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Landsegler: Traumwetter, aber Flaute

interlaken Im Hinblick auf die Weltmeisterschaften 2012 fand auf dem Flugplatz Interlaken ein Lehrgang für Landsegler statt. Weil bei Bilderbuchwetter Windstille herrschte, stand beim Schweizer Team die Theorie im Vordergrund.

Im Vergleich zu den Meeranstossländern Frankreich, Belgien und Deutschland ist die Schweiz als Binnenland in der Trendsportart Sailkart (Landsegler) noch ein Entwicklungsland. Die internationalen Titelkämpfe finden in der Regel bei Ebbe an grossen Stränden statt. In der Schweiz muss mit Minijachten auf stillgelegten Flugplätzen oder Parkplätzen von grossen Einkaufscentern trainiert werden. «Es ist wegen allerhand Widerständen äusserst schwierig, geeignete Trainingsplätze zu finden. Deshalb sind wir glücklich, dass wir den Lehrgang nun auf dem Flugplatz Interlaken durchführen dürfen», freut sich Leiter Marc Agthe. Agthe ist als lizenzierter Rennleiter und Präsident des Vereins Sailkart Pfäffikon ZH ein Pionier in dieser Sportart. Er teilt diese Rolle mit Balthasar Müller, dem bisher einzigen internationalen Sieger. Müller ist beim Lehrgang für den praktischen Teil zuständig, Agthe für das Theoretische. «Bei einen Sprachaufenthalt in Belgien habe ich am Strand von De Panne das Landsegeln entdeckt. Dies hat mich wegen der grossen Geschwindigkeit so fasziniert, dass es mich nie mehr losgelassen hat», verrät der erfolgreichste Schweizer Landsegler. Mit den grossen Landseglern werden Geschwindigkeiten von bis zu 120 Stundenkilometern erreicht. Mit den in der Schweiz geeigneteren Minijachten bis rund 70 km/h. «Man hat schon etwas Angst und grossen Respekt, wenn man bei starkem Wind so über den Sand flitzt», sagt Müller. Viele Eigenbaumodelle Von Wind konnte man am Samstag auf dem Flugplatz Interlaken nur träumen. Es herrschte Flaute. Schlecht, um ein Dutzend Neueinsteiger zur Erlangung der nötigen Lizenz technisch gründlich zu schulen. In drei Regatten müssen sich dann die «Landsegler-Rookies» für die internationalen Titelkämpfe erst einmal qualifizieren. Auch Florian Schellenberg ist ein Neueinsteiger. «Mich faszinieren die grosse Geschwindigkeit und der Wind», schwärmt der Verteidiger des Beachsoccer-NLA-Vereins Winti-Panthers. Eine Regatta wird auf einem zwei bis drei Kilometer langen Rundkurs ausgetragen. Es gebe an langen Stränden aber auch Langstreckenregatten, war von Teamleader Müller zu erfahren. Für die Anschaffung einer Minijacht muss man bis 4000 Franken aufwenden, so Agthe. Weil wenig reglementiert sei, treffe man aber auch Eigenbaumodelle an, war vom 55-Jährigen weiter zu erfahren. Der etwas andere Segelsport Der Vater von drei Töchtern kommt vom Segelsport, was nur bei der Windbeurteilung von Vorteil sei, weil beim Landsegeln nicht mit Stromdruck in die Segel gefahren wird. Dass am Sonntag auf dem Bödeli doch noch etwas Wind aufkam, ist der von Sponsoren- und Platzproblemen geplagten, noch kleinen Schweizer Landseglerszene zu gönnen. Peter Russenbergerwww.landsegler.ch >

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