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Lysser Turm – Das Geburtstagsgeschenk

Lyss feierte letztes Jahr den 1000.Geburtstag. Damit danach nicht nur ein Kater blieb, schenkte sich Lyss einen Turm.

Seit über 30 Jahren amtet Andres Ammann in Lyss als Förster. Doch nie hatte er einen so guten Überblick auf sein Gebiet wie seit dem 12.Dezember 2009, mittags um 12 Uhr: Mit Marroni und heissem Punsch wurde an diesem Tag auf der Kreuzhöhe in Lyss der Aussichtsturm «1000er» eingeweiht. «Damit ist für mich ein Traum in Erfüllung gegangen», sagt Ammann, der auch Vizepräsident des Vereins Lysser Aussichtsturm ist. Ein Turm in Lyss war beim Förster seit 1999 Thema: Damals kreiste er in einem kleinen Flugzeug über die vom Lothar-Sturm gerodeten Waldflächen. Doch ein aus der Not gefertigter«Lothurm», wie er es sich vorstellte und wie in Magglingen einer steht, kam nicht zustande. Zehn Jahre später erinnert das 38 Meter hohe Konstrukt nicht ans Orkantief, sondern an ein erfreulicheres Ereignis: Lyss wurde letztes Jahr 1000 Jahre alt. Als abschreckendes Beispiel diente den Initianten die Expo in Biel: «Wir wollten nicht, dass nach den Festivitäten jede Erinnerung an ein so tolles Ereignis verschwindet.» Der teure Turm Vier gigantische Douglasien-Stämme aus heimischem Wald verankern nun die Erinnerungen ans Geburtstagsfest für die nächsten rund 60 Jahre. Auf so lange wird die Lebensdauer des «1000ers» geschätzt (siehe Box). In einer Bauzeit von vier Monaten wurde der Turm in die Höhe gezogen – unfallfrei, problemlos, für 750000 Franken total. Mit der ersten Berechnung kalkulierte der verantwortliche Ingenieur mit 550000 Franken. Ammann: «Man hat mit Türmen erst wenig Erfahrung.» Die Rechnung sei nun nahezu ausgeglichen, Spender seien aber immer noch herzlich willkommen. Der Turm von nebenan Dass in etwa vier Kilometern Luftlinie der «grosse Bruder» aus dem Wald ragt, macht Ammann nicht nervös. «Wir konkurrieren einander nicht.» Sicher hätten aber die Seedorfer von den Lysser Erfahrungen profitieren und das eine oder andere verbessern können, ist Ammann überzeugt. Doch: Jeder Turm habe sein eigenes Gesicht. In Lyss wird dieses Gesicht leider zwischendurch von Rabauken verunstaltet: Auf der obersten Plattform hat es Sticker an den Wänden, unschöne Schnitzereien im Holz und teils primitive Bemerkungen auf dem «Gästebrett». Dieses hat Ammann installiert, damit die Spuren nicht auf dem Turmholz hinterlassen werden. Einmal pro Woche macht Ammann seinen Kontrollgang. «Ansonsten ist hier alles in Ordnung und sauber.» Man sieht Andres Ammann seine Freude und Zufriedenheit an: «Wir haben einen kleinen, aber feinen Turm für Lyss. Und Seedorf hat einen grösseren Turm für die ganze Region, und der gefällt mir auch.» >

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