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Kinderlachen umgibt sie immer noch

KALTACKER29 Jahre lang spielte, bastelte und sang Dori Niederhauser mit den Kindern in der Spielgruppe. Jetzt

Mit viel Glanz und Glamour wurde vor einer Woche Didier Cuche bei den Swiss Awards zum Schweizer des Jahres 2012 gewählt. Gestern Abend widerfuhr Dori Niederhauser beinahe dasselbe: Sie durfte ebenfalls eine wichtige Auszeichnung entgegennehmen, nämlich den Heimiswiler Award – freilich in einem kleineren Rahmen und viel weniger pompös. «Damit habe ich nicht gerechnet», sagt sie, die fortan den Titel «Heimiswilerin des Jahres 2011» tragen darf. Überzeugt hat Dori Niederhauser die Jury durch ihre intensive und jahrelange Tätigkeit in der Spielgruppe. Sie freue sich extrem über den Pokal und die Urkunde, sagt die Gewinnerin, die aber kein grosses Aufsehen um ihre Person machen möchte. «Eigentlich wollte ich aufhören, wie ich angefangen habe: im Stillen.» Sie habe keine Ahnung, wer sie für den Heimiswiler Award angemeldete habe, berichtet die sympathische Frau, die bereits ein paar Tage vor der Ehrung von der Gemeinde Heimiswil über die Wahl informiert wurde. Spielgruppe im WohnraumVor 29 Jahren hat Dori Niederhauser erstmals in der Spielgruppe für 5-Jährige mitgeholfen. Gegründet wurde die Spielgruppe von Rösli Heiniger. Die Leiterin fragte die damals 30-Jährige an, ob sie gelegentlich bei der Betreuung der Kinder und beim Basteln mithelfe möchte. «Unsere Tochter war zu dieser Zeit gerade 5 Jahre alt, und das passte prima», erinnert sie sich. Angefangen haben die Frauen mit Spielsachen und Büchern des eigenen Nachwuchses. Als Spielgruppenraum diente das Kinderzimmer in der Wohnung von Rösli Heiniger, die damals im Schulhaus Rothenbaum wohnte und als Abwartin arbeitete. Erst einige Zeit später konnte die Spielgruppe einmal pro Woche das Handarbeitszimmer der Schule nutzen. Viele Jahre lang hätten sie von den Eltern keine Bezahlung verlangt, berichtet Dori Niederhauser, die mit ihrem Ehemann im Kaltacker wohnt. «Wir hatten ein Kässeli aufgestellt; wer wollte, konnte einen freiwilligen Beitrag leisten.» Zweimal pro WocheNach rund fünf Jahren übernahm Dori Niederhauser die Spielgruppenleitung und erweiterte später das Angebot auf zweimal pro Woche. Mit der Zeit verlangte sie auch einen kleinen Unkostenbeitrag. Mit dem Geld hat die heute 59-Jährige Bastelmaterial angeschafft, das Spielgruppenreisli finanziert, neue Spielsachen gekauft und das Znüni und Zvieri für die Kleinen bezahlt. Für Lohn, nein, dafür hätte das Geld nicht gereicht. «Es war mehr ein Sackgeld», sagt Dori Niederhauser, die aber betont, dass die Gemeinde all die Jahre der Spielgruppe die Räumlichkeiten kostenlos zur Verfügung gestellt habe. Viele Bücher gelesen Eine Ausbildung zur Spielgruppenleiterin hat die gelernte Verkäuferin nie gemacht. Sie habe viele Bücher gelesen, sich mit anderen Spielgruppenleiterinnen ausgetauscht und sich auf den gesunden Menschenverstand verlassen, denn «ich habe selber drei Kinder». Nachdem die Spielgruppe den Standort vom Schulhaus Rothenbaum in den Pavillon des Schulhauses Kaltacker verlegte, ergaben sich auch immer wieder Gespräche mit den Kindergärtnerinnen, die im benachbarten Pavillon unterrichten. Seit 1982 bastelte, spielte und sang Dori Niederhauser mit den Kindern in der Spielgruppe. Letzten Sommer hörte sie auf. «Uns sind die Kinder ausgegangen», schmunzelt sie. Denn seit einiger Zeit können die Kleinen den Vorkindergarten besuchen. Dennoch gebe es im Ort noch eine Spielgruppe, sagt Dori Niederhauser. «Vor einigen Jahren gründete eine Mutter eine Spielgruppe für 4-Jährige.» Pro Gruppe 10 Kinder29 Jahre seien eine lange Zeit, sinniert Dori Niederhauser und schätzt, dass etwa 300 Mädchen und Knaben bei ihr waren. «Wir hatten pro Gruppe höchstens 10 Kinder», sagt sie, bevor sie wieder in Erinnerungen kramt. «Unsere Spielsachen waren Holztraktoren, Ställe und Legos.» Nie habe ein Kind gefragt, wieso kein Nintendo oder kein ferngesteuertes Auto zum Spielen da sei. Auch habe sie nicht das Gefühl, dass im Verlauf der Zeit die Kinder frecher oder vorwitziger geworden seien. Auf Kinderlachen muss die dreifache Grossmutter auch nach der Auflösung der Spielgruppe nicht verzichten. Einmal pro Woche hütet sie ihre 2-jährige Enkelin Luana. Und nur zu gerne spazieren die beiden zu dem Spielplatz beim Schulhaus Kaltacker. An den Ort, wo Dori Niederhauser jahrelang mit ihren Spielgruppenkindern Zeit verbracht hat. Jacqueline GraberIn Heimiswil wurde nicht nur Dori Niederhauser ausgezeichnet. Die Kreativsten: Gärtnerei Haueter mit Team. Sportlerin des Jahres: Claudia Schürch. Turnverein: 1.Rang Knaben Jg. 1994–1999. 1.Rang Jugi Knaben 1999–2002. 1.Rang Jugi Mädchen 1998–2000. >

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