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Kulturland erhalten

Die Tourismuszone Ägertzun in Wilderswil soll

Vor vier Jahren hat die Gemeinde die 11719 Quadratmeter grosse Parzelle im Gebiet Ägertzun vom Bund (VBS) als Landwirtschaftsland erworben. «Und als Landwirtschaftsland soll es auch weiter genutzt werden», erläutert Marianna Lehmann vom fünfköpfigen Initiativkomitee «Keine Spekulation mit Gemeindeland». Wachsende Opposition Die Parzelle wurde mit der Ortsplanungsrevision 2008 zur «Tourismuszone» – nachdem ein Antrag, die Wiese als Landwirtschaftsland zu erhalten, in der Gemeindeversammlung knapp gescheitert war. Ein Baurechtsvertrag mit einer international tätigen Bau- und Planungsfirma wurde aber an der Gemeindeversammlung vom 17.Mai dieses Jahres mit 75 gegen 22 Stimmen abgelehnt. Mit dem Vertrag wollte der Gemeinderat die Baurechtsnehmerin verpflichten, ein grosses Hotel mit Carparkplatz für Gruppenreisen sowie ein Besucherzentrum für das Unesco-Welterbe Jungfrau-Aletsch zu bauen. Allerdings lag kein konkretes Vorprojekt vor, und zudem bezeichneten etliche Bürger den jährlichen Baurechtszins von 52736 Franken als zu tief. Vor allem aber stiessen sich Votanten an den Gemeindeversammlungen von 2008 und 2010 daran, Kulturland für ein neues Hotel zu verbrauchen, obwohl schon die bestehenden Hotels im Ort nicht mehr ausgelastet sind. Raum für künftige Ideen Diese Argumente nimmt das Komitee in seiner Gemeindeinitiative wieder auf. «Unsere Generation muss nicht um jeden Preis alles auf einmal zubetonieren. Wenn wir die Parzelle an exklusiver Lage am Dorfeingang als Kulturland erhalten, lassen wir zukünftigen Generationen den nötigen Spielraum für eigene Ideen», sagt Marianna Lehmann. Und sie betont, dass ein sorgfältiger Umgang mit Kulturland auch im Interesse des Tourismus liege. «Und falls einmal ein überzeugendes Projekt vorliegt, kann das Land wieder eingezont werden – seinen Wert verliert es ja nicht.» Volk entscheidet Gemeindepräsident Eduard Schild reagiert gelassen. «Nach der Gemeindeversammlung vom Mai ist nichts gelaufen – abgesehen von einer Abklärung, ob man das Land für Carparkplätze brauchen könnte.» Der Entscheid liege sowieso bei den Stimmbürgern. «Wenn die Initiative zustande kommt und von der Gemeindeversammlung angenommen wird, zonen wir das Land wieder aus.» Schild betont aber, dass der Gemeinderat nie spekuliert habe. «Wir haben mit einem seriösen Unternehmen verhandelt; und ich bin überzeugt, dass Wilderswil mit dem Verzicht auf das Hotel und das Unesco-Besucherzentrum eine Chance verpasst hat.» Nun haben die Initianten sechs Monate Zeit, um die Unterschriften von mindestens einem Zehntel der rund 1800 in Gemeindeangelegenheiten Stimmberechtigten zu sammeln. shu>

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