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Krankenkassen gegen Einschnitte bei den Spitälern

kanton bernWer meint, die Krankenkassen seien aus Kostengründen daran interessiert, dass der Kanton das Spitalangebot zusammenstreicht, irrt sich. Sie vertrauen dem Kostendruck.

Für die Berner Kantonsregierung ist der Fall klar: Dass die Krankenkassen die Prämien für die Grundversicherung 2012 im Schnitt 0,6Prozent senken, ist zwar schön, aber es reicht nicht. Um die Kostenverlagerung von den Kassen zum Kanton voll zu kompensieren, müssten die Prämien 2,4 Prozent sinken (siehe gestrige Ausgabe). Darf Bern also auch nach 2012 auf bescheidene Prämienrunden hoffen? «Wir schliessen das nicht aus», sagt Christian Beusch, Sprecher der Visana, der grössten Berner Kasse. Ähnlich äussert sich Reto Egloff, Mediensprecher der KPT. Beide betonen, die Prämien hingen allein von der Kostenentwicklung ab; und beide denken dabei primär an den Spitalbereich. Eine grosse Unbekannte ist hier die Spitalliste, die der Regierungsrat noch dieses Jahr erlassen will. Sie definiert, welche Spitäler in welchen Bereichen zulasten der Grundversicherung abrechnen dürfen. KPT und Visana hoffen aber nicht darauf, dass die Regierung in möglichst vielen Spitälern möglichst viele Disziplinen schliesst, um Kosten zu senken. Im Gegenteil: Sie raten, gar keine Einschränkungen vorzunehmen und die Liste – die in der Branche auch schon als «Telefonbuch» kritisiert wurde – möglichst unverändert zu lassen. Warum lehnen die Kassen Eingriffe in die Spitallandschaft ab, die ja doch die Kosten senken sollen? «Weil nicht der Kanton, sondern der Markt – die Patienten – entscheiden soll, welche Spitäler mit welchen Angeboten überleben», sagt Beusch. Qualität und Preis sollten den Ausschlag geben. Egloff und Beusch sind überzeugt, dass die Spitäler ihr Angebotsspektrum von sich aus einschränken und untereinander weitere Kooperationen eingehen werden. «Dafür wird der Kostendruck von alleine sorgen», sagt Egloff. Auch die viel diskutierte Frage, ob es zu viele Regionalspitalstandorte gebe, wollen die Kassenvertreter dem Markt überlassen: «Der Kostendruck wird automatisch dazu führen, dass es zum Beispiel im Simmental nur noch ein Spital geben wird», sagt Beusch. Eine andere Frage sei, ob die Politik dies zulasse. Falls nicht, müsse sie einfach die Kosten tragen (siehe auch Bericht Seite 9). Einnahmen zurückzahlen Visana und KPT glauben an das Modell der degressiven Tarife, auf das sie sich mit den Spitalverbänden im Grundsatz geeinigt haben. Es sieht vor, dass die Spitäler einen Teil der Einnahmen zurückzahlen müssen, wenn sie eine vorher definierte Gesamtmenge an Fallzahlen überschreiten. Egloff: «Das wird bewirken, dass die Spitäler sich auf die Bereiche, in denen sie am besten und effizientesten sind, konzentrieren und die anderen fallen lassen.» fab>

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