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Langjährige Käser geehrt

OberlandDer Schweizerische Alpwirtschaftliche Verein lud zur diesjährigen Älpler- und Sennenehrung nach Thun. Geehrt wurden langjährige Älpler und Sennen mit ausgezeichneter Käse-Qualität. Zu reden gab – allerdings nur am Rande – auch der Wolf.

Der Schweizerische Alpwirtschaftliche Verein (SAV) wird im kommenden Jahr 150 Jahre alt. Als Sinn und Zweck zählen vorab die Öffentlichkeitsarbeit, die Information und Beratung sowie die Interessenvertretung gegenüber Behörden und Fachgremien. In den Statuten festgehalten wird so auch die Auszeichnung verdienter Alpbewirtschafter, Alpangestellter und Personen, die sich um die Alpwirtschaft verdient gemacht haben. Alfred Santschi, Vorstandsmitglied SAV, verwies in Thun auf die Probleme auf den Absatzmärkten von Alpkäse. «Es machen immer mehr kleinere Verkaufsläden dicht, die unseren Käse gut und gerne vermarktet haben», zeigte er sich am Dienstag in der Alten Reithalle besorgt. Beängstigend zeigte er sich ebenfalls über die stark rückläufigen Zahlen an gealpten Kühen. Ihre Zahl verringerte sich zwischen 1991 und 2010 um nahezu 46000 Stück. Diese Tendenz führt bei vielen Älplern zur Verunsicherung ihrer Existenz. 180 Älplerinnen und Älpler Christian Hofer, Vizedirektor des Bundesamts für Landwirtschaft, orientierte die 180 versammelten Älplerinnen und Älpler über die Auswirkungen der Agrarpolitik auf das Sömmerungsgebiet. Hofer nahm Bezug auf die seitens des SAV eingereichten Forderungen gegenüber der Botschaft des Bundesrates. Die Erhaltung und die Förderung der Biodiversität (Wechselbeziehung zwischen Pflanzen, Tieren und der Umwelt) nehmen dabei einen vorrangigen Platz ein. Christian Hofers Schlussfolgerungen war zu entnehmen, dass das Sömmerungsgebiet in der neuen Agrarpolitik einen erheblichen Stellenwert einnimmt. Hofer meinte dazu: «Sie beinhaltet eine gestärkte Qualitätsstrategie, Biodiversitätsbeiträge im Sömmerungsgebiet, Landschaftsqualitätsbeiträge und mehr Mittel für die Sömmerungsbeiträge. Die Alpungsbeiträge bleiben erhalten.» In der rege geführten anschliessenden Diskussion wurde bemängelt, dass kein Wort über die Wolfsstrategie gefallen sei. Manche Votanten fühlten sich diesbezüglich im Stich gelassen. Hofer verwies auf das dafür zuständige Bundesamt. «Da mues öppis gah, süsch griffe mer zur Säubschthiuf», rief ein verstimmter Tagungsteilnehmer in den Saal. Die Ehrungen Zu verteilen gab es 38 Diplome für mit dem Maximum punktierten Alpkäse innert den sechs letzten Jahren, also dreimal 20 Maximumpunkte. Eine besondere Ehre wurde Hans Kohler aus Meiringen zuteil. Er schaffte insgesamt 16-mal die maximale Punktezahl. Das heisst 32 Sommer erstklassiger Alpkäse. Ein besonderes Diplom ging ausserdem an Andreas Knutti aus Oberwil im Simmental für beispielhafte Bewirtschaftung seiner Alp Bunfall. Unter den Geehrten figurierten manche mit 40 und mehr Jahren. So Erika Wäfler aus Achseten mit 50 und Fritz Oberli aus Boltigen mit 67 Alpsommern.Erwin Munter>

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