Zum Hauptinhalt springen

Körperliche Gratwanderung

Der Italiener Marco De Gaspari hat den 18. Jungfrau-Marathon gewonnen. Bei den Frauen wurde Simone Niggli-Luder Zweite.

Am Ende war Marco De Gaspari der Sieger des 18. Jungfrau-Marathons. Nach 2 Stunden, 56 Minuten und 43 Sekunden überquerte der Italiener die Ziellinie auf der Kleinen Scheidegg, 2061 Meter über Meer. Zuvor brachte er die 42,195 Kilometer lange Strecke mit 1839 Höhenmetern furios hinter sich und überraschte damit zwar wohl nicht die Konkurrenz, aber sich selber. «Ich kam am Morgen ohne Erwartungen an den Start und wollte einfach ein gutes Rennen zeigen.» Der 33-Jährige ist freilich kein Unbekannter: Er wurde bereits fünfmal Berglauf-Weltmeister und zählte im Vorfeld zu den Siegesanwärtern. Gestartet war De Gaspari noch relativ verhalten. Zuerst gaben der Kenianer Henry Kemboi und der Äthiopier Tesfaye Eticha den Takt an und sorgten für ein hohes Tempo. Doch nicht unerwartet konnten sie dieses nicht halten, und wie so oft wurde das Rennen in der zweiten steilen Hälfte entschieden. 8 Kilometer vor dem Ziel holte der Spitzenläufer aus Bormio zum grossen finalen Schlag aus. Am Ende war er der einzige Läufer, der im Ziel auf der Kleinen Scheidegg unter 3 Stunden blieb. Niggli-Luder glänzte Rund 38 Minuten nach dem italienischen Sieger überquerte Simone Niggli-Luder die Ziellinie. Mit 3:34:29,3 belegte die 17-fache OL-Weltmeisterin und dreifache Schweizer Sportlerin des Jahres den beachtlichen zweiten Platz. «Ich bin mit meiner Leistung absolut zufrieden. Ich habe heute gewonnen und nicht verloren», beschrieb die 32-Jährige ihre Gefühlslage im Ziel. Die Münsingerin legte auf dem Weg von Interlaken auf die Kleine Scheidegg einen regelrechten Steigerungslauf hin, welcher fast mit dem Einholen der späteren Siegerin Simona Staicu auf der berüchtigten und steilen Gletschermoräne gipfelte. Sie habe den Lauf geniessen können, gab Simone Niggli-Luder zu Protokoll. Es war ihre zweite Teilnahme am Jungfrau-Marathon nach ihrem dritten Platz aus dem Jahr 2006. Zum ersten Mal dabei war Ueli Steck (186. Schlussrang). Der Extrembergsteiger aus dem Berner Oberland musste im Vorfeld von OK-Präsident Christoph Seiler noch zu einer Teilnahme überredet werden. Das sei nun nicht mehr nötig. «Ich werde bestimmt wieder einmal den Marathon laufen», versicherte der 33-Jährige. Für die meisten der 4027 Läufer und Läuferinnen waren die Kilometer im steilen Gelände eine Tortur. So nicht für Ueli Steck. «Am ringsten ging es mir auf den letzten 6 Kilometer, weil ich solche Steigungen gewohnt bin. Im flachen Teil hingegen hatte ich mit Leistenproblemen zu kämpfen.» Körperlich sei er, wie auch oft bei seinen waghalsigen Klettertouren, an Grenzen gestossen. «Aber beim Marathon muss ich nur laufen und nicht immer hundertprozentig fokussiert sein.» Dominic Wuillemin >

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch