen der Heimbewohner mehrheitlich positiv: Neben der Abwechslung im Alltag machten viele Übungen Spass oder weckten sogar den Wettkampfgeist: «Die Beinpresse gefällt mir besonders gut. Da bin ich schon bei 60», so der Kommentar einer Seniorin. Heimleiter Urs Pont zeigte sich ebenfalls zufrieden mit der Studie und wies darauf hin, dass die Fitnessgeräte auch weiterhin zur Verfügung stünden und in Oberburg sicher auch in Zukunft trainiert werde. Baubeginn in diesem Jahr Willi Schüpbach, Präsident des Stiftungsrats, informierte die Anwesenden ausserdem über den Stand des Umbauprojektes: «Nachdem wir 2011 die Zusage vom Kanton für weitere zehn Pflegeplätze erhalten hatten, reichten wir die Pläne für den Umbau des Alters- und Pflegeheims ein.» Nach der Baupublikation erfolgte eine Einsprache, die zu weiteren Verhandlungen und geringen Planänderungen führte. Man einigte sich zum Beispiel auf eine andere Ausrichtung der Balkone. Nun hoffen die Verantwortlichen, 2012 mit dem Um- und Neubau starten zu können. «Wichtig sind uns der Gewinn an familiärer Atmosphäre auf den einzelnen Etagen und der geänderte Eingangsbereich», äusserte sich Schüpbach. Die Bauphase soll in drei Etappen verlaufen: Nach dem Errichten des Neubaus zieht ein Teil der Heimbewohner dort ein, während ihre Zimmer saniert werden. «Danach folgt der restliche Umbau, bis alle Zimmer neu über Nasszellen mit Duschen verfügen.» Kathrin Schneider >

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