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Maschinisten benötigten Fingerspitzengefühl

MürrenZwischen dem Birg und dem Piz Gloria wird das Seil der Schilthornbahn ausgewechselt. Das ist keine einfache Angelegenheit. Fingerspitzengefühl der Maschinisten ist gefragt.

Damit die Passagiere auch in Zukunft sicher aufs 2970 Meter hohe Schilthorn fahren können, braucht es für die vierte, die oberste Sektion der Schilthornbahn, ein neues Seil. Ein sogenanntes Zug-Gegenseil. Das ist ein Litzenseil, das, weil zwischen dem Birg und der Bergstation nur eine Kabine hin- und herpendelt, sowohl berg- wie talseits am Laufwerk der Kabine befestigt ist. Es ist 33 Millimeter dick, rund 3600 Meter lang und wiegt nicht weniger als 16 Tonnen. Das alte zieht das neue Seil Um das neue Seil einziehen zu können, wurde es ans alte angespleisst. In der bestehenden Fahrbahn wird so das neue Seil bergwärts gezogen. Und via das Spanngewicht in der Bergstation kehrt es zur Station Birg zurück. Das tönt einfach, ist es aber nicht. Während das neue Seil von einer neben der Station Birg stehenden grossen Winde abgerollt und mit dem Antrieb der Bahn noch oben gezogen wird, muss das alte Seil aus der Station gelenkt und auf einen Haspel ausgerollt werden. Damit das Manöver gelingt, müssen beide Seile mehrmals um- beziehungsweise abgelenkt werden. Von den drei beteiligten Maschinisten ist viel Fingerspitzengefühl gefordert, um alle drei Antriebe gleich schnell (eher gleich langsam) laufen zu lassen. Seil wird zerschnitten Wie Ruedi Lauri, Chef Technik der Schilthornbahn, feststellen konnte, verlief der heikle Seilwechsel bisher nach Programm. Anfang der kommenden Woche sollte er abgeschlossen sein. Dann gilt es noch auf- und abzuräumen. Das alte Seil zum Beispiel wird in drei bis vier Tonnen schwere Teile geschnitten, um mit den Bahnkabinen zu Tal befördert und als Alteisen entsorgt werden zu können. Das neue Seil, aufgerollt auf eine Trommel, wurde Mitte Oktober auf einem speziellen fünfachsigen Sattelschlepper auf schmalem Weg via Winteregg ins verkehrsfreie Mürren transportiert. Von dort wurde es über am Boden befestigte Rollen von einer Seilwinde aufs Birg gezogen. Die total 8 Tonnen schwere Seilwinde war zuvor, zerlegt in zwei etwa gleich schwere Teile (Trommel und Antrieb), in zwei Rotationen von einem Schwerlasthubschrauber der Marke Kamov der Heliswiss hinauf gehievt worden (wir haben berichtet). Der gleiche Helikopter wird die Seilwinde auch wieder zu Tale fliegen. Winterstart am 4.Dezember Der Seilwechsel wird von der Firma Garaventa mit Chefmonteur Peter von Allmen ausgeführt, unterstützt vom Team von Ruedi Lauri. Die Arbeiten müssen spätestens am 3.Dezember beendet sein. Einen Tag später will die Schilthornbahn den Winterbetrieb aufnehmen. Ueli Flück>

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